Gumminetz (Schauungen & Prophezeiungen)

ITOma @, Montag, 09.01.2012, 10:04 (vor 3917 Tagen) @ detlef (4907 Aufrufe)

Moin Detlef,

warum sollte ich also annehmen, dass die kompletteste, groesste serie von schauen, die ich je hatte, anders gestrickt sein sollte?
und die schauen geben halt einen nach oben begrenzten zeitraum vor.

Weil da womöglich der Wahlkampfzug eingeschoben wurde ;-) und jetzt stimmt der Fahrplan nicht mehr, obwohl Du ihn völlig richtig gesehen hattest.

Mal im Ernst: warum solltest Du keine symbolische Schau (oder zumindest eine mit symbolischen Bestandteilen) haben? Gerade bei so einer großen Serie von Schauungen halte ich das nicht für unwahrscheinlich. Auch wenn Du bisher immer gegenständliche Schauungen hattest: Einmal ist eben das erste Mal!

Meine persönliche Meinung zu dem generellen Problem "Zeit in Schauungen" ist in etwa so:

Zeit ist etwas, das nicht wirklich existiert. Es scheint uns nur so. Wir dröseln automatisch alles auf in "vorher-nachher", weil uns mit unseren begrenzten körperlichen Wahrnehmungsfähigkeiten sonst "die Drähte durchglühen" würden, wenn wir alles dann sehen und fühlen würden, wenn es passiert, nämlich gleichzeitig, sofort und ewig.

Und eben deshalb, weil Zeit eine Hilfskonstruktion ist, ist sie mangelhaft und unvollkommen. Im Nahbereich funktioniert sie so, daß wir ganz gut damit leben können, aber je weiter weg es geht, desto ungenauer wird sie.

Ich stelle mir das immer als ein (mindestens) dreidimensionales Netz von seeeehhhr elastischen Gummibändern vor.

Verschiebt sich ein Zeitpunkt, dann hat das Folgen für seine Nachbarn. Je nach dem wie fest die wiederum durch ihre Nachbarn verankert sind, verschieben sie sich ebenso (dann bleibt die Spannung der Gummibänder gleich) oder weniger (dann wird die Spannung größer oder kleiner). (100% fest gibt es dabei nicht.)

In unseren "Vorläufen" sind eine ganze Menge "Nachbarn" der 3tF aufgeführt. Die unterliegen ihrerseits wieder den Spannungen zu ihren Nachbarn usw. usw. Deshalb kann es da große Verzerrungen geben, und irgendwann schnappt es dann zurück.
In den Worten von Katharina aus dem Ötztal kommt das gut heraus:
"Die Not wird groß und größer, und man sagt zueinander: »Es kann nicht mehr gehen, es geht nimmer«, und es geht doch noch weiter. Es geht viel länger abwärts, als die Leut zuerst meinten. Dann plötzlich bricht's. "

Deswegen ist es für uns so schwierig, korrekte Zeitpunkte für Schauungen vorherzusagen, auch wenn wir meinen, wir hätten eindeutige Hinweise gesehen. Denn diese Hinweise sind ja nicht absolut, sondern unterliegen ihrerseits auch wieder den Spannungen des Gumminetzes.

Liebe Grüße :waving:
ITOma


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