Kapitalistische Infektion (Schauungen & Prophezeiungen)

Fenrizwolf @, Samstag, 05. September 2015, 05:26 (vor 1677 Tagen) @ JohnDoe784651 mal gelesen

Hallo JohnDoe78,

ich bin zwar kein Ökonom, sondern nur provinzieller "Krauter" mit bescheidener wirtschaftlicher Ausbildung, aber ich kam mir dabei immer vor wie ein Schauspieler oder Kriminologe, der versucht, die Welt des perversen Darzustellenden aus dessen Perspektive nachzuvollziehen.

Schulisch schien alles naiv und schlüssig, sofern so etwas Abstraktes und Häßliches überhaupt aufnehmbar war.
Da sind Regeln und theoretische Probleme, deren Optimierung schließlich betriebswirtschaftlichen oder volkswirtschaftlichen Erfolg herbeiführen sollen.

Allein so ein Wort wie Volkswirtschaft ist doch heute blanker Hohn.

Mich damit zielorientiert auseinandersetzen zu müssen, hatte etwas Anrüchiges.
Der Widerwille hat mich schließlich sogar zeitweilig todkrank gemacht.

Zu sehen, wie einstige Familienunternehmen von Weltruf von Heuschrecken aufgekauft wurden, und nach Negierung jeglicher moralischer Maßstäbe neu modelliert und anschließend
wie eine tote Sache be- und gehandelt wurden, zeigte mir deutlich, wessen Geistes Kind von da an am Steuerrad Roulette spielte.

Ich möchte das aus unausgegorenen Gedanken heraus einfach mal mit einer schlimmen viralen Erkrankung vergleichen.
Das Virus überfällt den Wirt und schreibt seinen kranken Müll in jede einst gesunde Zelle.
Fortan produzieren alle einstmals gesunden Zellen Virusmüll, der alle einstig gesunden und
vitalen Einheiten korrumpiert, versklavt und schließlich jene dazu bringt, das Virus um seines
selbst Willen zu verbreiten.

Der Gedankenschluß war wohl mehr beabsichtig als gelungen, und fundamentalökonomische
Systemkritik ist jenseits meines Horizontes, aber meine Beobachtungen kann man doch
ganz kindgerecht zusammenfassen:
Unter der Knute des Zwanges der Privilegierten lief das Leben vielleicht nicht rund, aber es lief.
Nach dem Verrat der vormals Privilegierten, ihren Anvertrauten gegenüber, zum Vorteil
seelenlos agierender Schädlinge, war die Lage bedeutend schlechter.

Wie im o. g. Großen ist dieser Verrat aber auch ein Schema, daß ich erfahre, wenn mich
an der Übermarktkasse (hihi) rüstige Privatiers aufgrund von Zeitnot überholen müssen.

Vital oder viral - egal, Hauptsache legal.

Verantwortung leben uns selbst die niedersten Tiere vor - mit einer Bärenmutter macht man besser keine Faxen, ihr Junges betreffend.
Insekten greifen trotz Aussichtslosigkeit beherzt mit Masse an.
Wir sollten besser auf der Gold- als auf der Briefwaage abwägen, wem wir unseren Beistand
verweigern und wem wir Gefolgschaft schwören.

Vor 10 Jahren gab es in einer Jagdzeitschrift mal eine schöne Fotostrecke aus der polnischen Wildnis:
Eine große Rotte Sauen ist in schneebedeckter Landschaft einer Herde Wisente doch zu nah
und dreist an die Futterquelle gegangen.
Resultat war, daß die an den Hörnern aufgespießten, muskelbepackten Leiber der ab da
einstigen Wildschweine wie Samen von Pusteblumen durch die Luft irrten.
Unter ihnen war der Boden rot, die Luft war satt roter Partikel und umher und darüber war alles nur noch roter Schaum über weißem Grund.
Anschließend war die Luft rein.

Die Moral von der Geschicht:
Blöde Sau unterschätz die dummen Kühe nicht - denn sie könnten etwas Ursprüngliches sich noch erhalten haben.

Mit besten Grüßen

Fenrizwolf


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