Bär, wir gehen da doch sehr konform, wie ich meine ... (Vorsorge & Überlebenstechniken)

WG, Donnerstag, 25. November 2010, 00:02 (vor 3279 Tagen) @ Bär5869 mal gelesen
bearbeitet von WG, Donnerstag, 25. November 2010, 00:19

Tach Bär,

Darum meine ich dass die vermeintliche Sicherheit des Rucksacks trügerisch
ist.

Ja, ich habe auch oft genug betont, dass es keinen Sinn macht sich einen Rucksack hinzustellen und gut ist. Ich bin genügend Außentürenerfahren, dass ich weiß wie ich durchkomme, deswegen gehe ich ja auch nicht mit meiner alten Ausrüstung los, sondern habe das optimiert. Für alle Fälle habe ich so zumindest das Notwenigste bei der Hand und wenn ich es nicht brauche ist es für später auch noch gut zu gebrauchen.
Übrigens gehe ich nicht davon aus, dass ich mir irgendwelches Wild schieße und übers Feuer hänge, wenn dann werde ich bevor es losgeht schon am Platz sein. Ich rechne nur damit, dass ich evtl. notfalls etwas reisen muss und dass das Reisen offiziell vielleicht schon nicht mehr geht, kein Zug oder Bus usw. Dann halt per pedes, was mir eh lieber und sicherer ist. Und wenn ich dann doch schon länger am Ort sitze werde ich mir über meine Ausrüstung sicher keinen Ärger bereiten. Jedes stück ist sorgfältig ausgewählt und allein das hat schon Spass gemacht, ich freue mich schon auf weitere Touren. Hab mir eine geniale Konstruktion entworfen, wenn es sein muss ist es ein Schlitten, wenn nicht eine Karre die mit einem Hüftgurt gezogen wird. Damit kann ich sogar mein 10 kg Faltboot auch mit schleppen und 50 kg Futter. Baue das jetzt im WInter und wenn der erste Schnee fällt kommt der erste Schlittentest. Vielleicht vermarkte ich das Ding dann sogar, sieht nämlich nebenbei auch noch sehr gefällig aus. Mal sehen. Als Fahrradanhänger ist es auch noch gut geeignet.

Hast du immer noch nicht verstanden lieber WG, dass es nicht um einen
Pfadfinderausflug geht?

Bin nie davon ausgegangen, wie kommst Du darauf? Habe nur ein paar Schwäncke aus meiner Pfadizeit erzählt, mehr nicht.:-), bin heutzutage aber nicht mehr so unterwegs, sondern bin inzwischen auf extremeren Touren. Damals hatten wir aber auch schon Touren gemacht die nicht ohne waren. Drei Wochen durchs Lappland ohne auf einen Menschen zu treffen. Da musst Du schon ein wenig Ahnung haben, denn so viel Futter mitzuschleppen geht nun gar nicht und das war vor 30 Jahren, ich war 15, da gab es noch kein Spezialaußentürenfutter. Pfadfinderausflüge waren das bestimmt nicht. Außentür gab es damals noch gar nicht.

Heute essen sie das Wild, morgen mein Hausschwein (in spe, ich suche noch
nach einem geeigneten Hof im Allgäu) und übermorgen mich. Die Zeit vor dem
Krieg wird deftig wegen hungernder Städter, die ihr Heil bei den Bauern
suchen. Die Zeit nach dem Krieg wird zumindest für einige Monate lang ein
Hauen und Stechen sein. "Vater gegen den eigenen Sohn" sagen die Seher.

Das ist der Grund warum ich denke, dass ich im Wald eine Zeitlang evtl. besser aufgehoben bin. Ich kenne mich da aus, weiß wie ich mich tarne und das eben auch am liebsten im Allgäu/Österreich, meiner ollen Heimat. Vielleicht auch Schweden, da hab ich auch Kontakte die ich derzeit wieder wärme. Ich bin derzeit offen nach allen Richtungen und werde mich bis zum Sommer endgültig festlegen, neben ein paar Notlösungen. Die Vorräte "zu Hause" sind dann wenn ich vorübergehend im Wald bin, gut versteckt (eingemauert/eingegraben).

Was meinst du, was dann eine Gruppe Migranten mit dir macht, wenn sie in
der Überzahl sind und du etwas zu essen hast? Nachdem Deutsche sie aus
ihrer Wohnung sarraziniert haben?

Hab ich gar keine Böcke drauf, deswegen ja nochmal der Wald, da kommen die nämlich kaum hin und ich kann mich hier besser tarnen als sonst wo. Das ist für den Fall der Fälle, dass ich improvisieren muss. Ich lebe seit 7 Jahren in Neukölln und kenne die Jungs, die sind nämlich ganz schön verwöhnt und das Leben draußen kennen die gar nicht, genauso wie die Sesseldeutschen. Die sind nur groß im Töne spucken und sonst nix, in Gruppen allerdings ungenießbar.

