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"Tote Sprache", Klärung der Begriffe (Freie Themen)

Taurec ⌂ @, München, Sonntag, 13. Mai 2018, 11:14 (vor 870 Tagen) @ Ranma (ランマ)2648 mal gelesen

Hallo!

Falls das zu viel Zeit kostet, dann kannst du die einsparen, indem du nicht jeglichen Blödsinn beantwortest oder gar wiederaufgreifst.

Das gebe ich gerne zurück.

Das ist nicht absurd. Seit ich es mal gewagt hatte, das Wort Kreatur nicht unbedingt als Beleidigung aufzufassen (Kreatur bezeichnet für mich eigentlich alles und jeden, was nicht der Schöpfer selbst ist), bin ich auf Analitik.de verbannt. Wenn dazu noch sogar selbst einige Verteidiger der deutschen Sprache solche unwürdigen und nur mühsam mittels ein paar eingestreuter deutscher Silben getarnte Anglizismen wie ‚Fallraus‘ für radioaktiven Niederschlag oder ‚Scharnier‘, wo im Original das Glied einer Kette gemeint ist, oder ‚Sinn machen‘, das als direkter Angriff auf die Befähigung des Deutschen zum philosophieren am schlimmsten ist, gebrauchen und für deren Verbreitung sorgen, dann darf man Deutsch schon als tote Sprache betrachten.

Willst Du mir tatsächlich auf Deutsch erklären, warum Deutsch eine tote Sprache wäre? Das nennt sich in der klassischen Logik "contradictio in adiecto" (⇐ Das ist eine tote Sprache!), eine Aussage, die ihre eigene Widerlegung darstellt.
Darüber hinaus handelt es sich um einen individualistischen Fehlschluß, indem vom Verhalten Einzelner auf die Allgemeinheit geschlossen wird. Nicht zuletzt läßt sich die Zulässigkeit des Urteils selbst bezweifeln, weil Du für den Tod einer Sprache subjektive Voraussetzungen schaffst, die anscheinend auf persönlicher Kränkung basieren.

Der Versuch der Schaffung alternativer Begriffe für englische Wörter scheint mir in meiner Subjektivität sogar von der Lebendigkeit der deutschen Sprache zu zeugen. Gleichwohl kann man über das Ergebnis streiten. "Fallout" mit "Fallaus" zu übersetzen, erscheint mir nicht sachgemäß, wenn wir schon längst den chemischen Fachbegriff des "Ausfällens" haben, den man vielleicht nur abwandeln müßte, wenn man sich nicht mit "Niederschlag" begnügen will.

Eine Sprache ist tot, wenn sie keine Muttersprachler mehr hat. Ob die Muttersprachler Idioten sind, hat damit nichts zu tun.

In einem Forum, das sich nicht als Deutsch-Forum versteht, natürlich nicht. Aber wenn einer unter dem Vorwand, die deutsche Sprache verteidigen zu wollen, mich dummdreist anpöbelt, dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn so etwas zurückkommt.

Ich verlange, daß die Entgegnungen sachgemäß und nicht an den Haaren herbeigezogen sind. Sachgemäßen Entgegnungen kann man beipflichten, hanebüchene Konstruktionen wirken wie Rechthabenmüssen um jeden Preis.

An Exildeutschers Beitrage kann ich übrigens nichts Dummdreistes erkennen. Ich lese dort von "fehlenden Belegen", "steilen Behauptungen", "unterschlagenen Alternativen", sachlicher Unkorrektheit (an sich keine Beleidigungen), welche Behauptungen er entsprechend mit Argumenten und Erfahrungen zu untermauern bemüht ist.
Deine Reaktion hingegen deutet auf intellektuelle Überheblichkeit hin (dies bitte ich, nicht persönlich nehmen zu wollen). Andernfalls würde man eine sachliche, wenn auch scharfe/schonungslose Entgegegnung (solche sollten aber erlaubt sein, mache ich selbst oft genug) nicht so persönlich nehmen. "Intellektuelle Überheblickeit" definiere ich hier als ein allzu enges Gleichsetzen der eigenen Ideen und der eigenen Verstandeskraft mit der eigenen Person, so daß man Angriffe auf rationale Positionen gleich persönlich nimmt. Ohne die Hintergründe zu kennen, vermute ich, daß auf "Analitik.de" vergleichbares vor sich ging.

Auf (lediglich subjektiv als solche empfundene) Beleidigungen mit vermeintlich gleicher Münze zurückzahlen zu müssen, trägt gewiß nicht zu Deeskalation bei. Auf Exildeutschers Beitrag hast Du erst persönlich reagiert, begonnen zu pöbeln und wirfst in der Folge sogar mir vor, mit zweierlei Maß zu messen, weil ich diesen vermeintlichen Angriff auf Deine Hoheit geduldet habe. ;-)
(Exildeutscher hat hier übrigens unter anderem Namen im Laufe der Jahre schon einige zum Thema passende Beiträge verfaßt, während "Minimax" am Thema ganz offensichtlich nur ein negatives Interesse hat. So jemand paßt hier garantiert nicht her und verhält sich langfristig als Troll, der nichts nützliches beiträgt, mag er auch freundlich schreiben.)

Leugnet auch keiner ab. Schließlich brauchen wir ein drittes Wort, um Nefesch, Ruach und Neschamah wiederzugeben. Aber welches entspricht der Seele?

Erklär mal dem Laien, was Nefesch, Ruach und Neschamah bedeuten sollen. Dann läßt sich bestimmen, ob es ein entsprechendes deutsches Wort gibt. Wir haben einige im Angebot, die teils ursprünglich, teils zusammengesetzt, teils Lehnwörter sind: Seele, Geist, Lebensatem, Odem (offenbar die offizielle und richtige Übersetzung für "Ruach"), Brodem, Essenz, Lebenskraft, Lebensenergie, Äther (im aristotelischen Sinne), Astralleib, Feinstofflichkeit, ...

Zunächst ist zu erklären bzw. zu umschreiben, welche metaphysischen Strukturen man überhaupt bezeichnen will? Was wäre z. B. der Unterschied zwischen Seele und Geist in dieser Hinsicht? Oder zwischen dem göttlichen Odem und der Seele?

Abdrushin unterscheidet neben dem grobstofflichen Körper den feinstofflichen Körper, welchen er "Seele" nennt, und darüber hinaus den "Geist" als den Wesenskern des Menschen, der seine eigentliche Essenz ausmacht.

Spengler hingegen, der sich in ganz anderen Zusammenhängen bewegt, nennt den "Geist" die Verstandestätigkeit der Denker, die den zivilisatorischen Spätphasen die Überhand gewinnt, "Seele" hingegen den übergeordneten Wesenskern der Kultur, der sich lebend entfaltet.

Dies nur als Beispiele.

Es wäre also zu klären, was man selbst inhaltlich in einem bestimmten Zusammenhang mit den Begriffen meint.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Alles, was tief ist, liebt die Maske.“


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