Leider nur ein Anriß (Schauungen & Prophezeiungen)

rauhnacht @, Freitag, 04. September 2015, 22:04 (vor 1679 Tagen) @ Taurec4739 mal gelesen

Hallo Taurec,
Wie immer hab ich derzeit nicht genug Zeit, dass ordentlich zu machen – was wirklich viel Zeit und „Kopffreiheit“ erfordern würde, so dass ich mich kurz fassen muss. Ärgert mich ziemlich, vielleicht schaffs ich ja aber das noch nach zu holen.
„Die faustische, westeuropäische Kultur ist vielleicht nicht die letzte, sicherlich aber die gewaltigste, leidenschaftlichste, durch ihren inneren Gegensatz zwischen umfassender Durchgeistigung und tiefster seelischer Zerissenheit die tragischste von allen. Es ist möglich, daß noch ein matter Nachzügler kommt, etwa irgendwo zwischen Weichsel und Amur und im nächsten Jahrtausend, hier aber ist der Kampf zwischen der Natur und dem Menschen, der sich durch sein historisches Dasein gegen sie aufgelehnt hat, praktisch zu Ende geführt worden.“ von Spengler


Ich meine, dass was da zu Ende geführt wird, ist eine „Entwicklungsphase“. In für mich typischer schon durchaus recht freiheitlicher Anwandlung betrachte ich den „faustischen WILLEN“als pubertäre Ausprägungsphase.
Mal angenommen, die Entwicklungsgeschichte der Menschheit gleicht analog zum Mikro;- und Macrokosmos der Entwicklung eines Menschenlebens.
- Dann haben wir da in der Frühgeschichte das Wesen in Einheit. Entwicklungsgemäß ist der Säugling nicht getrennt, er ist noch völlig abhängig von der „Versorgung und Obhut“. Wird ihm dies nicht zuteil, stirbt er. Sprich; er ist abhängig von der ihn umgebenden Umwelt und erlebt sich auch nicht als davon getrenntes Wesen. ( Das ist durchaus auch vergleichbar mit instinkthaften Leben in großen Bereichen des Tierreichs. Versorgung und Obhut findet durch instinkthafte Handlungen statt und gelingt nur bei ausreichenden Bedingungen der Umwelt/ Natur )

- „Sozialisierungen“, hier schon das Erkennen von Ich und Du, Subjekt und Objekt sowie Regeln des Zusammenlebens finden sich in Horden ( Menschen) und Herden, Roten, Stämmen ( Tiere). Ich meine hier schon erste Trennungen auszumachen, die mit WILLEM und Vorausdenken-versus WIRKEN zu tun haben.

Ich springe grob über jahrtausende Entwicklung und lande beim
- magischen Alter. In dieser Zeit entwickeln Kinder „magische“ Erklärungsmuster für Geschehen. Z.B. die Ampel schaltet auf Grün, wenn ich dreimal blinzel oder ähnliches. Eine höhere, oder magische Macht wird gesetzt, um Erklärungen und merkwürdigerweise hier schon die Ursache – Wirkung-geschehen einordnend bar zu machen . Im Makrokosmos der Menschheitsentwicklung entstanden da Glaubensordnungen oder später Religionen.
In diesen laaangen Zeiten gab es zuerst die MUTTER und dann den VATER als „Obrigkeitsinstanz“, dies ist im Leben eines Menschens wie auch in der Entwicklunggeschichte der Menschheit identisch.

- Noch weiter gefasst und da wird es nun erst für dies Thema erst interessant, gab es dann in immer stärkerer Ausprägung DEN VATER als König, Kaiser oder Zar. Wohlgemerkt war das in der analogen Übertragung der Vater des Kindes. Dieser Vater ist zu diesem Zeitpunkt in der Entwicklung des Kindes tatsächlich noch allmächtig und allumfassend wirkend. Geborgenheit und Überleben ist nur in der wohlgemerkt hoffentlich positiven oder auch unausweichbaren Gewalt dessen sicher gegeben.

- Und dann kam die Pubertät: Der Vater und althergebrachtes stürzt vom Sockel.
„zwischen umfassender Durchgeistigung und tiefster seelischer Zerissenheit die tragischste“ Zeit
„Gott“ starb. Das ICH und der WILLE trat auf die Bühne. Faustisch im räumlichen Unendlichkeitswahn, da erst wirklich in der Durchsetzung. Die letzten Könige und Zaren konnten das, was da umsetzbar erwirkt wurde, gar nicht mehr sein . Wurden gestürzt, gemordet oder dankten ab. Die Hinwendung erfolgte in typisch pubertärer Ausschließlichkeit: SO; NUR SO, SOLL ES SEIN. Demokratieromantik oder radikale „peergroups“samt dazugehöriger Ideologie ( Diktaturen aller Couleur) je nach völkischer Verfassung wurden erwirkt und erlebt.

- Die, in Teilen, „libertäre“ Erschlaffung!!! ( Spengler sah da das Ende und den Untergang, ICH nicht)!! ist der Nachpubertät geschuldet. Da richtet sich Menschlein nach dem Sturm und Drang eher gemütlich ein. Er baut Haus und Heim, ob er noch zeugt und pflanzt ist eher fraglich, denn eben dieser Bereich ist ziemlich neu in der Geschichte der Menschheit seinem Willen unterworfen. Dummerweise interessiert ihn dies in dieser Phase eigentlich aber wirklich wenig und sofern nicht natürlich gezwungen oder anderweitig inspiriert nimmt er davon eher Abstand. Im libertären, spätpubertärem Sein geht es Mensch sehr egozentriert um SO LEB ICH; IST MIR WURSCHT; WAS ANDERE MACHEN
oder auch AM GROßEN; GANZEN KANN ICH EH NICHTS DREHN.
- Nicht alle Völker auf diesem Kontinent haben dies Stadium ( keineswegs in Abwertung, was sollte dies denn auch!!) erreicht und werden wohl ihre Rolle noch spielen müssen.
Das wird übel!!

- Und dann IRGENDWANN kommt die Erwachsenenreife:
Da erst setzt dann das Begreifen von Gesetztlichkeiten ein. Da wird die Ordnung keine erzwungene Unterordnung, sondern schlicht das Sein am rechten Platz. Sehr freiheitlich!
Da erst kann es dann den „Souverän“ geben und da wird es ihn auch geben. Als Ausdruck und Zusammenballung der Gemeinschaft. Wohlgemerkt ist das ein ein ganz anderer Vater, als der Vater des Kindes vormals. -------Ein Ausdruck der Gemeinschaft in Reife. Wie immer, gewirkt aus allem.
- Und das dauert noch!

Liebe Grüße, Rauhnacht


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