Ich bin mir fünfzigprozentig sicher (Schauungen & Prophezeiungen)

Ranma, Montag, 08. Oktober 2018, 05:33 (vor 639 Tagen) @ Harald Kiri3750 mal gelesen

Hallo!

Was willst Du mir damit sagen? Hätte ich bei der Beschreibung meiner "Gotteserfahrungen" diesen Teil weglassen sollen?

Nein. Möglicherweise ist es auch dir noch nicht ganz klar: Für die meisten Menschen ist es nicht normal, die Stimme Gottes zu vernehmen. Falls man das jedoch weiß und irgendwann die Stimme Gottes vernimmt, dann wird man das sicherlich für etwas Besonderes halten. Ich gehe nicht davon aus, daß jeder so reagiert, daß er gleich anfängt zu feilschen. Ich will also sagen, daß deine Gotteserfahrungen bis dahin doch ziemlich den biblischen solchen entsprechen.

Objektiv falsch bedeutet, nachprüfbar falsch. Wenn die Antworten nachprüfbar sind, dann kenne ich natürlich die nachprüfbar richtigen Antworten, sonst wären sie nicht objektiv richtig.

Beispiel: Wenn Gott mir auf die Frage, was im nächsten Monat passieren wird, mitteilt, dass in Indonesien in einer größeren Stadt (den Namen der Stadt weiß ich nicht mehr, da sich die Vision ja als FALSCH herausgestellt hat) ein Meteoriteneinschlag geschieht und ich Bilder dazu sehe, ganz klar, die Stadt aus der Vogelperspektive mit einer spezifischen Form der Rauchsäule und es passiert nichts dergleichen, dann hat er gelogen. Natürlich könnte ich jetzt spekulieren, dass er mir etwas gezeigt hat, das später noch passieren wird, er hätte trotzdem gelogen.

Steinchen hageln ständig auf die Erde. Das ist so etwas von trivial, daß ich mich über euch beide wundere, wieso ihr das zum Thema macht. Falls diese Entität behauptete, Gott zu sein, dann würde ich einen eindrücklicheren Beweis verlangen. Der Halbjapaner, den ich schon erwähnte, geht davon aus, daß neben Gott auch Dämonen zu ihm sprechen. Von dem, was er anderen predigt und ich davon mitbekomme, habe ich den Eindruck, daß das Tag für Tag bizarrer wird. Trotzdem scheint ihm das so ziemlich jeder abzunehmen und ihn als eine Art Autorität anzuerkennen.

Die Diskussionen waren belanglos, so dass ich die meisten vergessen habe. Es waren Streitgespräche, bei denen ich meine Einwände hatte.

Das ist auch schon bedenklich, wenn eine Entität Gott sein will, aber nichtmal deine Einwände ausräumen kann. Ich wundere mich, warum du belanglose Diskussionen führst, wenn die Chance, Antworten auf die wirklich großen Fragen zu erhalten, scheinbar zum greifen nahe liegt. Ich wundere mich aber auch, warum eine Entität, die dermaßen falsch ist, erhebende Gefühle und Heilkräfte verleiht.

Das (unterstrichene) sehe ich inzwischen anders. Du könntest Recht haben, solange es sich in einem korrigierbaren Zustand befindet. Sobald irreparable materielle Schäden auftreten, wird diese Aussage zu Wunschdenken. Ein abgetriebenes Kind kann seine Inkarnation nicht vollenden. Terroranschläge (damit sind auch die beiden Atombombenabwürfe und die versuchte Auslöschung deutscher Städte 1945 gemeint) treffen willkürlich Menschen, deren Lebensplan noch nicht vollendet ist.

Du verstehst mich ein bißchen miß. Eigentlich meinte ich, daß es für uns genug zu tun gäbe, auch wenn es nicht noch zusätzlich Terroranschläge gäbe. Allerdings bin ich mir dabei nur fünfzigprozentig sicher. Ich habe kürzlich von aprilzi auf dem Gelben Forum gelesen, daß in Bulgarien an der Grenze zur Türkei Kühe und Ziegen an Seuchen sterben und sich Bulgarien dagegen mit einem Grenzzaun zu schützen versucht. Solche Seuchenbekämpfung wäre eine Aufgabe für inkarnierte Menschen. Aber aprilzis Bericht ging noch weiter und er meinte dazu, daß die Seuchen absichtlich von Geheimdienstlern in Umlauf gebrachte Biowaffen wären. In dem Fall müßte man die Seuchen nicht weniger aufhalten, aber man hielte statt einer natürlichen Seuche einen Terroranschlag auf. Man würde die gleichen Mittel dafür verwenden. Die eine Variante ist also genau wie die andere eine Aufgabe für inkarnierte Menschen. An der Aufgabe ändert sich nichts.

