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... und sogar noch ein besser Geist des Familienlebens ... :-) (Schauungen & Prophezeiungen)

BBouvier @, Donnerstag, 03. September 2015, 19:48 (vor 1678 Tagen) @ Phillinger4913 mal gelesen
bearbeitet von BBouvier, Donnerstag, 03. September 2015, 20:06

Schließlich sagte er auch:
"Bald nach dem russisch-türkischen Krieg wird auch England durch Kriege heimgesucht werden."


Hallo, Phillinger!

Ja...schon gut! *gg*

Du hast völlig recht:
"...haben die Russen nach der Endschlacht
noch Kraft einen Krieg gegen die Türken zu führen?
"

Eben! :-D

Sie nur mal, was gegen 1866 der Autor des "Velten"
an die Aussagen am Ende des Textes noch schwadronierend angehängt hat:
=>
" Im wilden Ungestüm werfen sich ihre (die der USA!) Heere,
als sie untereinander ihren Streit abgemacht hatten,
(der damalige US-Bürgerkrieg 1861/65)
beinahe noch von den Schlachtfeldern hinweg
auf das benachbarte Reich Mexiko, über welches Reich der Kaiser
Napoleon, nachdem er den Freistaat erobert, einen österreichischen
Prinzen als Kaiser gesetzt hatte.
Die Arbeit war eine leichte, den neuen Kaiser vom Thron zu stürzen.
Da eilt Frankreich mit seinen Kriegsschiffen herbei,
um sehen Schützling zu unterstützen.
Blutige Seeschlachten werden nun geschlagen und bis nach Frankreich
herüber segeln die kecken Amerikaner, um die Seestädte
daselbst zu beschießen und zu zerstören.
Zahllose Schwärme von bewaffneten Schiffen zeigen sich überall,
wo ein französisches Schiff auf der See sich erblicken läßt.
Während so Frankreich kämpft und fort und fort den kürzeren zieht,
lachen seine früheren Bundesgenossen die Engländer
und freuen sich im Stillen, daß den Übermütigen Franzosen die Köpfe
blutig gewaschen werden und ein stolzes Kriegsschiff
derselben um das andere verloren geht, zu tot gehetzt von zahllosen
kleinen amerikanischen Schiffen, die wie die Hornissen
über ein Pferd, so über die riesengroßen Kriegsschiffe herfallen.
Endlich muß Frankreich unterliegen.
Aber darum verstummt der Donner der schweren Riesengeschütze nicht –
denn nun gilt die wilde Kriegsjagd den Engländern.
Ihre Besitzungen an den Grenzen der Amerikaner
werden von zahllosen Landtruppen angegriffen und erobert
und auf der See entspinnt sich ein noch viel blutigerer Kampf.
Wohl gelingt es den Engländern, manche schöne amerikanische
Hafenstadt halb in Asche zu legen mit dem furchtbaren Feuer
ihrer Kriegsschiffe; aber dafür fallen Tausende von Millionen
an Waren den flinken, verwegenen Amerikanern in die Hände.
Auf allen Meeren der Welt in Ost- und Westindien,
wie in Australien und Europa treffen die Gegner mit ihren Schiffen
auf einander im verzweifelten Kampfe.
Jetzt ist das Lachen an den Franzosen und mit ihnen
gönnen es noch viele Nationen den Engländern,
daß ihnen endlich einmal die Herrschaft auf den Meeren bestritten wird
und sie zuletzt der Macht eines jungen Volkes unterliegen müssen.
Laut schallt der Jubel, den man England zuruft:
Hochmut kommt vor dem Fall.
Fast um die gleiche Zeit entbrennt das Kriegsfeuer in Italien.
Wohl hat der König Viktor Emanuel manche Staaten eingenommen
und seine Hausmacht bedeutend vergrößert.
Aber das Reich will doch nicht einig werden,
obgleich es jetzt eine andere Hauptstadt hat.
Die unzufriedene Partei und die Anhänger der alten von Viktor Emanuel
gestürzten Könige zu Neapel haben sich zu einer starken Macht
zusammengeschart und kämpfen mit ihm um ihren alten Besitz.
Zu ihrer Unterstützung eilt Spanien herbei
und so zieht sich ein jahrelanger Kampf dahin,
dessen Ende man noch nicht absehen kann.

