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Dogma und Ehre (Schauungen & Prophezeiungen)

BBouvier, Donnerstag, 20. Mai 2010, 13:27 (vor 3703 Tagen) @ DvB6438 mal gelesen

»... der

Bolschewismus im feudalistischen Rußland spricht schon dagegen. Daß "kein
echter Russe" Bolschewis gewesen wäre, wie BB meint, ist natürlich eine
äußerst unglaubwürdige Schutzbehauptung. :-D

Gruß, DvB

Hallo, DvB!

"Russen" - nicht ein jüdischer Intellektueller, der 1913 in Petersburg lebt, -
nicht ein Krimineller, der die Gunst der Stunde nutzt,
sich 1919 den Mordbuben des NKWD anzuschliessen,
um ungestraft Massenmorde begehen zu können,
sind wahrlich nie je "Kommunisten" gewesen.

Genau so wenig, wie ein spätmittelalterlicher "christlicher" Bauer,
der verzückt nach in Rennes zur dort zur Schau gestellen (verschrumpelten)
Vorhaut Jesu pilgert, auf dass die Krätze von seinem Sohn abfiele.
Und auch all die Mönche damals nicht, die sich ihre Rücken blutig
geisseln und vor lauter christlicher "Frömmigkeit"
in einen Orden eintraten, der ihnen zeitlebens das Sprechen untersagt.
Und heute auch kein Neger oder Südamerikaner, der verchristlichte,
magische Kulte exerziert.
Und sein Auto mit Wasser aus Lourdes besprengt.
Beim "Christentum" handelt es sich um ein intellektuelles Dogma,
- entstanden in der römischen Epoche deren Zivilisation (!) -
Jesus sei ein Lamm, sei der Sohn Gottes, sei leibhaftig
in den Himmel aufgestiegen, und Beitrag zahlende Mitglieder der
christlichen Kiche kämen nicht in die Hölle,
weil wir" (die Menschen) Jesus ermordet hätten.

Und diese "reine Lehre" ist etwas radikal anderes, als
Pilgerfahrten mit Erbsen in den Schuhen zum Grab
des Heiligen Jakobs von Campostella zwecks
Aufnahme in den Himmel oder Erfüllung der Bitte
einer reichen Heirat wegen.
Und insofern ist der "fromme" Durchschnittsmensch
damals genau so wenig "Christ" gewesen, wie ein Russe
1927 oder 1988 jemals "Kommunist".
Sondern beide haben sich gruppendynamisch nur der
jeweils herrschneden Macht unterworfen.
Und sich rein äusserlich angepasst.
Ihr Lebensgefühl blieb von dergleichen
intellektuellem Überbau jedoch völlig unberührt!


Und, was "Ehrgefühl" betrifft, so handelt es sich dabei um eine
seelisch-angeborene Haltung lebendigen Instinktes,
das rein unbewusst und reflexartig schierem "Überleben" dient.
Das sich eher am vorgelebten Beispiel ausrichtet und nicht ex Kathedra
aus Büchern gelehrt werden kann.
Und zeigt sich rudimentär bereits bei frei lebenden Rindern,
die - bei Anwesenheit von Raubtieren -
nicht die Flucht ergreifen, sondern zusammenhalten und einen
wehrhaften Kreis bilden, um die Jungtiere mittig zu schützen.
Und bei Murmeltieren, wo Dasjenige, das die Anderen vor dem Raubvogel
laut pfeifend instinktiv warnt
- und sich dabei weit sichtbar hoch reckt und exponiert,
statt sich im Loch rasch zu decken - sein Leben
für die Sippe in die Schanze schlägt.

Wer in einer Krisensituation auch nur einen Moment
zögern muss "nachzudenken, was denn wohl "richtig" sei,
der hat es bereits nicht, das "Ehrgefühl".

Gruss,
BB


- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."


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