Falls aprilzi Recht haben sollte, dann wäre nicht minder möglich, daß sämtliche Probleme von dieser jener Art Terroristen verursacht werden. So gäbe es vielleicht keine ernährungsbedingten Krankheiten, wenn die Nahrungsmittelindustrie den Nahrungsmitteln nicht alle Vitamine entziehen würde? In dem Fall wäre es keine zusätzliche Schikane, sondern die einzige Aufgabe, die Terroristen aufzuhalten.

Die Zwillingsbrüder Jakob und Esau sollen für Juden die Beziehung des Dies- und Jenseits darstellen? (Bei esoterisch angehauchten Christen kann ich es mir vorstellen)

Gerade weil es Zwillinge sind. Daß sie Brüder sind, also beide männlich, steht dem viel mehr entgegen. In der jüdischen Auslegung ist das Weltliche normalerweise weiblich. Weil Jakob und Esau beide männlich sind, müßte es sich eigentlich um einen Konflikt Geist gegen Geist handeln.

Nach dem jüdischen Glauben gibt es kein Jenseits.

Jetzt wirst du aber albern.

Höchstens ein Totenreich, in dem die Menschen aufbewahrt werden, bis der Messias kommt, alle Gojim vernichtet und alle rechtgläubigen Juden aus ihren Gräbern materiell auferstehen lässt (Hesekiel 37, 12-14). Deshalb ist es so frevelhaft, jüdische Friedhöfe zu "schänden", allein schon durch Überbauen.

Das Judentum hat sich während seiner langen Geschichte immer wieder verändert und auch in mehrere Konfessionen aufgespalten. Genau wie jede andere alte Religion.

Diese Motive haben sich zum Teil auch im christlichen Denken manifestiert. Bei Jehovas Zeugen materiell, im Glauben an die baldige Wiederkunft Christi, wie viele sie aus der Bibel herleiten, in einem Spektrum von materiell bis geistig.

Eine seltsame Herleitung.

Das vergisst völlig 2. Mose 17 ab Vers 8. Israel (der neue Name Jakobs, der zum Namen des Volkes geworden ist) kämpft und siegt gegen Amalek (der Name des Enkels Esaus, der ebenfalls zum Namen eines Volkes geworden ist) und Gott möchte den Namen Amalek aus der Geschichte tilgen und damit die Amalekiter vollständig vernichten (5. Mose 25, 19 und 1. Samuel 15,18). Nach Deiner Interpretation hätte also das Diesseits über das Jenseits gesiegt.

Hat es das etwa nicht? Werden nicht sogar von den meisten Bibelgläubigen die esoterischen Schichten der Bibel übersehen?

Da kann man mal sehen, was nachträgliche vergeistlichte Interpretation eines aus dem Zusammenhang gerissenen Zitats für Blüten treiben kann.
Deine esoterische Interpretation, auf den gesamten Kontext angewendet, passt allerdings schön zu meiner Interpretation des Gottes des AT, der seine Anhänger genau das Glauben machen will ;-).

Nachträglich vergeistlichte Interpretationen sind unter christlichen und jüdischen Esoterikern üblich, weil die esoterische Schicht zwar als zentral gilt, aber nicht als die einzige Schicht der Heiligen Schrift. Während das Neue Testament kenntlich macht, wenn ein Gleichnis erzählt wird, und dieses von der biographischen Schilderung abgegrenzt ist, gibt es im Alten Testament keine solche Unterscheidung. Die Verfasser schrieben historische Ereignisse teils erst Jahrhunderte später auf und nutzten die Gelegenheit, die nicht mehr nachprüfbaren Ereignisse mit moralischen und esoterischen Lehren zu verknüpfen. Was später mit den Amalekitern passiert kann man daher sowohl als Fortsetzung als auch als eigenständige Geschichte betrachten. Laut Wikipedia wurden die Amalekiter erst von Moses besiegt, dann von Saul ausgerottet, danach von David unterworfen und schließlich von Hiskia nochmal ausgerottet, was einige Rabbiner nicht davon abhält zu lehren, daß es noch heute Amalekiter gebe. Für manche Juden können sie mit heutigen Völkern identifiziert werden, für andere Juden gehören nur einzelne Menschen, ungeachtet ihrer ethnischen Herkunft, zum Volk der Amalekiter. Diese sind also kein richtiges Volk.

