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Motive der Endzeitprophetie (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂ @, München, Samstag, 29. September 2018, 18:20 (vor 647 Tagen) @ Ranma4157 mal gelesen

Hallo!

Geht es darum, daß es in Köln ist, oder darum, daß es eine Kaiserkrönung ist? Geht es um des Waldviertlers Vision, dann zitiere ich dazu Taurec: „Irgendetwas muß er gesehen haben.“ Das war eine Schlußfolgerung daraus, daß die Schau so alt ist, daß die Ich-Perspektive eines Fremden noch als besonders ungewöhnlich galt.

Seitdem der Bauer aus Selb offenbar die "roten Hüte" gesehen hat, die nachgewiesenermaßen die u. a. einem fiktiven Mühlhiasl zugeschriebene Erfindung des Volksmundes sind, ist offensichtlich, daß man bei Sehern, die parallel Prophezeiungsliteratur konsumieren, vorsichtig sein sollte.
Offenbar kommt es schon mal vor, daß jemand Dinge sieht, die eigentlich rein literarisch sind.

Es gibt zwar einen begrifflich und semantisch klar erkennbaren und beschreibbaren Unterschied zwischen Schauungen und Prophezeiungen (Wahrnehmung vs. Wortaussage), allerdings sind Schauungen wohl nicht vor Störeinflüssen auf Information und Informationsverarbeitung gefeit.

Die Kaiserkrönung im Kölner Dom ist schon deswegen unwahrscheinlich, weil sie auf die Motive der christlichen Endzeitmythologie "großer Monarch" und "Endschlacht am Birkenbaum" zurückgeht. Der große Monarch ist aber eine reine Fabelgestalt, die man sich als Protagonist für die Ereignisse der letzten Tage im Laufe der Zeit zusammengedichtet hat. Die Endschlacht in Westfalen ist die aus dem nahen Osten (Armageddon) nach Europa transferierte Endschlacht, nachdem sich der Schwerpunkt des Christentums aus seinem Entstehungsgebiet nach Europa verlagert hat. Gog und Magog kommen nun nicht mehr über den Kaukasus durch Syrien, sondern aus Rußland und werden am Rhein besiegt.

Eine Frage wäre, ob konkreten gesehenen Bildern reale zukünftige Ereignisse zugrundeliegen, die mit den Motiven der Endzeitprophetie interpretiert und erklärt wurden. So könnte z. B. ein zukünftiger echter Imperator als "großer Monarch" interpretiert werden, wobei es sich natürlich mehr um die Zuschreibung eines mythologischen Motivs an eine reale Person handeln würde.

In München passiert nichts ist keine Aussage und braucht daher die Tonne nicht verstopfen.

Nicht zuletzt ist nicht auszuschließen, daß Irlmaier diese Aussage lediglich tätigte, weil er in den Lebensläufen seiner mehrheitlich aus Südbayern stammenden Besucher (also während der gesamten bisherigen BRD-Epoche) keine Katastrophe sah. Auf Gundlage seines unbeirrbaren Prophezeiungsglaubens in Verbindung mit intellektueller Unbedarftheit eines einfachen Bauern schloß er womöglich: Dann passiert in München und Südbayern wohl nicht viel? :irre:

Das Priestergemetzel ist auch in der Tonne?

Das liegt an einer der untersten Stellen in der Tonne, weil es sich hierbei lediglich um die dem christlichen Selbstbild gemäße Verfolgung des einzig wahren Glaubens in der Endzeit handelt. Die Frühchristen haben als Juden freilich den jüdischen Auserwähltheitsmythos übernommen und mit dem neuen Etikett der Christen als Gottes Volk weitergeführt. Entsprechend müssen sie am Ende der Zeiten, also der Naherwartung entsprechend jederzeit, ganz böhse verfolgt werden. :mauer:

Ürigens ist die Teuerung in der Prophetie (u. a. Mühlhiasl: "es herrscht eine grosse Inflation, das Geld verliert an Wert") ebenfalls nur ein Ausfluß der Endzeitprophetie, nachdem in der Offenbarung, Kapitel 6,5-6 zu lesen ist: "Als es das dritte Siegel öffnete, hörte ich das dritte Wesen rufen: 'Komm [und sieh]!' Und ich sah, und siehe, ein schwarzes Roß, und der auf ihm saß, hatte eine Waage in seiner Hand. Ich hörte inmitten der vier Wesen eine Stimme rufen: 'Ein Maß Weizen um einen Denar und drei Maß Gerste um einen Denar! Dem Öl aber und dem Wein füge keinen Schaden zu!'"

Dergleichen Aussagen sollten aber nicht anläßlich einer zukünftig zwingend irgendwann (und auch viele Male in der weiteren Menscheitsgeschichte) eintretenden Teuerung als erfüllt betrachtet werden nach dem Motto: "Jetzt geht's aber endgültig und ein für alle Mal loohoooos!!!" ;-)

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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