passt exakt (Freie Themen)

Baldur @, Samstag, 12. Mai 2018, 19:44 (vor 873 Tagen) @ Taurec2671 mal gelesen

Hallo, Taurec,

Sehen ist in Schauungen die grundlegende Wahrnehmung. Mir ist keine "Schau" bekannt, in der lediglich gehört (Geräusche), gerochen, gefühlt (taktil) und gedacht, aber nicht zugleich und in erster Linie gesehen worden wäre. Das Sehen ist beim Schauen primär, die anderen Sinne sekundär. Sie können auch ganz fehlen, so daß es ton-, geruchlose und untaktile Schauungen sind.
Daher heißt es ja "Schauungen". Daß ich darunter etwas unscharf andere, hinzutretende Wahrnehmungen subsumiere, ist mir schon bewußt

vielen Dank, ich sehe das genau so.

meine 1:1 Schauung war ein 1:1 Erleben aus allen gegenwärtigen Sinnen.
Aber primär war es eine visuelle Erinnerung. Der Rest passte exakt, ordnete sich aber dem Visuellen unter.

Davon sind aber Phänomene wie "Stimmenhören" (nicht die schizophrene Variante) zu unterscheiden, weil man dabei nicht einer Schau zugehörige "Umweltreize" (zu den gesehenen Bildern gehörende Geräusche) wahrnimmt, sondern durch einen anderen Geist vorformulierte Worte.

ich hatte eine solche hellhörige Wahrnehmung, die ich in einem bestimmten Zuammenhang nicht annehmen wollte.
Es ging um das (von mir aus unerwünschte) Teilnehmen an der Feier des 50. Geburtstages meiner damaligen Teilzeitlebensgefährtin.
Ich liess mich halt breitschlagen und fuhr gezwungenermassen hin, denn das Verhältnis war schon zuvor total gescheitert.

Auf dem Weg dorthin machte mein Auto Probleme und ich hörte zweifellos hellhörig die Botschaft, "heute rennst Du in Dein Verderben".

Am Parkplatz angekommen, war mein Auto vollends tot, es sprang nicht mehr an.

Als die Feier irgendwann dem Ende entgegenging, war meine damalige Ex volltrunken und schmiss mich ohne jegliche Vorkommnisse spontan um 1.30 Uhr aus der Wohnung, bei 25cm Neuschnee und Vollwinter.

Dass ich nicht mehr weg kam, war ihr suffmässig nicht mehr gegenwärtig, und oberschnurzpiepdingenz-sowasvonegalaberauch. Sie hatte Filmriss.

Und da stand ich nun, nachts bei Vollwinter im Nirgendwo. In einem abgelegenen Kaff. Mit intaktem Handy zwar, aber ohne Telefonbuch oder Internetanbindung.

Verderben
????????

Mir klangen die Worte im Ohr nach. Sie hallten.

Heimlaufen? 15km durch Neuschnee in die Nacht. Wer würde einem begegnen? Nicht unmöglich und durchaus kalkulierbar.

Heimfahren? Mit wem? Die Taxis hatten alle Feierabend. Das eigene Auto - defekt.

Ich ging der Nase nach lang und fand nach einer halben Stunde um Minuten das allerletzte Taxi im Ortskern (zufällig?), das mich heim brachte. Ohne Verderben.

Meine damalige Ex habe ich seither nie mehr wieder getroffen, das danach folgende, völlig onscholdige Schluchz und Co. ging an mir vollends vorbei. Tonne auf, rein, zu, das wars.

Eine gute, weise Entscheidung.

Aber der gegebene Alarm ("Verderben") war definitiv (und glücklicherweise) zwei Stufen zu hoch angesiedelt.

Manchmal haben wir eben Glück. Gut so.

Beste Grüsse von Baldur


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