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Rußland fällt über Deutschland her (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂ @, München, Montag, 19. Oktober 2015, 11:38 (vor 1632 Tagen) @ Sagitta4422 mal gelesen

Hallo!

Mich selbst beschäftigt die Frage, woher die Feldpostbriefe die Idee haben, dass „am Ende Russland noch Deutschland überfällt, aber nur kurz …“. Hier kann eindeutig gesagt werden, dass das nicht aus der Odilienprophezeiung stammt, denn Letztere erwähnt Russland mit keinem einzigen Wort.

Als Quelle, die älter ist als die Feldpostbriefe und größere Bekanntheit erlangt haben dürfte, fällt mir Antonius von Aachen ein, der erstmals 1872 in Paris von Curicque veröffentlicht wurde. Dieser schildert vollumfänglich einen russischen Feldzug am Rhein mit mehreren Schlachten von Süd nach Nord. Die Kürze des Feldzuges geht indirekt aus dem beschriebenen Ablauf hervor.

Antonius von Aachen ist erkennbar von der deutschen Weissagungstradition beeinflußt, die u. a. folgende Motive enthält:

  • Schlacht in Westfalen (Birkenbaumsage)
  • Der große Monarch
  • Ein "Endzeitpapst", der aus Rom fliehen mußte.
  • Renaissance des Christentums und "goldenes Zeitalter"

Die Frage ist, ob die beispiellos genaue Beschreibung des Feldzuges bei Antonius auf echten Schauungen beruht oder nur eine phantasievolle Ausgestaltung der prophetischen Sagen ist.

Abbé Curicques Buch dürfte der seherische Franzose als Kenner der Materie gelesen haben. Das Buch wurde in zwei Sprachen veröffentlicht, weswegen es gleichgültig ist, ob der Franzose mehr in der französischen oder deutschen Prophezeiungsliteratur bewandert war.

Darüber hinaus sind in den Feldpostbriefen (bzw. Rills mündlichen Ergänzungen) aber Informationen enthalten, die über Antonius von Aachen hinausgehen:

  • Die Dauer des Feldzuges von 58 Tagen
  • Die Zusammensetzung der beiden Fraktionen (Rußland vs. Deutschland, Türkei, Polen, Frankreich, wobei die angloamerikanische Partei gar nicht präsent ist).
  • Bündnids der Schweiz mit Deutschland
  • Das Naturereignis mit feuerspeienden Bergen, das die Angreifer die Flucht ergreifen läßt.
  • Nicht zuletzt der ganze bereits eingetroffene Part, der in keiner anderen bekannten Prophezeiung enthalten ist und über die Anleihen bei anderen Prophezeiungen hinaus für echte Seherschau des Franzosen selbst spricht.

Antonius von Aachen enthält womöglich echte seherische Informationen und hat mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit das Zukunftsbild des Feldpostbrieffranzosen beeinflußt.
Die Feldpostbriefe enthalten darüber hinaus mit großer Sicherheit echte seherische Informationen. Die Gefahr besteht hier in erster Linie darin, daß der Franzose diese echten Informationen unter Einbeziehung gefälschter Vorlagen zu einem falschen Bild des "dritten Weltgeschehens" zusammengesetzt haben könnte.

Den gesamten Text des Buches von Georges Stoffler kenne ich nicht (das Buch hat ca 60 Seiten, die Prophezeiung selbst nimmt allenfalls zwei Seiten ein).

Das sollte man mal prüfen. Ich vermute, daß die Stellen, die aus Sicht von 1916 ziemlich gut passen würden tatsächlich von Emrich 1938 hinzugefügt wurden, z. B:

  • Der "größere" Krieg, der 1938 bereits absehbar war.
  • Der Mann von der Donau
  • ...

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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