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Neunecks "Tsunami", angeblich echte Irlmaierkerne

Taurec ⌂ @, München, Montag, 05. Februar 2018, 13:51 (vor 167 Tagen) @ Sagitta
bearbeitet von Taurec, Montag, 05. Februar 2018, 14:03

Hallo!

"So könnte laut Neuneck bei einer Oberflächenexplosion ein ringförmiger Tsunami entstehen, der die Macht hätte, eine ganze Insel zu zerstören. Gerade Japan blickt mit Sorge auf die nordkoreanischen Drohgebärden, feuerte das Regime in Pjöngjang doch schon zwei Raketen über die japanische Nordinsel Hokkaido."

Es ist zu bezweifeln, daß Herr Neuneck verstanden hat, was ein Tsunami ist, oder das meint, was man gemeinhin unter Tsunami versteht. Diese sind eben "seismic sea waves" "in a water body caused by the displacement of a large volume of water".


https://en.wikipedia.org/wiki/Tsunami

Irrigerweise behauptet der Artikel am Anfang:
"Earthquakes, volcanic eruptions and other underwater explosions (including detonations of underwater nuclear devices), landslides, glacier calvings, meteorite impacts and other disturbances above or below water all have the potential to generate a tsunami."

Das steht allerdings im Widerspruch zu den später im selben Artikel dargelegten Befunden:
"Analysis of the effects of shallow and deep underwater explosions indicate that the energy of the explosions doesn't easily generate the kind of deep, all-ocean waveforms which are tsunamis; most of the energy creates steam, causes vertical fountains above the water, and creates compressional waveforms. Tsunamis are hallmarked by permanent large vertical displacements of very large volumes of water which do not occur in explosions."

Das entspricht meiner Erklärung hier.

Eine kurzzeitige Explosion mit Hitzedruckwelle verbläst oberflächlich das Wasser, bewegt allerdings keinen kompakten Wasserblock in ganzer Höhe von der Wasseroberfläche bis zum Meeresgrund, was Voraussetzung eines Tsunamis wäre.
Das Resultat sind Oberflächenwellen, die nahe befindliche Schiffe in Bedrängnis bringen könnten, hätten die nicht mit den viel verheerenderen primären Explosionsfolgen zu kämpfen.

Zu beachten ist, daß man selbst mit Unterwasserexplosionen bei der Erzeugung eines Tsunamis scheiterte. Sehr viel abwegiger ist, daß es ausgerechnet mit Oberwasserexplosionen, die mehr einem Warmluftgebläse gleichen, klappen sollte.

Mir scheint, Neuneck nimmt es aufgrund seiner persönlichen Anti-Atomwaffen-Agenda mit den physikalischen Folgen nicht allzu ernst und nutzt die grandiose Überschätzung der Macht von Atomwaffen im gemeinen Volk, um gegen Nordkorea Stimmung zu machen.

Mich interessiert diese ganze Sache nicht sehr und ich werde keine weiteren LINKs dazu einstellen, obwohl es die gäbe, doch möchte ich dazu beitragen, gewisse Unterwasser-Denkblockaden abzubauen.

Dann solltest Du aber
1. nichts über Überwasserdetonationen schreiben :augenrollen:
2. wenigstens halbwegs valide Quellen zitieren statt zehntklassiger Focusartikel.

Ferner: da wir wissen, dass Schauungen selten 100% die Wirklichkeit wiedergeben, sondern verzerrt sind, und darüber hinaus von Leuten wie Adlmaier noch mehr verzerrt werden, so darf man wohl fragen, ob in der Nordseeschau von Irlmaier nicht dennoch ein kleiner, wahrer Kern steckt.

Deswegen ja mein letzter Absatz:
"Es wäre zumindest vorstellbar, daß Irlmaier den Abwurf einer Bombe über dem Meer gesehen hat. Dann wären aber nach der Detonation die gesehenen Folgen durch sachfremde Angaben geographischer Veränderungen ersetzt worden. Da wir die Folgen des Bombenabwurfs nicht überliefert hätten, erübrigten sich auch Spekulationen über Sprengkraft und Explosionspunkt der Bombe."

