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Einklinken in Schicksalsfäden (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂ @, München, Samstag, 25.06.2016, 11:22 (vor 2160 Tagen) @ Explorer (6241 Aufrufe)
bearbeitet von Taurec, Mittwoch, 23.01.2019, 06:47

Hallo!

Wenn Irlmaier ein so talentierter Seher war, dass er seine Schauungen sogar selbst bewusst herbeiführen konnte (was ja laut selbstauskunft, fast allen hellsichtigen unmöglich ist), warum soll es ihm zum Schicksal von Staaten, Städten oder Völkern unmöglich gewesen sein?

Ich verstehe es nicht, wo würde darin den der große Unterschied liegen?

Es liegt womöglich an Irlmaiers spezifischer Art des Sehens. Er schwang sich vermutlich in den Schicksalsfaden der einzelnen Personen ein und verfolgte diesen in die Zukunft (oder wo er in der Vergangenheit endete). Dabei konnte er Fotos, persönliche Gegenstände, anwesende Familienmitglieder etc. als Induktoren nutzen. Diese Art des Sehens ist an die Seele desjenigen gebunden, über den gesehen wird.

Staaten, Städte, Völker haben jedoch keine "Seele" in diesem Sinne. Es sind Konstrukte anderer Art ohne individuelles, selbstbewußtes Eigenleben. Entsprechend konnte er sich auch nicht in ihren Lebensfaden einklinken.

Folgt man diesem Modell, handelt es sich bei Schauungen im persönlichen Bereich um etwas gänzlich anderes als bei Schauungen zum kollektiven Geschehen. Beide werden zwar über die selben übersinnlichen Organe erlebt, haben aber verschiedene Ursprünge. Daß man das eine kann, bedeutet nicht pauschal, man wäre zum anderen ebenfalls fähig.
Beim Kollektivgeschehen erhebt sich der Geist womöglich in eine höhere Schöpfungsebene und greift dort Informationen aus dem übergeordneten Plan ab, während man im persönlichen Bereich recht erdnah den individuellen Lebensplan erfaßt.

Irlmaier konnte auf jeden Fall individuelle Schicksale sehen, war jedoch (wahrscheinlich) auf die Lebensläufe seiner Zeitgenossen beschränkt. Wie soll man sich auch auf Menschen konzentrieren, die noch nicht geboren sind?
Irlmaier starb 1959. Angenommen, er hätte in diesem Jahr noch einem Säugling die Zukunft vorausgesagt, wäre dieser nun 57 Jahre alt. Irlmaiers Besucher waren aber in der Regel mindestens eine Generation älter. Die jüngsten sind inzwischem im Greisenalter und werden sterben, ehe die Ereignisse, mit denen wir rechnen, eintreten. Irlmaier konnte auf diese Art die Katastrophen also gar nicht sehen. Die Zubanschachtel als ein Eindruck der modernen Technik liegt wohl ziemlich am Ende der von ihm überbrückbaren Zeitspanne.

Es hätte ihm eigentlich auffallen müssen, daß die Ereignisse, die er in den Adlmaiertexten voraussagt, den Eindrücken aus den Individualschauungen widersprechen, daß in keinem der von ihm gesehenen Lebensläufe auch nur die Spur einer Katastrophe ist, und zwar für viele Jahrzehnte über seinen eigenen Tod hinaus. Das führt wiederum zu der Überlegung, daß die Adlmaierschen Prophezeiungen im Wesentlichen ausgedacht sind.

Falls die Ereignisse in nicht allzuferner Zukunft stattfinden, ist aber nicht auszuschließen, daß Irlmaier bei sehr jungen Probanden einzelne Eindrücke aus dem Vorlauf, etwa des wirtschaftlichen Niedergangs, Erdbeben etc. sah.

Ebenfalls können wir nicht ausschließen, daß Irlmaier neben den Individualschauungen doch die eine oder andere Schau zum Weltgeschehen hatte. Dies wäre aber wohl in weitaus geringerem Maße der Fall gewesen, als die Adlmaiertexte und davon sich abzweigende Aussagen nahelegen.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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