Der erfolgreiche Prepper in Mitteleuropa (Freie Themen)

Hinterbänkler @, hinterm Wald im Emmental, Mittwoch, 22. Februar 2017, 00:48 (vor 1376 Tagen) @ Baldur5552 mal gelesen

Hallo in die Runde...

Es ist gut, dass wir das alles endlich mal an- oder aussprechen.

Die ganze Art der in 'unseren' Foren kommunizierte Vorbereitung ist in Mitteleuropa praktisch nicht zu realisieren.

Es macht z. B. überhaupt keinen Sinn Lebensmittel für sich und die Seinen im Keller zu bunkern.
Weil, wie BB seinerzeit treffend gesagt hat, riechen die hungernden Nachbarn den Brühwürfel durch Betonwände.
Glaubt irgendwer, er könne sich und seine Tochter gut ernähren, während die Nachbarkinder hungernd rumlaufen?
Glaubt irgendwer, dass seine Kinder nichts erzählen?
Wer kann/will seinen Kindern schon jetzt den Zugang zu den Schulfreunden verwehren?

Die Nachbarn machen sich auf und heben das Nest aus: ausbrennen, ausräuchern, ausmorden, foltern...
Keine Chance, selbst wenn Du 'ne Kalashnikov mit viel Munition oder bestausgebildete Hunde hast.
Die ganzen Alleinkämpfer oder Kleinfamilien hier und in den Nachbarforen haben bei der antizipierten politischen Gesamtsituation keine Chance.
Du kannst nicht auf dem Acker arbeiten oder die Ziegen hüten mit 'nem umgehängten Sturmgewehr.
Jedenfalls nicht lange.

Um 24/7 dein Eigentum zu bewachen, brauchst Du mindestens 15 bis 20 ausgebildete Männer, die auch keinen Verrat begehen usw.
Das kann keiner der Prepper oder gar Internethelden hierzulande aufbieten.
Selbst James Wesley Rawles (Patriots: Surviving the Coming Collapse) wird das unter weitaus besseren Bedingungen in den VSA kaum schaffen.
Ob der heute nach so langer Naherwartung noch seine Leute hat, die zu ihm halten?

Auch wir haben keine Chance, obwohl wir 'nen großen Bunker und sonst so manches haben bzw. hatten.
Ich habe diese Taktik mittlerweile verlassen.

Du findest auch einfach keine Leute für so eine große Gruppe.
Wir wohnen so weit vom Schuss, dass niemand hier leben will, wegen Beruf, Familie, Stadt.
Alle brauchen Öffentlicher Nahverkehr, ihre Freunde, müssen die Eltern versorgen, einen guten Job, usw.
Die Menschen sind nicht bereit in eine Lebensgemeinschaft zu investieren.
Selbst die nicht, die diesen Traum seit langem träumen.
Wenn Du ihnen nicht 80 qm und ein Atelier bietest, keinen Seezugang oder keinen Alpenblick hast, ziehen sie weiter - im Ernst!
Der Permakulturgarten sollte heute schon so ertragreich sein, dass er garantiert Selbstversorgung ermöglicht.
Es ist unglaublich, was ich alles schon für Rationalisierungen gehört habe, warum die Leute es gerne bequem in Stadtnähe haben wollen und sie nicht mal das von uns gemachte Nest austesten.
Und ich habe wirklich recht viele Leute eingeladen und kennen gelernt.

Von den ganzen psychologischen Faktoren und notwendigen Gruppenprozessen möchte ich hier gar nicht reden.
Die sind übrigens bei Rawles in seinen billigen Romanen auch nicht vorgekommen.
Billig, weil sie mir vorkommen wie Old Shatterhand, der auch immer schon vorher wusste hinter welchen Busch sich die Indianer versteckten.

Bitte alles knicken!

Zum Glück entpuppen sich praktisch die ganzen Meter Prophezeiungsliteratur als Klopapier, was man dann schon mal nicht mehr einlagern muss ;-)
Mensch was haben wir uns alle mit dem Zeugs beschäftigt!
Da ist der Märchenonkel Carlos Castaneda noch geradezu seriös (Ihm verdanke ich übrigens das beste Bewusstseinsmodell, was ich kenne - das schreibe ich jetzt hier mal, damit ich vollends unten durch bin. Ich kann's mir in meinem Alter leisten nicht mehr für voll genommen zu werden ;-) )

Ansonsten kann ich von mir von Glück sagen, dass sich meine innere Ausrichtung in den letzten zwei Jahren deutlich verändert hat.
Meine Sorgen, meine Angst, mein Zynismus, mein Dominanzbedürfnis usw. fallen gerade auf magische Weise von mir ab.
Ich weine und platze manchmal fast vor Glück.

Danke und Gruß
Hinterbänkler


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