Wenn es nur so einfach wäre (Schauungen & Prophezeiungen)

RichardS @, Freitag, 06. September 2013, 23:10 (vor 2497 Tagen) @ tugrisu7485 mal gelesen

Hallo, tugrisu!

Nicht falsch, Dein Hinweis, was unter Inflation (eigentlich!) zu verstehen ist – als Diskussionsbeitrag zu Irlmaier jedoch völlig daneben. Was glaubst Du: Wie viele haben Deine ‚Definition‘ von Inflation im Kopf, so wie Du sie unter Berufung auf eine „wissenschaftliche Publikation“ hier beschreibst?

Die entscheidende Frage ist doch: Was verstand Irlmaier unter einer „großen Inflation“, die er laut einer Quelle als eine der wesentlichen Ereignisse im Vorlauf nannte. (Und falls er ein entsprechendes Ereignis ‚gesehen‘ haben sollte, was wird er dann wohl gesehen haben?)

Ich gebe Dir einen Tipp: Er wird unter „großer Inflation“ das verstanden haben, was auch Otto Normalverbraucher damals wie heute darunter versteht. Im kollektiven Gedächtnis der Deutschen gibt es dazu entsprechende Bilder: die stammen aus den Anfangsjahren der Weimarer Republik!

Dass Otto Normalverbraucher unter (großer) Inflation (rasant) steigende Preise versteht, die (!) bewirken, dass das Geld mehr und mehr an Wert verliert, liegt im Übrigen nicht daran, dass Otto Normalverbraucher selbst für „einfachste Mathematik“ zu blöd wäre. Otto Normalverbraucher vollzieht lediglich die Vorstellung und die Bilder von Inflation mit, wie sie ihm nahegebracht werden, landauf landab, in den Medien, in der Politik und von unzähligen weiteren „gelehrten“ Menschen. Führ Dir im Internet beispielsweise wikipedia zu Gemüte. Da geht es so los:

„Inflation (von lat.: das Sich-Aufblasen; das Aufschwellen) bezeichnet in der Volkswirtschaftslehre eine allgemeine Erhöhung der Güterpreise, die entsprechend das Absinken der Kaufkraft zur Folge hat.“ (Und danach wird es auch dort nicht besser.)

Du solltest also von Deinem hohen Ross heruntersteigen. Es sei denn, Du wolltest uns hier weismachen, Irlmaier hätte Deine ‚Definition‘ von Inflation vor Augen gehabt. Und nicht die landläufige.

Noch sind wir nach allgemeinem Verständnis von hoher Inflation weit entfernt. Dass sie uns in Zukunft bevorsteht, nicht einmal das ist allgemeiner Konsens, auch wenn es Fluchtbewegungen einiger gibt, die ihr Geldkapital in Sachkapital tauschen (aktuell: Immobilienkäufe in Deutschland). Aber die große Masse – die hält ihre Spargroschen brav und vertrauensselig weiterhin auf Festgeldkonten, in Anleihen und Lebensversicherungen. Die ‚hohe Inflation‘ scheint bei den meisten noch nicht einmal als Schreckgespenst angekommen zu sein. Das Geld (in Deutschland) ist „sicha“ – den Spruch kennst Du doch hoffentlich; er wird Dir neben der Regierung auch von den großen Oppositionsparteien unterschrieben. Von wegen Inflation … ganz zu schweigen von ‚hoch‘. Stell Dich auf die Straße und erzähl das – Du wirst ausgelacht. Noch sind die Deutschen, die lieber ein paar Vrenelis ‚horten‘ als auf den Kaufkrafterhalt ihrer Euroguthaben zu vertrauen, in der belächelten Minderheit.

Das ist also nach wie vor Zukunftsmusik:

"5. Es herrscht eine große Inflation. Das Geld verliert mehr und mehr an Wert.
6. Bald darauf folgt die Revolution.
7. Dann überfallen die Russen über Nacht den Westen."

Gruß,
Richard


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