Drüben in der Nachbarschaft im türkischen Reiche
fällt alles auseinander, denn aufs neue hat sich Rußland
daran gemacht, Konstantinopel zu erobern
und zum Bundesgenossen Österreich gewonnen,
sowie den Vizekönig von Ägypten, welcher,
obwohl selbst ein Bekenner Mohammeds, doch die Gelegenheit ergreift,
einen großen Teil des türkischen Reiches an sich zu reißen
.
Vergebens suchen die Engländer den Sultan zu unterstützen
und den morschen Thron desselben aufrecht zu erhalten.
Sie sind von dem amerikanischen Krieg noch zu sehr geschwächt,
um der Macht der Russen und deren Verbündeten zu begegnen
und Frankreich mischt sich nicht in den Streit,
denn der Kaiser Napoleon liegt auf dem Sterbebette,
und zahlt der Natur den Tribut, den jeder Sterbliche entrichten muß.
Zahllose russische Heere stürmen gegen Konstantinopel
und der Sultan muß fliehen, nachdem er die letzte Schlacht
vor den Mauern seiner Hauptstadt verloren hat.

Jetzt ist der Halbmond erblaßt, der über vierhundert Jahre
über der Stadt geglänzt hat und wieder wird,
wie einst, das Kreuz auf der herrlichen Hauptkirche
daselbst weithin im Morgenlande strahlen.
Ein russischer Prinz nimmt jetzt seinen Sitz
als Stadthalter in Konstantinopel, welchem die Krone
in der heiligen Stadt Jerusalem aufgesetzt wird,
das nun auch von der Herrschaft der Türken befreit ist.

So trägt nun Rußland zwei Kaiserkronen,
die Krone von Moskau und die Krone von Konstantinopel,
und Österreich erhält zum Lohn für seine Beihilfe
große Länderstrecken weit hinunter an der Donau.
Während so ringsumher in der Welt große Ereignisse
und Veränderungen vorgehen, blüht der Friede in Deutschland...
Die Unwissenheit und Roheit nimmt ab und die Bildung,
bessere Sitten kehren mehr und mehr bei dem Volke ein.
Man glaubt unter ganz anderen Menschen zu wandeln wie früher.
Die Wirtshäuser sind nicht mehr gefüllt mit lärmenden jungen Gästen,
die saufen und fluchen und johlen und sich zuletzt herumraufen.
Sie betragen sich heiter und lustig aber nicht in roher Weise,
sie singen und brüllen keine wüsten Lieder mehr,
sondern erfreuen sich an gesitteten Weisen.
Prozesse und Händel aller Art werden immer weniger vor den Gerichten,
denn durch die vermehrte Bildung lernt das Volk auch seine Gesetze
besser kennen, aus deren Unwissenheit so mancher Streit entspringt.
Auch Zucht und Ordnung zeigt sich mehr unter den beiderlei
Geschlechtern, denn die vielen Hindernisse für die Ärmeren,
welche den Ehestand erschweren, sind jetzt beseitigt
und darum kehrt auch in diesen alten Übelstand
des bürgerlichen Lebens ein besserer Geist ein zum Segen
des Familienlebens.

So wären denn die 13 Jahre und ihre schweren Ereignisse
wie ihr glückliches Ende dem lieben Leser vor Augen gestellt,
um ihn zu stärken in den Tagen der Trübsal mit der gewissen Hoffnung,
daß auch in diesem Zeitraum das alte Sprichwort gilt:
Ende gut - alles gut!“ "

=>
:tonne:

Beste Grüße!
BB


- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."


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