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Lenin und Langzeitstrategie (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂ @, München, Dienstag, 11. Mai 2010, 11:22 (vor 3712 Tagen) @ Monsignore6992 mal gelesen

Hallo!

Na ganz so scheint es nicht zu sein. Jelzin wollte Lenin wohl bestatten, was er allerdings nicht durchsetzen konnte. Die staatliche Finanzierung der Erhaltung des Leichnams wurde jedenfalls eingestellt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Lenin-Mausoleum

Mir scheint, das Andenken in der Bevölkerung ist noch groß. Weil Rußland an der Oberfläche demokratisch ist, muß man die Wähler auch nicht durch solche Maßnahmen unnötig verprellen.

Frage: Warum haben wir in den Städten noch Denkmäler unserer Fürsten. Ist die BRD am Ende insgeheim doch noch monarchistisch? Warum wird das Berliner Schloß wieder aufgebaut? Läßt die BRD am Ende die Hüllen fallen und das Preußentum ersteht wieder auf?

Warum reißen wir denn nicht alle Dome und Residenzen ein, um Einkaufszentren (oder Lampenläden) zu errichten? Das käme unserer Lebensart doch näher, als die ollen Buden, die eh nur Geld kosten.

Zum Thema Langzeitstrategie einige Anmerkungen (nicht ihn Bezug auf Monsignore):

1. Aus der Tatsache, daß wir Seheraussagen zur Rückkehr des Kommunismus haben, folgt noch lange nicht, daß es die Langzeitstrategie wirklich gibt.

2. Eine Aussage aus Sowjetzeiten über die Destabilisierung der westlichen Wirtschaft ist kein Hinweis auf eine Langzeitstrategie, sondern auf Überlegungen zu jener Zeit, die heute ebenso obsolet sind, wie die Vorhaben Hitlers für die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg.
Aussagen aus der Zeit seit 1991 wären da schon interessanter, müßten aber belastbar sein.

3. Wollten wir der Sache auf den Grund gehen, wären eine ausführliche Quellensammlung (etwa die angeblichen Aussagen der Überläufer) nötig und eine kritische Bewertung derselben, ganz so, wie es mit den Seherschauungen machen (oder machen sollten).
Dabei wären Aussagen von Russen, die irgendwann in den Westen flohen, dort vernommen wurden, jahrzehntelang in der Versenkung verschwanden und sich dann in Büchern bezüglich der Langzeitstrategie zu Wort meldeten (vermutlich ohne Belege), nicht allzu hoch zu bewerten. So zumindest stellte es sich mir dar, als ich über einen Überläufer (Name entfallen) mal recherchierte. Falls das die Regel sein sollte, ist die Sache dünner, als sie hier immer dargestellt wird.
Der Verdacht läge in solchen Fällen nahe, daß derjenige sich nur wichtig machen wolle oder daß sein Name zur Konstruktion eine Verschwörung mißbraucht würde.
Zur Zeit des kalten Krieges scheinen die Aussagen der Überläufer zudem durchaus widersprüchlich gewesen zu sein, was eher auf Verwirrungstaktik der Sowjets hinweist, als auf tatsächlich vorhandene Pläne.
Am besten wäre es natürlich, hätten diejenigen gestohlene Dokumente und Versammlungsprotokolle der Sowjets vorzuweisen, die Aussagen der Deserteure über den Rang von Behauptungen hinausheben.

Um beim Vergleich mit Schauungen zu bleiben: Wenn nach Jahrzehnten jemand auftaucht und behauptet, Irlmaier gekannt zu haben, und neue, unbekannte Aussagen von ihm darbringt (etwa wie jene letztens über das Geld), kommt ebenfalls der Verdacht auf, derjenige könnte ein Schwadroneur sein. Ein persönlicher Brief/Postkarte von Irlmaier, ein Foto der Familie mit ihm oder Zeugenaussagen dritter würden die Sache jedoch beweiskräftig untermauern.

4. In den Schauungen fehlen im Grunde die Beweggründe für den Einmarsch der Russen und genaue Zusammenhänge/Ursachen der Revolutionen. Die Spekulation über Motive ist zwar durchaus interessant, jedoch müßig, solange uns die Tatsachen der Gegenwart keine Vermutung darüber erlauben.
Nachdem die Langzeitstrategie – vor allem durch DeGards Bücher – mit dem Thema aber gewissermaßen verschweißt wurde und immer wieder angesprochen wird, soll es hier durchaus möglich sein, diese zu erörtern (solange zumindest das Hauptthema des Forums nicht an den Rand gedrängt wird). Weil die Last der Argumentation jedoch bei den Vertretern der Langzeitstrategie liegt, müssen diese erst die Quellen mit Belegen liefern. Es kann von der anderen Seite nicht verlangt werden, daß sie sich in das Thema eigenständig einarbeitet, ohne von dessen Wichtigkeit (und Richtigkeit) überzeugt zu sein.
Auf die Art, wie im Augenblick diskutiert wird, nämlich indem man nur Vorwürfe macht, ist das Thema hier allerdings erledigt, ehe es richtig begonnen wurde. Es werden da auch gedanklich nachvollziehbare Beiträge wie jene BBouviers von Anhängern der Langzeitstrategie eher als Provokation empfunden (ähnlich Aussagen gegenüber geneigten Lesern, die Bibel sei nicht das Wort Gottes), was beim Verfassen solcher freilich im Hinterkopf behalten werden sollte.
Zwischen Glauben und Tatsachen ist ein Unterschied. In dem Sinne sollte auch jeder in der Lage sein, bezüglich der Quellen weitestmöglich zu unterscheiden, was sie wirklich enthalten und was man ihnen glaubt, entnehmen zu können (sprich die eigenen Schlüsse). Das ist ein Test der Denkfähigkeit.

So bleiben zwei Wege: Entweder die Langzeitstrategie wird kritisch besprochen, die Beteiligten reißen sich am Riemen und nehmen auch in Kauf, falsch zu liegen (selbst wenn man bereits Bücher verfaßt hat), oder das Thema wird in diesem Forum vermieden.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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