mal etwas aus der Praxis (Schauungen & Prophezeiungen zum Weltgeschehen)

Hope, Dienstag, 25. August 2015, 10:45 (vor 1542 Tagen) @ dziamdzia5677 mal gelesen

Guten Morgen dziamdzia,

ganz unrecht hast du nicht, allerdings auch nicht ganz recht. Ich lebte eine ganze Weile in einem Ausland, in dem dann urplötzlich, genau an einem Montag, die Banken geschlossen waren. Eine tiefe Krise. Ich hatte damals ca. 10.000 Dollar auf der Bank. Das war dann komplett absolut, unwiderruflich, für immer...WEG! Selbstverständlich hatte ich Bargeld zu Hause, dummerweise war das allerdings dann nur noch quasi die Hälfte wert, als am Freitag zuvor. Blöd. Ich konnte gerade noch so etwas Brot anschaffen. Natürlich wollten alle anderen auch noch Brot anschaffen, was dazu führte, dass das Bargeld dann noch weniger wert war. Zumindest was Grundnahrungsmittel betraf. Ein Auto war mit Geld (glücklicherweise wollte ich keins kaufen), garnicht mehr erschwinglich. Und nun kommt das Gold ins Spiel. Damals hatte ich Gold. Nicht viel, ein paar kleinere Münzen. Mit denen hielt ich mich, mit Schwarzmarktgeschäften, über Wasser. Ich kaufte für meinen damals kleinen Sohn Windeln (die urplötzlich ein absolutes Luxusgut wurden und nein, Stoffwindeln waren auch nicht wesentlich billiger, denn Waschpulver war dann auch sauteuer), mit winzigen Goldmünzen. Klar bekam ich dann auch noch andere Sachen dazu, wie Zigaretten, ein paar bestimmte Marken, die ich wiederrum als Zahlungsmittel benutzte. Alkohol war dagegen garnicht gefragt. Ich nehme an, man wollte mit klarem Verstand die Krise überstehen. Ich hockte auf 5 Flaschen Whisky. Ich hatte zuviel Fernsehen geguckt und gedacht, damit könnte man was kaufen. Interessant sind da Medikamente und Zigaretten - weil entweder wichtig fürs Leben oder Sucht. Alles andere kann man vergessen. Ich denke sogar, wenn man mit Alkohol bezahlen kann, ist die KRise ziemlich am Ende und es folgt dann der Aufschwung. Aber das nur nebenbei. Was ich dir sagen will ist, dass Geld eine reine Illusion ist. Solange, wie es eben funktioniert. Wenn diese Illusion platzt, wird man sich an physikalischen Dingen festhalten. Dazu gehören eben auch die Edelmetalle. Allerdings, da gehe ich mit dir konform, wird keiner sein Riesenlandhaus für eine Unze verpulvern. Außér man setzt demjenigen noch die Pistole auf die Bruste und bewegt den Zeigefinger. Man bekommt das Landhaus dann vielleicht günstiger, klar, aber nicht so günstig, dass man sich plötzlich, nur weil man Gold besitzt, zum Großgrundbesitzer mutiert, wie es Eichelburg und Co. versuchen es den Leuten aufzuschwatzen. Zumindest kannte ich keinen, der in der Krise, in der ich damals lebte, sein Grund und Boden verkloppt hätte - die waren nämlich wichtig, für das Leben. Man konnte darauf nämlich Sachen machen. Pflanzen, Geschäft aufmachen etc....
Im Endeffekt kann ich nur raten, so wie es meiner persönlichen Erfahrung entspricht, ein gutes soziales Netzwerk zu haben. Sprich verlässliche Freunde und Familie. Dann kommt man durch. Denn die Moral ist unten, die Perspektive geht flöten, der Magen wird seltener gefüllt. Man braucht Menschen um einen rum, die man liebt und von denen man geliebt wird. Dann ist vieles möglich, was einem, von jetzt im Wohlstand betrachtet, garnicht überlegt. Das Schlimmste ist, alleine zu sein. Mit oder ohne Gold und Geld.

lg
Hope


Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.
André Gide


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