Massive Wolke statt Kometenschweif (Schauungen & Prophezeiungen zum Weltgeschehen)

nickela, Dienstag, 17. Juli 2012, 01:04 (vor 2676 Tagen) @ peacefool14306 mal gelesen

Hi Peace,

ein Kometenschweif ist fast durchsichtig und definitiv zu dünn, um das komplette Sonnenlicht abzuschatten. Aber ich tippe auch auf Kometenmaterial.

Staubwolken unterliegen im Weltraum seeeeeeeeehr schwachen Gravitationskräften, die die Wolken zusammenziehen. Im weitesten Umfeld des Sonnensystems gibt es keine Staubwolke, die sich durch Gravitation so weit verdichten könnte, dass sie die Sonne verdunkelt. Sowas hätte Sterne verdunkeln und im Lauf der Jahre weiterziehen und sich verändern müssen, das wäre schon längst beobachtet worden.

Also müsste eine solche Wolke aus massiverem, pulverisiertem Material entstanden sein. Sprich: Aus Asteroiden oder Kometen, oder aus dem Mond oder Merkur oder Mars. Nur um alle Möglichkeiten aufzuzählen. Es gibt zwei Prozesse, die massive Körper im Weltraum pulverisieren können: Zusammenstöße und Gezeitenkräfte. Die Physik zu den Gezeitenkräften kann man im gleichnamigen Wikipedia-Artikel schön nachlesen. Ergebnis ist, dass es im ganzen Sonnensystem keinen Himmelskörper gibt, der einen anderen pulverisieren kann. Der Jupiter kann Kometen in einzelne Brocken zerreißen, aber nicht zu Staub. Alle anderen Körper im Sonnensystem sind schwächer. Bleibt also ein Zusammenstoß.

Beim Zusammenstoß von zwei Brocken gilt grob die Physik des unelastischen Stoßes, wobei das nicht ganz stimmt, weil zu viel Material nach dem Zusammenstoß wegspritzt. Stoßen zwei Körper frontal zusammen, spritzt das meiste Material seitwärts auseinander. Treffen sie sich im rechten Winkel, entsteht ein Trümmerfeld, das grob gesprochen innerhalb des eingeschlossenen rechten Winkels schnell auseinanderspritzt. Nur bei einem "kosmischen Auffahrunfall" fliegt die meiste Materie in eine gemeinsame Richtung weiter. Überlegt und rechnet man, kommt man darauf, dass eine Dichte Staubwolke am besten durch einen "langsamen" Auffahrunfall zweier etwa gleichschwerer Kometen erhält. Dann spritzt ein Teil der Materie langsam seitwärts auseinander, die ganze Wolke fliegt aber im Großen Ganzen in die gemeinsame Richtung weiter.

Faszinierend ist folgendes Zahlenbeispiel: Der Halleysche Komet (zuletzt aufgetaucht 1986, die Jahreszahl, die der WV im Zusammenhang mit dem Funkenregen gehört hat!) ist sehr schnell, in seinem sonnennächsten Punkt ca. 54,5 km/s. Ein Komet, der direkt aus Oortschen Wolke kommt, ist 55 km/s schnell. Beide hätten im Punkt eines "Auffahrunfalls" also eine Geschwindigkeitsdifferenz von 500 m/s. Der Auffahrunfall würde in Längsrichtung des Halleyschen Komten 80 Sekunden dauern, in Querrichtung 16 Sekunden. Da stoßen also zwei schwammartige Sand/Schneebälle über eine 1/4 bis 1 1/2 Minuten zusammen - da kann man sich vorstellen, dass sich diese Milliarden von Tonne Material zwar gegenseitig pulverisieren, aber dieses Pulver nicht übermäßig schnell auseinanderfliegt. Eine grobe Schätzung meinerseits ergibt, dass die Wolke pro Tag ca. 50.000 km breiter werden würde.

Die Bahn des Halleyschen Kometen quert die Erdbahn im Mai und im Oktober. Aus seinem Schweif stammen zwei Meteoritenschauer, die uns jedes Jahr mit Sternschnuppen erfreuen. Ein Zusammenstoß könnte die Bahn so weit verändern, dass die Staubwolke im August die Erdbahn quert... Aber das ist Spekulation.

Übrigens: Asteroidenmaterie ist so dicht, dass sie beim Zusammenstoß eher Brocken und Schotter bildet als Sand und Staub. Kometen sind eh schon schwammartig und von sandiger Konsistenz, so dass Kometen das ideale Ausgangsmaterial für eine Staubwolke bilden.

Der Halleysche Komet ist dabei auch noch einer der schwärzesten Brocken, der durch's Sonnensystem fliegt (siehe dazu auch den gleichnamigen Wikipedia-Artikel), so dass sein Staub ideal dafür geeignet wäre, Sonnenlicht zu schlucken. Das nächste Mal haben wir 2061 die Ehre seines Vorbeiflugs. Gibt es Hinweise auf dieses Jahr als das des Geschehens?

Gruß

Nickela


Et ess wie et ess, et kütt wie et kütt onn et hat noch emmer jot jang.


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