Sintflut ist ein sehr gutes Stichwort (Freie Themen)

Ranma (ランマ), Sonntag, 27. Mai 2018, 10:15 (vor 856 Tagen) @ Taurec2500 mal gelesen

Hallo!

Diese Aussage ist allein nachvollziehbar, wenn man sich – wie Du offenbar – allein über Hollywoodfilme zu dem Thema informiert und von diesen dann auf den unbekannten Kanon wissenschaftlicher Bearbeitungen des Themas schließt, ist im übrigen aber unsinnig.

Ein klares Eingeständnis, daß du keine Argumente bringen kannst, weil du keine hast.

Was den Ablauf und die Folgen von Impakten angeht, greife ich persönlich in der Regel auf das hervorragende Werk Alexander und Edith Tollmanns "Und die Sintflut gab es doch" zurück. Das Ehepaar, beide Geologen Jahrgangs 1928 und 1934 waren wohl kaum, wie Du in einem Akt tollkühnen Vorurteilens einer ganzen Wissenschaftssparte unterstellst, von Hollywoodfilmen beeinflußt.

Die beiden stellen auf rund 500 Seiten auf breiter wissenschaftlicher Basis meines Erachtens erschöpfend den Ablauf des von Dir betrittenen Kreideimapktes nach und übertragen ihn, anhand Mythen nachvollzogen, auf die Sintflutimpakte vor ca. 10.000 Jahren.

Der Ablauf ist umfassender, als er in jedem mir bekannten Hollywoodfilm zu diesem Thema behandelt wird:

  • Einschlag
  • Kraterbildung
  • Impaktbeben
  • Vulkanismus
  • Feuersturm und Weltenbrand
  • Flutwelle
  • Impaktnacht
  • Impaktwinter
  • Sturzregen und Schneeflut
  • Umweltgiftproduktion
  • Ozonabbau und Strahlung
  • Treibhauseffekt
  • Massensterben
  • postimpakt erfolgende Explosion des Lebens

Deine Liste war vor wenigen Jahren noch viel kürzer.

Das alles wird zumindest anhand des Kreidimpaktes detailliert mit physikalischen und chemischen Prozessen nachvollzogen und anhand Befunden belegt. Auf die Existenz eines Sintflutimpaktes (bzw. mehrerer) schließt er aus physikalisch interpretierten Elementen diverser Mythen von Urvölkern rund um den Erdball, die auf den typischen Impaktablauf bezogen werden.

Schon die zweite Erwähnung, daß es sich um Schlußfolgerungen aus diversen Mythen handelt. Filme gab es damals noch nicht lange. Die Erzählung der Mythen rund um die Welt waren Hollywoods historischer Vorläufer. Hollywood griff exakt diese Tradition auf.

Aus der Feststellung, daß der Kreideimpakt eine Hypothese wäre und Filme die wissenschaftlichen Theorien falsch darstellten, folgerst Du, aus Schauungen ließe sich kein Impakt ableiten. Das ist ein ziemlich schräger und sachlich nicht nachvollziehbarer Schluß.

Wenn es eindeutige Schauungen gäbe, dann wäre ein eindeutigerer Schluß möglich. Ich behaupte eigentlich nur, daß sich aus mehrdeutigen Schauungen und sich daraus ergebenden vielfältigen Interpretationen kein eindeutiges Szenario ableiten läßt. Nur weil jemand einen rötlichen Himmelskörper sieht, deshalb muß der noch lange nicht auf der Erde einschlagen.

Ein Beispiel für einen wirklich schrägen und sachlich nicht nachvollziehbaren Schluß ist deine Erwartung eines Rassenkrieges, in dem auch noch Russland und die Türkei als Hintergrundmächte in Deutschland agieren würden. :irre:

Das Impaktszenario à la Tollmann läßt sich durchaus, zumindest in manchen Bestandteilen (Asche/Staub, Flutwellen, Vulkanismus), in Schauungen wiederfinden.

