Re Lieselotte (Schauungen & Prophezeiungen)

rauhnacht @, Dienstag, 20.10.2015, 19:28 (vor 1958 Tagen) @ Lieselotte (9674 Aufrufe)

Hallo Lieselotte,


da ich viel Zeit im Wald verbringe und bereits in meinem Leben verbracht habe, seit meiner Kindheit, sehe ich das etwas anders. Ich empfinde Wald nicht als feindlich, im Gegenteil, ich empfinde Städte als feindlich, als menschen- , und lebensfeindlich.

Da hast Du mich mißverstanden. Der Wald ist auch für mich ein wunderbarer Ort und Städte eher lebensfern vermurkst. Weswegen es auch wichtig ist, so viel wie möglich in die Natur zu gehen, um im Gleichgewicht zu bleiben.
Nur: Überleben dort so richtig pur, ist in heutigen Zeiten ganz außerordentlich schwer. Jetzt schon, weil Du weiter unten R.Nehberg erwähnst, auch der sagt, ein Überleben in den sogenannten 1.Welt Ländern in der Natur ist selbst mit dessen Wissen und Abhärtung selbst in der guten Jahreszeit schwierigst ohne z.B. Feldfrüchte zu mopsen.
In den Zeiten ( und um klar zu machen, ich rede von Jahren, ab dem Beginn, wo es in den Städten blöd wird ) dann, musst Du Dich verstecken, weil da auch noch andere sein werden. Feldfrüchte mopsen geht nur mit äußerster Gefährdung, sofern da überhaupt etwas wächst. Von Brombeerblättern und Wurzeln u.c.im Winter kannst Du unmöglich längerfristig überleben. Ich kenn mich schon ziemlich gut mit Pflanzen aus und würd mich wohl eher nicht vergiften, aber überleben für länger geht nicht. Die Hasen, Mäuse, selbst Insekten musst Du erstmal kriegen und auch dazu, musst Du wieder unterwegs sein. Verbrennst Kalorien, läufst Gefahr entdeckt zu werden und wirst nur wenig kriegen. Bei ungünstiger Witterung, und das fängt beim Dauerregen an und geht über in mörderische !!Kälte, ist es aus mit dem freundlichen Wald. Letzteres darf man nicht unterschätzen, ein geschwächter Mensch stirbt sogar bei noch geringen Plusgraden an Unterkühlung. Wenn Du dann Dein Feuer anzündest, hast Du das mit der Lampe noch weit übertrumpft. Das sieht man nicht nur, dass riecht man noch vieeel weiter.
Am schwierigsten ist das mit dem Wasser, sofern im Bächlein 1/oder auch 3 oder 4 nicht womöglich Leichen und sonstiges übles irgendwo weiter oben gelandet sind, muss man da erstmal ran, wie Andere auch!! und dann abkochen oder Chemo, (Wasserfilter überbrücken solch lange Zeiten auch nicht). Jeden TAG! Und wenn das Bächlein, wie ich vermute, dann irgendwann gar kein Wasser mehr hat, wirds noch vieeel schwieriger.
Und so weiter, ich hab das ausprobiert. Als letzte Option trau ich mir zu, wohlgemerkt samt Mann, der kein Kasperl ist,und evtl.einigen Variablen mit gaaanz vieeel Glück einige, wenige Wochen falls wirklich nötig in der maroden Kulturwildnis bei uns zu überleben, um dann woanders anzukommen oder gar zurück zu kehren.

Viele Menschen auf einen Haufen in Krisensituationen (Stromausfall, nix zu essen, sonstiges ) sind erst recht hoch gefährlich und unberechenbar in ihrem Verhalten, weil 1. die meisten Menschen keinerlei Disziplin mehr haben, um in Notsituationen einen klaren Kopf zu bewahren und 2. sich in Menschenmengen Gewaltsituationen rasch multiplizieren.

Gar kein Frage, so ist das!Aber auch dazu sollte man sich Gedanken machen und sofern irgend möglich vorgreifen. Bündnisse, Nachbarschaft, Kleinzellen bilden, Straßenzug sichern ect. Geben und Nehmen. Ich freu mich über die vielen Rumänen, Russen und Türken in unserer Straße und weiß, da geht mehr, wie mit so manchem deutschen Vorbildbürgertum, neben denen ich auch schon gewohnt habe.

Deshalb ist die oberste Maxime bei mir: Raus aus der Stadt. Raus aus Orten, wo zu viele Menschen sind, selbst ein paar Hundert sind ein paar Hundert zuviele. Viel zu viel Panik und Hysterie und Gewalt! Und unberechenbar. Der Mensch in der Not ist per se unberechenbar.

s.o.

