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China bei Cayce – ein absoluter Fehlschlag (Freie Themen)

Taurec ⌂ @, München, Donnerstag, 10. Mai 2018, 16:49 (vor 873 Tagen) @ Sagitta2831 mal gelesen
bearbeitet von Taurec, Donnerstag, 10. Mai 2018, 17:01

Hallo!

Man sollte auch die ganze Stelle betrachten.

In dem Reading werden wohl die verschiednen Nationen hinsichtlich ihres Umgangs mit den christlichen Prinzipien abgehandelt.

Die Benutzung der Wörter "thee", "thy" etc. weist auf einen Geist hin, der vor dem 18. Jahrhundert im englischsprachigen Raum beheimatet war oder jedenfalls recht eng mit der King-James-Bibel verbunden war, in der die alten Formen noch länger erhalten blieben.

Zu China:
"The sin of China? Yea, there is the quietude that will not be turned aside, saving itself by the slow growth. There has been a growth, a stream through the land in ages which asks to be left alone to be just satisfied with that within itself. It awoke one day and cut its hair off! And it began to think and to do something with its thinking! This, here, will be one day the cradle of Christianity, as applied in the lives of men. Yea, it is far off as man counts time, but only a day in the heart of God – for tomorrow China will awake. Let each and every soul as they come to those understandings, do something, then, in his or her own heart."

Als Sünde wird China offenbar seine "Selbstgenügsamkeit" vorgehalten ("Reich der Mitte").
Das Abschneiden der Haare spielt auf die Xinhai Revolution 1911 an, nach welcher der traditionellen chinesische Zopf verschwand. Seitdem befindet sich China auf dem Wege der Verwestlichung, der es eines Tages zum Zentrum der Christenheit machen soll, und zwar in menschlich langer Zeit, aber "only a day in the heart of God".
Das ist nichts anderes als die im selben Reading unter den Punkten 8 und 9 genannten tausend Jahre, die ein Tag beim Herrn sind.

Vgl. 2. Petrus 3,8: "Das eine aber, liebe Brüder, dürft ihr nicht übersehen: dass beim Herrn ein Tag wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag sind."

⇒ Diese Aussage soll sich nicht in unserer Zeit erfüllen, sondern in einem Rahmen von tausend Jahren!

Dahingegen, aber nicht besser auf die Realität passend das Reading # 2834-3 von 1943:
"As will be seen, the greater rule in the next twenty-five years in China is to grow towards the Christian faith (though it may appear to some at present that this is lacking), but the principles of Chinese literature and Chinese economics should be studied."

"(Q) May it be indicated as to the destiny of the Chinese during the next twenty years - whether they are likely to take a more democratic turn or a more authoritarian turn?
(A) More of the democratic. For, as has been indicated, more and more will those of the Christian faith come to be in political positions, and this in China will mean the greater rule in certain groups - according to how well these manifest. And these will progress. For, civilization moves west."

"(Q) May any more be given now regarding China?
(A) Much - much might be said as to the various sects in China at the present time. But these will all be united, more and more, towards the democratic way - just as it has begun and as it has been in the last twenty years, and it will grow and spread faster in the next twenty-five, and more in the last five than in the first ten."

China sollte also bis 1963/68 christlicher und demokratischer werden, indem Christen in politische Machtpositionen kämen.

Das Gegenteil ist passiert:
1949 kamen mit Mao die Kommunisten an die Macht. Dazu zum Thema "Religion in der chinesischen Verfassung":
"Was die Glaubensinhalte betraf, so überließ man es weitgehend den Religionsgemeinschaften, sie selber zu bestimmen. Die religiösen Institutionen wurden jedoch einer strengen Reglementierung und Kontrolle seitens der Partei und der Regierungsorgane unterworfen, um zu verhindern, dass sie Einfluss auf die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse im Land nehmen könnten. Die in der Verfassung festgelegte Religionsfreiheit wurde jedoch in der Frühphase der kommunistischen Herrschaft nur beschränkt beachtet und in der Zeit der Kulturrevolution (1966–1976) vollständig außer Kraft gesetzt."

Sowie aus dem Abschnitt "Religion in der VR China":
"Trotz des Neutralitätsgebots in der Verfassung stand die Regierung in den 50er Jahren den Religionen feindselig gegenüber – eine Haltung, welche zum Teil aus ideologischen Gründen herrührte, zum Teil aber auch aus den schlechten Erfahrungen mit westlichen Missionswerken, die eng mit den Kolonialisten zusammenarbeiteten. Alle ausländischen christlichen Missionare (ca. 6200) wurden aus China ausgewiesen und der Kontakt der Kirchen zu allen ausländischen Organisationen abgebrochen.

Nach der Lehre der chinesischen kommunistischen Partei sollten sich alle religiösen Organisationen darüber hinaus streng auf die religiösen Inhalte und damit verbundenen Riten beschränken. Sie sollten sich keinesfalls in Belange einschalten dürfen, die in einer sozialistischen Gesellschaft dem Staat zugeordnet sind. Das wurde lange Zeit so interpretiert, dass die Religionen auf den Gebieten der Erziehung, des Gesundheitswesens und der Sozialarbeit sich nicht betätigen dürfen. Sie mussten sich ausschließlich auf den binnenreligiösen Raum beschränken.
[...]
Während der ersten beiden Jahre der Kulturrevolution, also 1966 und 1967, wurden zahllose Klöster, Tempel und Kirchen von den Roten Garden verwüstet; jedwede Religionsausübung musste in den Untergrund gehen. Dies galt sowohl für die offiziell anerkannten als auch für die nicht anerkannten Kirchen."

Von wegen "demokratische Entwicklung" und "Christen an die Macht".

Daher:
:tonne:

Mit dieser grandiosen Fehleinschätzung Cayces (bzw. mit der völligen Unkenntnis der dahinterstehenden Wesenheit bezüglich künftiger Dinge), die der realen Entwicklung um 180° entgegengesetzt ist, kann man wohl auch das ein Jahr später entstandene Reading vergessen, in dem China zur künftigen "Wiege des Christentums" erklärt wird.

:tonne:

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Alles, was tief ist, liebt die Maske.“


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