Warum nur in manchen Bestandteilen?

In der Schule war ich in Geschichte immer schlecht und ich behaupte nach wie vor, daß das, was man dort lernt, ziemlich überflüssig ist. Trotzdem habe ich inzwischen sehr viel über Geschichte dazugelernt. Eine sehr wichtige Erkenntnis war dabei, daß man ein Fachgebiet immer nur so gut kennt wie man dessen Geschichte kennt! So machte die Biologie immer dann einen Fortschritt, wenn sie mal wieder ein religiöses Dogma über Bord warf. Darwin machte sich große Sorgen darüber wie seine Theologen-Kollegen wohl die Theorie von der Entstehung neuer Arten aufnehmen würden. Darum zögerte Darwin lange mit der Veröffentlichung, aber schließlich waren seine Theologen-Kollegen begeistert. Die Idee, daß Gott nur wenige Arten in die Welt setzen mußte, um viele Arten zu erschaffen, betont doch nur Gottes Weisheit! Außerdem waren, wenn es früher weniger Arten gab, diese doch viel leichter auf Noahs Arche unterzubringen.

Entsprechend groß war der Schreck als man im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert Fossilien fand, die offenbar zu Arten gehörten, die es nicht mehr gab. Groß genug, um nicht einfach nur übersehen zu werden. Die Stratigraphie wurde gleichzeitig entwickelt, aber weil die von Jahrmillionen messenden Zeiträumen ausging, obwohl doch jeder wußte, daß die Welt nur sechstausend Jahre alt ist, mußte eine Erklärung für plötzliches Aussterben her. Sollte Noah die sicherlich gefährlichen Schreckensechsen nicht auf seiner Arche mitgenommen haben? Es wäre sicherlich ein Problem gewesen, die dort unterzubringen. Das wäre also nicht unbedingt nur ein Ungehorsam Noahs, sondern sogar eine Fehlplanung Gottes. Undenkbar! Das religiöse Dogma verlangte also, daß die Dinosaurier noch schnell vor der Sintflut irgendwie von der Erde verschwanden. Der einschlagende und dinosauriervernichtende Asteroid war erfunden. Die Geologen, die ihrer Stratigraphie vertrauten, schafften stattdessen die Sintflut ab. Nur das Ehepaar Tollmann stellte sich dem entgegen. Das soll nicht heißen, daß eine Sintflut nicht möglich gewesen wäre, sondern nur, daß die Sintflut kein Massenaussterbeereignis war, weil die Fossilienfunde das nicht hergeben.

Darüber hinaus unterschlägt Dein schräges Urteil die Tatsache, daß Himmelskörper und Impaktoren in Schauungen gesehen wurden, in Einzelfällen sogar der Impakt/Impaktoren selbst (z. B. "Traum von Explosion, 26. April 2007" oder Anastasias tunguskaartiges Ereignis über Frankfurt).

:ohoh: Ich zitiere die erste der beiden genannten Schauungen: „Ich stehe auf einer Anhöhe und sehe in ein Tal. Im Horizont eine hügelige Bergkette von links nach rechts, im Tal unten einige nicht klar erkennbare Gebäude. Scheint mir irgendwo in Europa zu sein. Ich schaute zu, Distanz sicher 10 km.
Dann plötzlich ein Ereignis, Krach, Explosion mitten im Tal.
Kurz danach starke Rauchentwicklung, viel grauer, schwarzer Rauch, wie schwarze Wolken. Der Rauch breitet sich sehr schnell stark aus, mit Windrichtung nach rechts.“ Daraus leitest du einen Einschlag ab? :spinnt2: Anastasia erzählt nur davon, zwei Lichtstreifen geschaut zu haben. Der Einschlag, den du postulierst, löscht dagegen alles Leben in West- und Mitteleuropa aus.

Gruß,
らんま


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