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Veranschaulichung und darüber hinaus (Übersinnliches & Paranormales allgemein)

Luzifer, Österreich, Montag, 16. September 2019, 21:52 (vor 32 Tagen) @ Frank Zintl329 mal gelesen

Hallo Frank,

genau dafür wird so etwas verwendet. Mir ist leider auch kein simpleres Beispiel eingefallen, welches das zumindest als Krücke aufzeigt, worum es mir dabei eigentlich geht.

Die Menschen denken bei Polaritäten immer in Schwarz <--> Weiß im ungünstigsten Fall und wenn ein wenig darüber hinaus dann in Graustufen, in Schattierungen, Mischungen von Grau und Schwarz, diskreten Punkten auf einem Zahlenstrahl zwischen den beiden, einer Achse. Gut, Gott - Böse, Teufel, alle anderen irgendwo dazwischen. Nur so einfach ist es nicht.

In dem beschriebenen Stoffsystem gibt es eben nicht zwei Pole, sondern vier (oder fünf wie Du richtig angemerkt hast, nur 5 kann man praktisch gar nicht mehr irgendwie veranschaulichen, deswegen fasst man zwei zusammen, weil doch sehr ähnlich).

Die vier Pole des Tetraeders sind alle gleichwertig, es gibt keine Achse zwischen ihnen, sondern eben das Volumen dazwischen und meistens jede erdenkliche Mischung nur eben auch nichts außerhalb, weil 100 % Quarz sind 100 %, mehr geht nicht, dann kommen die anderen Oxide logischerweise nicht mehr vor.

Und dann kann man sich vorstellen wie komplex es wohl sein wird, das Geistige eines Wesens, eines Menschen, sonst von was, dass von einem System mit wesentlich mehr Polen umschlossen ist als nur von Vieren zu beschreiben. Die Frage nach Gut und Böse ist daher fast so etwas wie "reduktive Spiritualität" in Anlehnung an die gängige Denke des reduktiven Materialismus. Es funktioniert so praktisch nicht, weil die Pole "Gut" und "Böse" nicht für sich alleine stehen, sondern nur zwei von all den Geistigen Polen sind, die alle zusammen EIN System bilden. Man kann sie nicht extrahieren und alleine betrachten, die Schlüsse, die man dann zieht, sind ausnahmslos nicht richtig.

Beim reduktiven Materialismus ist es sehr ähnlich, dieser beschert der Naturwissenschaft ihre größten Erfolge und wird letztlich die größte Archillesferse sein, ein wirklich stimmiges Modell der Welt zu liefern (die "Wahrheit" werden wir wohl nirgends ergründen können), weil eben, wie Esoteriker aller Coleur wissen, immer alles mit allem verbunden ist und das lässt sich durchaus auch auf der Basis moderner Physik postulieren.

Das Geistige kennt keine Monopole und auch keine Dipole, sondern das ist ein "dynamisches Beziehungsgeflecht" von allem, variabel immer und überall. Blendet man alles andere bis auf einen "Gegensatz" aus, der geometrisch gesprochen eben nicht durch eine Achse oder Gerade verbunden werden kann, sondern eigentlich durch eine Hyperkurve in einem hochdimensionalen Raum, dann erscheint uns das als jener typische Gegensatz wie Finsternis - Licht, Gut - Böse, Liebe - Hass, usw. Das ist eine Projektion einer Projektion, einer Projektion, einer .....

Freier Wille heißt nicht aus diesem Geflecht, das, was mir als Bild in einer Art Vision mal als das "Gefüge des Lebens" untergekommen ist, ausbrechen zu können, es zu verändern oder gar einzelne Pole zu entfernen (Pardon, den "Teufel" wird man wohl nie los werden können, zumindest nicht in jenem System, das unsere Welt aufspannt, vielleicht gibt es alternative Welten, ich weiß es nicht), sondern einzig und allein seinen Standort darin verändern. Und das kann man nicht durch logische Überlegung, durch Gedanken alleine, dazu braucht es mehr, nämlich das Herz als Kompass und Richtschnur. Und das Geistige geht dem Materiellen voran, ändert man seine Position, dann wird sich das Umfeld anders gestalten, einfach weil es anders ist. Deswegen kommt es dazu, dass das "Leben" oder "Gott" wenn man so will, wahrhaft Gutes belohnt und das umgekehrte eine Spirale nach unten in den Abgrund ist, einfach weil man sich dann an einem anderen Koordinatenpunkt befindet. Die Umgebung ändert sich nicht, nur der Standpunkt, deswegen ist der Himmel und die Hölle kein Ort, in dem man nach Ende seines Lebens hinkommt, sondern wahrlich, wer dann in eine Welt eingeht, die der Himmel genannt werden kann, der war bereits hier auf Erden im Himmel und die Hölle kann man genauso mitnehmen, nur ohne die Trägheit des Materiellen wirkt das Ganze vielleicht etwas dramatischer ein grundsätzlicher Unterschied ist es nicht.

Und das krasse ist die realen "Pole" der Schöpfung sind die höchsten Wesenheiten die es gibt, sie sind alle Emanationen Gottes, sie sind durch Reduktion und Beschränkung auf einzelne Aspekte des unendlichen Geistes entstanden, sie haben selbstredend auch einen freien Willen und sind keinesfalls statisch. Die Welt ist primär eine wesenhaft-geistige und nur sekundär abgeleitet eine statisch-materielle. Und die Denke es gäbe sowas wie einen Ideenraum, der transzendente Pole bildet ist meiner Meinung nach ein Holzweg, alles was ist ist deswegen weil es lebt, diese Ideen sind in Gott und nicht in der Welt. Polaritäten in der Welt entstehen durch Wesenheiten und durch nichts anderes, weil nichts anderes wirklich real ist.

Schönen Abend
Franz


Quod est inferius, est sicut id quod est superius, et quod est superius, est sicut id quod est inferius, ad perpetranda miracula rei unius.


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