Entwicklungsstufen (Schauungen & Prophezeiungen)

offtopic @, Sonntag, 06. September 2015, 21:56 (vor 1677 Tagen) @ rauhnacht4637 mal gelesen

Hallo rauhnacht,

danke für diesen Beitrag, er spiegelt recht gut auch meine Ansicht diesbezüglich. Dazu ein paar Anmerkungen meinerseits:

„Postkonventionelle Ebene
Nur eine Minderheit von Erwachsenen erreicht diese Ebene, meistens erst nach dem 20. Lebensjahr.
5. Stufe – Die legalistische Orientierung am Sozialvertrag: Moralische Normen werden jetzt hinterfragt und nur noch als verbindlich angesehen, wenn sie gut begründet sind. In der fünften Stufe orientiert sich der Mensch an der Idee eines Gesellschaftsvertrags. Aus Gedanken der Gerechtigkeit oder der Nützlichkeit für alle werden bestimmte Normen akzeptiert. Nur etwa ein Viertel aller Menschen erreicht diese Stufe.

Hier fängt schon die durch die ersten Stufen benötigte Orientierung am Gesetz, das mangels eigenem ethischen Kompasses noch nötig ist, langsam an, sich an eigenen Idealen und Einsichten auszurichten. Die Menschen auf noch niederer Stufe würden eine Frau vergewaltigen, egal ob es erlaubt oder verboten wäre. Etwas höher gelagert schreckt dieser vor den Konsequenzen der Tat zurück, wenn es ein Gesetz verbietet, würde es aber machen, falls es nicht unter Strafe stünde. Auf der 5. Stufe hat der Mensch soviel Einsicht und Einfühlungsvermögen, dass eine Vergewaltigung unabhängig von Vorbot oder nicht auf keinen Fall in Frage kommt. Es gebietet schließlich die Moral, die für fast alle Entscheidungen zu Rate gezogen wird, welche jedoch, sollte es um Kleinigkeiten handeln und von Vorteil sein, dennoch so gebogen wird, wie es für einen passend ist.

6. Stufe – Die Orientierung am universalen ethischen Prinzip: Die sechste Stufe wird schließlich nur noch von weniger als 5 % der Menschen erreicht. Hierbei wird die noch diffuse Begründung von Normen der fünften Stufe verlassen. Die Moralbegründung orientiert sich jetzt am Prinzip der zwischenmenschlichen Achtung, dem Vernunftstandpunkt der Moral. Das richtige Handeln wird mit selbstgewählten ethischen Prinzipien, die sich auf Universalität und Widerspruchslosigkeit berufen, in Einklang gebracht, wobei es sich also nicht mehr um konkrete moralische Regeln, sondern um abstrakte Prinzipien handelt (kategorischer Imperativ). Konflikte sollen argumentativ unter (zumindest gedanklicher) Einbeziehung aller Beteiligten gelöst werden. Diese Stufe ähnelt der Normbegründungsform der Diskursethik.

Hier ist die intellektuelle Klarheit erreicht, die sich an "leben und leben lassen" orientiert und dieses Ideal auch lebt. Gesetze sind für ihn eigentlich überflüssig, da er weiß, handelte jeder nach diesem Prinzip, würde man das bei einem Bier besprechen und lösen. Er nutzt es aber, da er weiß, dass zwar etliche Menschen schon so denken wie er, es jedoch nur wenige Menschen auch leben (können).

Eine Stufe 7?
7. Stufe: Das eigentliche Stufenmodell Kohlbergs geht bis zur 6. Stufe. Kohlberg hat später Vermutungen geäußert, es könne eine 7. Stufe geben, in der moralische Urteile transzendental begründet werden. Systematisch ausgebaut wurde dieser Aspekt von Kohlberg nicht“

Ich würde sie so anlegen: auf der 7. Stufe verschwinden Begriffe wie gut und böse, da sie eine menschliche Wertung darstellen. Aus Sicht eines Gärtners wäre das Verwelken einer schönen Pflanze negativ, während das Blühen etwas positives wäre. Der Mensch dieser Stufe erkennt, dass die Erschaffung neuer Formen ein Verschwinden alter erfordert und trauert ihnen auch nicht nach. Er sieht sie als ein Zeichen der Entwicklung: es wird geboren, wächst und gedeit, reift, verwelkt und stirbt schließlich. Er sieht diesen Zyklus im ganzen Erschaffenen arbeiten und richtet seine Handlung daraufhin aus, dass sie den Anderen in seiner Entwicklung begünstigen. Eine intellektuelle Moral gibt es für ihn nicht mehr. Er fühlt sich ein in den Menschen, erkennt und handelt nach dessen Lebensweg.


Liebe Grüße

OT


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