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Wissen bedingt keine Lehre (Übersinnliches & Paranormales allgemein)

Taurec ⌂ @, München, Freitag, 12. Juli 2019, 08:44 (vor 7 Tagen) @ Harald Kiri378 mal gelesen
bearbeitet von Taurec, Freitag, 12. Juli 2019, 08:52

Hallo!

Ein System, das auf immer wiederkehrendem Vergessen in immer wiederkehrenden Inkarnationen basiert, erscheint mir denkbar ungeeignet, tatsächlich einen Fortschritt, statt immer tiefer greifenden Rückschritts, zu produzieren. Es kann eigentlich nur eine Spirale abwärts sein, wenn ich aus vergangenen (eigenen) Fehlern nicht lernen kann.

Es paßt, wenn man davon ausgeht, daß der seelische Fortschritt nicht auf oberflächlicher Ratio basiert, sondern tieferer, empfindungsmäßiger und intuitiver Erkenntnis.
Die oberflächliche Ratio würde erfordern, daß man ständig alle Informationen hat, um immer wieder kausal und logisch aufeinanderfolgend die Gründe und Ursachen ableiten zu können, weil man ohne diese gar nicht wüßte, was richtig und falsch ist. Ein solches System würde einen Fortschritt vielmehr verhindern und den ständigen Stillstand zementieren. Es würde jegliche Abstraktion verhindern und ermöglichen, alles Geschehen auf zwingende Notwendigkeiten zurückzuführen. Die Erkenntnisse wären völlig oberflächlich, etwa in diesem Sinne: "Ich begehe keine Morde, weil ich weiß, daß ich deswegen bereits auf dem Schafott gelandet bin." Keine Spur der Erkenntnis, warum es falsch wäre, Menschen zu ermorden.
Bleibt hingegen lediglich die diffuse Erfahrung im Hintergrunde, zusammen mit der spiegelbildlichen Erfahrung, selbst anscheinend sinnlos und ohne Vorwissen der Hintergründe ermordet zu werden, erst dann und überhaupt nur dann tritt ein Lerneffekt ein. Darauf basieren Karma und Schicksal: Der Mörder (als Beispiel) wird in einem späteren Leben selbst zum Ermordeten. Zur Erfahrung gehört zwingend, daß er selbst nicht weiß, warum er ermordet wird. Er muß die Erfahrung aus einer Warte machen, die es ihm ermöglicht, die Sinnlosigkeit eines vorzeitig beendeten Lebens am eigenen Leibe zu erfahren. Wüßte er, daß dies geschieht, weil er zuvor selbst jemanden ermordet hat (weil man es erinnert), wäre die Erfahrung nur oberflächlich und würde sich gleich einer irdisch verhängten Strafe in einem kausalen Tat-Strafe-Wechselverhältnis bewegen, das einem nur lehrte, wie man sich als gewitzer Spieler verhält, um keine negativen Folgen für sich selbst heraufzubeschwören. Die Erfahrung als Opfer wäre zweitrangig und vernachlässigbar. Es gäbe kein unbefangenes Erleben, das einem erst die Bedeutung der Ereignisse selbst beibringt.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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