Was ist dagegen der Wald. Der ist nicht unberechenbar. Der ist da, bietet Schutz, Verstecke, Nahrung. Der ist immer da (solange der Ami ihn nicht mit Napalm abfackelt). Und das ist gut zu wissen.

Als letzte Option.

Ist der Wald dann noch groß und gebirgig und der nächste Ort weiter weg, ist der Schutz perfekt. Der user "Bär" hat über dieses Thema hier viel Interessantes geschrieben, deshalb möchte ich das nicht weiter ausführen. Es ist auch ganz gut so, wenn viele in den STädten krepieren. Desto weniger schwierig wird hinterher der Neuaufbau.

Nun ja. Da sag ich jetzt mal nichts zu.

Denn dafür brauchen wir die Leute, die dafür gesorgt haben, dass es so weit gekommen ist, wie es derzeit ist, nicht mehr, die würden nur stören. Also sollen die gerne in ihren heißgeliebten Städten bleiben, und sich in ihren Häusern verbunkern und dort verrecken. Geschieht ihnen nur recht.

Dazu erst recht nichts!

Die hier vorgestellten Waffen empfinde ich als lächerlich. Ein einfacher Pfeil und Bogen sollte reichen. Oder nicht mal das, Fallen stellen ginge auch. Man kann auch von Kleintieren überleben. Es empfiehlt sich R. Nehberg. Die Krönung ist die Empfehlung mit der hellen Lampe. Ja dann laufen die "survivalisten" mit hellen Taschenlampen durch den Wald, wie ulkig! Damit man sie auch schnell sieht. Aber meistens hört man sie eh schon, die brauchen keine Lampen, die sind nicht fähig, sich leise und unbemerktim Wald zu bewegen.

Die Empfehlung zur hellen Lampe macht Sinn. Allerdings m.E. nach in Situationen, die nur ganz am Rand Dein Thema streifen. Wir haben solch eine Lampe schon zweimal sehr effektiv einsetzen können. Sinn dahinter ist: Sofern man aufmerksam genug ist, eine sich dann doch heimlich anschleichende Person rechtzeitig, und durchaus still und leise, wahr zunehmen, blendet man im entscheidenden Moment. Der Schleicher erschrickt, sieht erstmal nix und dann muss man gucken, was man draus macht. Das ist ein "Bruch" im Verhaltensablauf des "Gegners" und so etwas ist in der Selbstverteidigung immer von Vorteil.

Nein, das mit dem Fallenstellen hab ich noch nicht ausprobiert. Aber dank ehemaliger Kaninchenzucht zumindest andere Dinge, wie schlachten und ausnehmen. Mich deucht, Rauhnacht, da klingt ein wenig Verachtung bei dir durch. Es kann aber sein, dass ich mich irre, falls dem so ist, entschuldige bitte.

Verachtung? Nein, Lieselotte, Verachtung empfinde ich Dir gegenüber keineswegs. Ich achte Dich schon allein dafür, dass Du Dir Gedanken machst, als Mensch so richtig, kenn ich Dich ja nicht. Virtuell hab ich aber sicher oft andere Meinung. Ich achte ja z.B. B.Bouvier, sogar sehr hoch, dennoch hab ich recht oft eine andere Meinung.
Was Du wohl gespürt hast, ist mein Eindruck, dass Du Manches mit Überzeugung von Dir gibst und ich nach einigem virtuellen Hinschauen gelegentlich bezweifle, ob Du Dir da wirklich genug Mühe gegeben hast beim Heranbilden Deiner Aussagen.
Und daher kam meine Empfehlung doch das mit dem Wald mal so richtig aus zu probieren. Ganz so wie ich es schrieb. Möglicherweise entdeckst Du durch den Versuch richtig viel, was Dich interessiert und dann im lernen weiter bringt. Und das wünsche ich Dir von ganzem Herzen. Oder aber Du ziehst zurück und näherst Dich dann aber der Entscheidungsklippe sehr viel erfahrener.

Ich wünsche Dir wirklich von Herzen alles Gute,
Gruß von Kämpferin zu Kämpferin

P.S. Die Bücher von Johannes Vogel, die Du auch schon mal irgendwann empfohlen hast, sind wirklich gut. Allerdings m.E. eher Fortgeschrittenenkunde. Ich rätsel beispielsweise immer noch über meinen Versuch zur Sauerstofffällung aus einem bayerischen See und kann trotz 30 Jahre Pflanzenkunde nicht alles so, wie er einordnen.
Darum: Ausprobieren!!!!!!!!!!!


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