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Man hüte sich vor Theoretisieren (Schauungen & Prophezeiungen zum Weltgeschehen)

Taurec ⌂ @, München, Dienstag, 25. August 2015, 01:51 (vor 1520 Tagen) @ dziamdzia5359 mal gelesen
bearbeitet von Taurec, Dienstag, 25. August 2015, 02:05

Hallo!

Belege für den angeblich im jugoslawischen Krieg florierenden Tauschhandel mit Gold solltest Du uns dann schon liefern. Dass Du in irgendeinem Tresor kein Gold gefunden hast belegt... gar nichts. Platin war ja auch keins drin... offenbar wurde wie wild mit Platin gehandelt, nach Deiner Logik jedenfalls.

Mir scheint, Du hast den tieferen Sinn hinter seinen plakativen Beispielen nicht erkannt. Daher auch der Schrei nach Belegen. Da hängst Du Dich an recht willkürlichen (da aus seiner eigenen Lebenserfahrung gewählten) Nebensachen auf.

Abgesehen davon ist die Forderung nach "Belegen" für die Zustände in ungeordneten Kriegs-/Zusammenbruchssituationen nicht gerade redlich und läßt den Versuch eines rationalen Totschlagarguments vermuten. Ein solcher Beleg würde aufgrund der Natur solcher Situationen keinesfalls wissenschaftlich ausfallen, sondern ein Augenzeugenbericht sein. Insofern hast Du den Beleg in Forms Bärs Beitrages bereits vor Dir.

Ich kann Dir Steine anbieten die ich im Schweiße meines Angesichts aus über 2m Tiefe aus dem Boden gebuddelt habe. Was ist Dir die darin "gespeicherte Arbeitskraft" wert? Richtig, nichts. Beim Gold ist es dasselbe.

Nein, eben nicht.
Allein die bekannte Menschheitsgeschichte belegt die Dauerhaftigkeit des "Wertes" des Goldes. Da gibt es nichts wegzudiskutieren. Für römische Goldmünzen oder aus dem alten China stammende würdest Du auch heute den exakten momentanen Gegenwert des Materials bekommen.
Daß darüber hinaus Gold keinen praktischen Nutzen hat, etwa als Werkzeugmaterial, stützt diesen Wertbestand - abgesehen von der Seltenheit im Gegensatz zu Steinen und der Tatsache, daß es durch seine Eigenschaft als Edelmetall korrosionsbeständig ist, also nicht wegrostet.

Natürlich ändert sich die Bewertung des Goldes im Laufe der Zeit. Diese ist aber sekundär und von den jeweiligen gesellschaftlichen Umständen abhängig. Die Masse des Goldes bleibt immer dieselbe. Wenn man also irrig Gold als wertlos, bzw. nicht wertvoller als ein beliebiges anderes Material betrachtet, unterliegt man einer optischen Täuschung, bzw. verdreht den Maßstab, weil man der herrschenden, aber nur temporär gütligen Bewertung zu hohe Relevanz, womöglich absolute Gültigkeit beimißt.

Dem widerspricht nicht, daß man auch für Gold nichts bekommt, wenn es überall am allernötigsten fehlt.
Auch widerspricht dem nicht, daß man für andere Dinge als Gold ebenfalls etwas eintauschen kann.

Gold mag für den Aufschwung nach dem Zusammensturz nützlich sein, wie BBouvier schrieb, aber um den Zusammensturz zu überleben ist es m.M. nutzlos.

Sich darüber vorher zu streiten, ist meiner Meinung nach nutzlos und führt nur zu unsinnigen Intellektualisierungen wegen mangelnder Lebenserfahrung, wie sie heutzutage Alltag sind, weil wir kollektiv den Bezug zum realen Leben und den Umständen, die auf diesem Planeten üblicherweise herrschen, verloren haben.
Oder man vertraut Leuten, die solche Situationen bereits erlebt/beobachtet haben. Wie will man allerdings Lebenserfahrung anderen objektiv vermitteln, bzw. generell belegen? ;-)

Nur mit Gold überleben zu wollen, ist unsinnig. Wenn man hat, was man braucht, um sich selbst erhalten zu können, kann man einen Teil des Restvermögens in Gold stecken, das Übrige in weitere Vorräte, um eine breitere Tauschbasis zu bekommen. Bär postuliert nicht umsonst "drei Säulen". Besser haben und nicht brauchen, als brauchen und nicht haben.

Der ideelle Wert, der Edelmetallen vom Menschen verliehen wird, ist immens. Da der Mensch kein reiner homo oeconomicus ist, sondern vielmehr in vielen (den meisten?) Fällen irrational handelt, wird es auch für Edelmetalle Abnehmer geben in Situationen, in denen sie eigentlich gar nicht hilfreich sind. Gründe: mangelnder Überblick über die Situation, fehlender kühler Kopf, Gier und schlichte Dummheit.
Darüber hinaus wird es solche geben, die aus Einsicht in die Wirksamkeit dieser Gründe sich dieselben durch eigenen Gold-/Silberbesitz zunutze machen wollen. Insofern führen Überblick und kühler Kopf auch zu Edelmetall. ;-)

Möglicherweise weiß der Typ, der Antibiotika hat, nicht mal wie eine Silbermünze aussieht und wird das Zeug jemand anderem für 2 Flaschen Wodka geben. Wodka kennt er nämlich, da weiß er dass er nicht beschissen wird, und den kann er viel leichter wieder tauschen.

Meinst Du, der Alkoholgehalt läßt sich leichter bestimmen als der Edelmetallgehalt einer Münze, auf der selbiger aufgeprägt ist, bzw. der sich mit recht einfachen, seit der Antike praktizierten Mitteln bestimmen läßt?
Der Test der Ware führt sogleich zu deren Verbrauch, anders als bei Edelmetall. Ehe man den Beschiß bemerkt, ist der andere schon über alle Berge (und merkt womöglich seinerseits, daß er statt Antibiotika nur abgelutschte Smarties bekommen hat [image]).

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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