Szenario: Vorbeiflug eines Zwergplaneten / großen Asteroiden (Schauungen & Prophezeiungen zum Weltgeschehen)

nickela, Dienstag, 17. Juli 2012, 16:18 (vor 2675 Tagen) @ Taurec14347 mal gelesen

Danke Taurec!

In vielen übereinstimmenden Zitaten haben die Infos gesteckt, mit denen ich meine Rechnungen zum Vorbeiflug eines großen Asteroiden / Zwergplaneten abgleichen wollte. Die Ergebnisse finde ich wirklich spannend:

Nimmt man die typische Dichte solcher Himmelskörper an (ca. 2 g/cm^3), würde bei einem Vorbeiflug in 10.000 km über der Erdoberfläche oder näher der vorbeifliegende Himmelskörper anfangen, sich aufzulösen - Stichwort Gezeitenkräfte. Loses Gestein auf der Oberfläche des Himmelskörpers würde sich ablösen und eine Trümmerwolke um den Himmelskörper bilden. Aus so einer Wolke können jede Menge Impakte resultieren.

Diese Aussage gilt für Himmelskörper beliebiger Größen. Nimmt man jetzt optische Größenangaben aus den Schauungen ("größer als der Mond", "größer als die Sonne", "doppelt so groß", "der ganze Horizont", "so groß wie der Mond", "ansehnlich groß", "drei oder viermal so groß", "riesengroß"), kann man weitere Berechnungen für unterschiedlich große Himmelskörper anstellen. Hier erstmal nur die Ergebnisse, den Rechenweg erläutere ich auf Anfrage gerne:

Vorbeiflug in 10.000 km Höhe, sieht so groß aus wie der Mond: ca. 100 km Durchmesser, bewirkt keine spürbare Verstärkung der normalen Gezeitenflut.
Vorbeiflug in 10.000 km Höhe, sieht doppelt so groß aus: ca. 200 km Durchmesser, bewirkt eine doppelt so starke Flut wie normal, bei Überlagerung mit der normalen, durch den Mond hervorgerufenen Flut eine dreimal so hohe Flut.
Vorbeiflug in 10.000 km Höhe, sieht gut viermal so groß aus wie der Mond / die Sonne: gut 400 km Durchmesser, knapp 20 mal so starke Flut wie normal.

Die normale Flut hebt den freien Ozean um 30 cm und bringt in ungünstig geformten Buchten Tidenhübe von über 10 m zustande. Nehmen wir die "vier mal so groß"-Variante, wären das Fluten auf offener See von 6 m. Zum Vergleich: Tsunamis haben auf offener See weniger als 1 m Höhe... Auch die Erdkruste wird durch Gezeitenkräfte durchgeknetet. Das tägliche Kneten durch den Mond sind die Bruch- und Subduktionszonen "gewöhnt", aber ein 20 mal so starkes Kneten dürfte etliche Beben gleichzeitig auslösen, die sonst erst innerhalb von Jahrzehnten später aufgetreten wären, und das global.

Der Vorbeiflug würde so aussehen, dass sich ein intakter, aber wegen seiner geringen Größe ungewöhnlich stark zerfurchter Himmelskörper nähert, größer und größer wird, ziemlich schnell über den Himmel zieht, bei größter Annäherung sichtbar Brocken verliert, und sei es nur dass "Staub" oder "Rauch" aufzusteigen und sich von ihm abzusondern scheint, und dann, diesen "Staub" oder "Rauch" hinter sich herziehend, wieder kleiner wird und verschwindet. Die am spektakulärsten aussehende Phase der Annäherung dürfte einen knappen halben Tag dauern. Bei größter Annäherung würde sich der Himmelskörper alle 20 bis 30 Sekunden um einen Durchmesser weiterbewegen, was schon ziemlich zügig ist.

Das passt ziemlich gut zu vielen Beschreibungen, wie ich finde...

Gruß

Nickela


Et ess wie et ess, et kütt wie et kütt onn et hat noch emmer jot jang.


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