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Die richtige Herangehensweise (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂ @, München, Mittwoch, 10. Oktober 2018, 08:12 (vor 539 Tagen) @ Sarah3430 mal gelesen
bearbeitet von Taurec, Mittwoch, 10. Oktober 2018, 08:18

Hallo!

Das viele Fragen kommt daher, dass ich stets versucht hab, möglichst zuerst genau herauszufinden, was der andere wirklich meint, bevor ich was dazu sag, einfach um zu verhindern, ihn misszuverstehen. Also eigentlich versuchte ich achtsam zu sein.
Sorry, das kam wohl auch falsch an.

Dein Problem ist doch eigentlich folgendes:
1. Du bist interessiert (das ist noch kein Problem ;-)), stellst eine Reihe Frage, bringst Theorien ein.
2. Du erwartest eine bestimmte Antwort, die auf eine bestimmte Art / mit einem bestimmten Inhalt daherkommen soll. Zugleich wartest Du die Antwort nicht ab, hast nicht die Geduld, das Thema sich entwickeln zu lassen.
3. Du bist unzufrieden mit der Reaktion, stellst weitere Fragen. Die Leute, insbesondere ich, antworten in knapperen Worten, als es für das Thema eigentlich nötig wäre. Natürlich bist Du damit auch nicht zufrieden.
4. Dann fällst Du ein abschließendes Urteil, obwohl am Thema allenfalls oberflächlich gekratzt wurde. Dabei unterstellst Du, daß bereits alles gesagt wäre und Du erkannt hättst, was der andere dächte.

Das wurde überdeutlich an Deiner letzten E-Mail an mich, die aus einer Reihe Unterstellungen und Annahmen über mich bestand, für die es allerdings überhaupt keine Grundlage gibt. Ich habe darauf nicht geantwortet, da ich keinen Sinn darin sehe, ständig zu korrigieren, was andere persönlich über mich meinen (soll doch jeder glauben, was er will), und in eine verhängnisvolle Rechtfertigungsspirale zu geraten.
Die folgenden Punkte scheinen mir aber exemplarisch für die Allgemeinheit behandlungswürdig, da sich daran die sinnvolle Herangehensweise darstellen läßt und Du Deine Kritik ohnehin schon öffentlich formulierst.

Du unterstellst mangelnde Differenzierungsfähigkeit, obwohl wir in der Diskussion allenfalls die groben Standpunkte geklärt haben, ohne in die Tiefe zu gehen.
Du unterstellst mangelnde Gründlichkeit in der Herangehensweise, obwohl wir bis zum Grunde noch gar nicht vorgedrungen sind. Wir haben in der Thematik der "Geister als psychologische vs. transzendente Phänomene" ein paar einleitende Gedanken formuliert, aber keinen einzigen konkreten Fall beleuchtet, wie wir es bezüglich Schauungen seit Jahren tun.
Du unterstellst Leichtgläubigkeit, obwohl Dir mangels einer tiefergehenden Diskussion überhaupt nicht klar sein kann, wie ich oder andere zu ihren Ansichten gekommen sind. Diese sind übrigens nicht fest, sondern können sich durchaus entwickeln, wie der Wandel der Standpunkte zu Schauungen/Prophezeiungen über die letzten 10 Jahre deutlich gezeigt hat. Voraussetzung ist aber, daß darüber diskutiert wird, weil das bloße Bekunden einer Meinung durch einen anderen natürlich für mich kein Grund sein kann, die meine zu ändern.
Du unterstellst, ich würde andere Argumente nicht an mich heranlassen. Dabei sind wir zu Argumenten doch gar nicht erst gekommen, sondern bei bloßen Meinungen verblieben. Wurdest Du etwa auch von der jahrzehntelang durchdemokratisierten Atmosphäre in diesem Lande derart vernebelt, daß Du Meinungen über alles stellst, wobei einerseits jeder seine Meinung sagen können soll, ohne diskriminiert zu werden, während zugleich alle anderen am Besten die eigene Meinung übernehmen sollen, die ja das Zentrum aller Dinge ist? ;-)

Das Vorgehen sollte doch wie in jeder wissenschaftlichen Arbeit ablaufen:
1. Bestimmung und Darstellung des Themas / der Problemstellung
2. Darstellung der Grundlagen, der bisherigen Theorien, Einführung und Definition der nötigen Begriffe, die in der weiteren Erörterung herangezogen werden sollen und müssen. Dabei kann es an dieser Stelle logischerweise noch nicht darum gehen, widersprüchliche Theorien gegeneinander auszuspielen und "einen Sieger zu ermitteln". Man muß die Dinge ja erst mal einführen, damit klar ist, worum es (in Abhängigkeit von der Problemstellung) geht.
3. Bestimmung einer Methodik. Hier im Forum wäre das plattformbedingt schlicht das Sichten und Auswerten zahlreicher konkreter Einzelfälle, um zu bestimmen, ob die Theorien in deren Lichte falsifiziert werden, bzw. ob gar ein neues Modell nötig ist.
4. Anwendung dieser Methodik. Sammeln und Austausch von Pro- und Contraargumenten zu den einzelnen Theorien. Bildung neuer Theorien, um auftauchende Erklärungslücken zu schließen.
5. Ein Fazit, wobei es wohl nicht auf ein Entweder-oder-Urteil für oder gegen Parapsychologie oder Psychologie hinausläuft, sondern auf ein Sowohl-als-auch, einen Kompromiß, in dem jedem Ansatz der Erklärungswert zukommt, der ihm entspricht.

Du aber springst gleich von 2. zu 5. und machst zum Vorwurf, daß andere nicht Deine Theorien auf Anhieb teilen. Zugleich unterstellst Du mangelnde Auseinandersetzung mit dem Thema, die Du ja selbst überspringst. So gebrichst Du eigentlich der Offenheit, deren Mangel Du mir unterstellst.
Nicht zuletzt kommst Du auf diese Weise zu pauschalen Unterstellungen, z. B. daß ich verkappter Esoteriker wäre, daß ich die Psychologie negiere – eine ganze Wissenschaft über einen Kamm scheren (!), ohne einzelne Theorien und Paradigmen zu betrachten; natürlich sind einzelne Ansätze durchaus verdammenswert, andere sicher nicht. Dann machst Du zum Vorwurf, daß ich an "Foppgeister" glaubte, wobei dieser Begriff gar nicht ergründet wird. Wie kommst Du darauf zu wissen, was ich darunter verstünde? Aus diesen unzureichenden Grundlagen ziehst Du ein Urteil, das die Qualität dieser Seite insgesamt in Zweifel zieht. So machst Du im weiteren den Vorwurf, ich würde neuere Schauungen überbewerten, obwohl ich die Seher gar nicht kennte. Woher zum Teufel willst Du denn wissen, wen ich alles kenne oder nicht? Frag doch erst mal nach, aber nicht zu allen auf einmal, sondern mit Fragen, die sich beantworten lassen! Wer alles auf einmal wissen will, bekommt eine knappe Antwort mit unbegründeten Zusammenfassungen, die nicht befriedigen können.

....ziehe weiter....hoffe, es klappt nun :-)

Wenn Du Dich auf die langsamere Dynamik eines Fachforums (das ja in unser aller Leben nur eine Randerscheinung sein kann) nicht einlassen kannst, wenn Du nicht kleine Fragen stellen und nicht abwarten kannst...?

Dir sollte klar sein, daß Du (und alle anderen) als Einzelpersonen massig Fragen stellen kannst, während ich von hunderten Personen belagert werde.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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