Es gibt aber offenbar keine Möglichkeit mehr, um an eine valide Darstellung einer solchen Schauung Irlmaiers zu kommen, welche der einzig akzeptable Nachweis wäre.
Selbst Zeitzeugen berichten weitestgehend die "offizielle Adlmaierdarstellung", wobei über die Jahrzehnte wohl noch allerhand hinzugekommen ist (so vermutlich bei Gärtner) und Entstellungen entstanden.

Und es könnte auch in einer Vögel-aus-dem-weißen-Sand-Schau durchaus ein wahrer Kern stecken. Wenn irgendjemand auf dem Forum hier mal beigetragen hat, dass auch die Engländer im Zweiten Weltkrieg Gift aus Flugzeugen einsetzen wollten, und womöglich auch die Deutschen (und dass Irlmaier darüber Kenntnis gehabt haben könnte), dann ist das zwar ein Einwand, aber der wischt damit die Gelbe-Staub-Vision von Irlmaier überhaupt nicht vom Tisch. Denn sie hat merkwürdige Details, die nur schwer auf Tradition vor Irlmaier zurückgeführt werden können.

Wie gesagt gibt es keine Möglichkeit, an eine valide Darstellung einer solchen Schauung Irlmaiers zu kommen, welche der einzig akzeptable Nachweis wäre.
Die Feststellung, daß viele Irlmaieraussagen Plagiate älterer Prophezeiungen sind, sich die Darstellungen von Text zu Text unterscheiden (also nicht konsistent sind) und zeitgenössische Ideen vorhanden sind, führt zu dem Schluß, daß die vorliegende Fassung als Bericht eines vermeintlich zukünftigen Ereignisses unbrauchbar ist. Die Tatsache, daß eine vergleichbare Aktion von den Engländern angedacht war, kann nicht einfach ignoriert werden. Sie taugt zumindest als Indiz.

Man bedenke auch folgendes: Der "gelbe Strich" ist unmittelbar abhängig vom "russischen Feldzug", den man durchaus als moderne Variante des Endzeitmotivs "Gog und Magog aus dem Inneren Asiens" begreifen kann. Insofern (was zu diskutieren wäre) das eine fixe Idee ist, die sich ohne seherische Grundlage von der Birkenbaumsage bis zur Irlmaier durchzieht, kann man auch den gelben Strich als reales Ereignis vergessen, da er keine Reaktion auf einen nicht stattfindenden Feldzug sein kann.

Welche Details wären es außerdem, die nur schwer auf Tradition vor Irlmaier zurückgeführt werden können?

Daß Irlamier auch überindividuelle Schauungen gehabt haben könnte (Konjunktiv), bezweifle ich nicht. Allerdings fehlt es uns an validen Nachweisen der Existenz solcher Schauungen.
Wie Gann bereits feststellte: "Eine seltene paraprognostische Gelegenheit war hier allem Anschein nach gegeben, welche jedoch vom Seher selbst und vor allem von der mitteleuropäischen wissenschaftlichen Gemeinschaft auf überaus leichtsinnige und verantwortungslose Weise verschleudert worden ist."

Daher poche ich immer auf möglichst ausführliche, wertneutrale und uninterpretative Schauungsdarstellungen. Bei den von mir mit "grün" markierten Quellen, haben sich die Lieferanten in der Regel wenigstens um eine solche bemüht. Ob es sich tatsächlich um Schauungen zukünftiger Ereignisse handelt, ist eine gänzlich andere Frage. Meine Skala unterscheidet zuvörderst zwischen "Fälschung" und "Nichtfälschung", womit immerhin schon ein großer Schritt getan ist im Vergleich zum üblichen Umgang mit dem Thema.

Wie man präkognitive Schauungen als solche vor dem Eintreffen sicher identifiziert, ist eine Fragestellung von eigener Brisanz.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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