Genau. Genau so listig, wie sich Jakob gegen Esau verhalten hat, als er Demut und Unterwerfung vortäuschte, die er nicht einmal bereit war, Gott zu geben. Denn das Trauma des Betrugs ließ ihn nicht los. Aber aus Angst vor der Armee Esaus und als es zu spät war, zu fliehen, überlistete er Esau erneut.
Danke für die Verknüpfung, sie bestätigt genau das. Seid Listig und trügerisch, damit Ihr den Willen unseres Gottes (Meine Interpretation dieses Gottes kennst Du) erfüllen könnt.

So kann man es auch sehen. Das ist dann keine esoterische Ebene. Vielleicht eine psychologische, denn das menschliche Verhalten wird treffend beschrieben.

Die Welt ist voll mit Schandtaten, die Menschen begangen haben, um den Willen Gottes zu erfüllen. Die Ansicht des alten Fritz gefällt mir da viel besser, der sagte: "Wenn Gott ein Problem mit Fichte hat, soll Gott das mit ihm klären."

Diese Ansicht gefällt auch mir besser. Wenn man sie doch nur den Religioten begreifbar machen könnte!

Ich habe niemals behauptet, dass Gott ungerecht ist, aber ich glaube, dass sein Konzept ein ganz anderes ist, als die Bibel und viele Gläubige uns weismachen wollen.

In dem Punkt sind wir einer Meinung.

Offensichtlich gehört es zu seinem Konzept, dass wir (auch willkürliche Gewalt er-) leiden und sterben. Sein Fokus scheint weitaus universeller zu sein, als wir uns das vorstellen.

Universeller kann man es auch nennen. Ich gehe sogar so weit, Seinen Fokus als egoistisch zu bezeichnen.

Aber diese Welt ist ungerecht und kann auch gar nicht anders sein. Und Gott ist nicht Herrscher dieser Welt.

Auch in dem Punkt kann ich nur zustimmen. Vermutlich liegt jedoch gerade darin der Sinn unserer Inkarnationen in der Welt. Wie bekämpfen sich ewige und unsterbliche Wesen? In so einem Krieg erlangt niemals eine der Seiten einen Vorteil, es sei denn, man erschafft ein Umfeld (die Materie), in dem das möglich ist.

Übrigens, die Geschichte mit Jakob und Esau zieht noch weitere Kreise. Im Talmud (Megillah 6b) wird erwähnt, dass ein Nachkomme der Amalekiter überlebt hat. Germamia.
Schon Rabbi Yaakov Emdem (1695 - 1776) sagte (Beyond Faith, ISBN 9781436356800): "Germamia: It is likely, that this refers to Germania."

Wußte ich nicht, aber ein schöner Hinweis darauf, daß die Amalekiter nicht einfach ein historisches Volk sind. Möglicherweise sind sogar alle Nichtisraeliten Amalekiter. Das könnte einen Konflikt Geist gegen Geist erklären, weil die Amalekiter anderen (beispielsweise faustischen) Geistes sind als die Wüstenbewohner.

Also gibt es heute eine immer größer werdende Bewegung, die es als immer noch bestehende Aufgabe Israels ansieht, Esau, also die Amalekiter, somit Germamia, sprich Deutschland oder noch globaler die weiße Rasse zu vernichten. Vorher kann ihr Messias nicht kommen.

Das ist im Judentum eine ähnlich schräge Ableitung wie im Christentum. Ein weltlicher Messias ist bestenfalls ein Oxymoron. Der Glaube an einen solchen ist eine kaum noch zu unterbietende Degenerationsstufe sowohl des Judentums als auch des Christentums. Auf dieser Stufe dürften sie nicht mehr zu reparieren sein und werden daher etwas Neuem weichen müssen. Leider dürfte das noch ein paar Jahrhunderte dauern.

Gruß,
Ranma


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