Überleg doch einfach mein Lieblingsbeispiel: Du hast eine Tochter. Sie
liegt im Bett und stirbt gerade vor Hunger. Dein Nachbar hat genug Dosen,
er läuft noch passabel genährt herum. Aber er gibt sie dir nicht
freiwillig. Und dann siehst du das Messer da liegen...

Hab keine Tochter, war ein ungeeignetes Beispiel :-D

WG, ich rede nicht davon dass ich auf Raub gehe. Ich sorge vor. Aber
andere haben nicht vor gesorgt. Sie können wählen zwischen Tod und Raub.
Und was werden sie tun?

Mal ein anderes Beispiel: Eine Truppe Russen steht vor Deiner Tür, die Nachbarn haben ihnen kurz vor der Kugel die Richtung gezeigt: Dort vieel Hamham ... Es gibt keine Sicherheit, Garantie oder sonst was, das ist uns beiden denke ich klar. Aber jeder Plan kann auch in die Hose gehen, gemäß meiner Signatur. Deswegen setze ich neben meinem Hauptplan auch auf flexible Vorbereitung.

Ich habe aus Überzeugung einstmals den Wehrdienst abgelehnt.

Ich auch, aber genauso waren meine damals langen Locken ein wesentliches Argument für mich:-)

Als ich aus
Bosnien wieder kam, habe ich Extremkampfspot und das Schießen erlernt.

Kann ich gut verstehen und ich wünschte manchmal, ich hätte das auch bereits getan, aber ist halt nicht und das hat vielleicht auch seine tieferen Gründe. Zur Abschreckung hab ich eine fette Gurka, und mit dem Bogenschießen fange ich auch noch die nächsten Monate an, aber das nur aus Interesse an der inneren Einheit. Wenn ich das später mal zur Notwehr einsetzten muss/kann/sollte, dann ist das eben so. Ich mache das nicht mit dieser Absicht.

3.) Vorräte
Unter einem Jahr ist das ganze für die Katz.


Hundert Prozent konform. Wobei ich weiter gehe und die Selbstversorgung
als vorrangig ansehe und im Zweifel die Vorräte lieber im Würde altern

Meine ich doch auch, die Vorräte erst wenn's nicht mehr anders geht antasten (z.B. Kältesommer/winter?)

Meine Samenbank enthält über 200 Sorten.

Na, dacht ich mir doch, hat aber nicht so geklungen.

EM

Mich interessiert das momentan nicht, da ich dazu nicht flüssig bin, deswegen habe ich dazu auch nix zum sagen. Ich setze wenn dann eh mehr auf meine Fähigkeiten.

Über Fähigkeiten sind wir uns einig. Ich bin sehr stolz auf meinen Sohn,
der alle erdenklichen Arbeiten handwerklich hin bekommt und dennoch ein
begnadeter Denker ist. Sein Studium der Luft- Und Raumfahrttechnik
meistert er genial. Das, was er lernt ist so vielschichtig, dass wir mit
unserem Studium blaß aussehen dagegen.

Ihn sehe ich als Garanten dafür, dass wir einen großen Teil des Wissen
sogar über eine Zeit wie Wizard sie schildert hinaus retten können auch
ohne www.

Herzlichen Glückwunsch zu diesem Deine Sohne. Vielleicht ist er genau so ein Typ wie ich, der ich meine Denk- und andere Fähigkeiten mit Berührung und Bewegung erzeugt habe. Wenn ich ihn mal sehen sollte, kann ich das ganz schnell feststellen ;-)

Ich kann mit der religiösen Schiene nichts anfangen, weiß aber, dass viele
Menschen dies wirkungsvoll einsetzen können. Aber respektieren kann ich
jeden, der diesen Weg gehen mag.

Von Religion habe ich eigentlich gar keine Ahnung, hab schon immer außerhalb ("darüber" ist vielleicht ein bisschen überheblich) meine Erkenntnisse gewonnen und das auf vielfältige bunte Art.
Mal noch einen kleinen Schwank dazu:
Ich war vor einigen Jahren in der FalunGong-Bewegung sehr aktiv (ist dann zur Sekte geworden und ich nahm ganz schnell meinen Hut und verschwand). Wir hatten da aber mal eine richtig raffinierte Aktion gemacht. Eine Gruppe von 38 Leuten aus 11 Nationen hat sich heimlich in Peking getroffen. Wir trafen uns auf dem "Platz des himmlischen Friedens" und taten so als ob wir eine Hochzeitsgesellschaft waren. Auf ein Kommando haben wir dann ein riesiges Banner herausgezogen und hielten es hoch. Junge, da war was los. Ich saß blitzschnell im Lotussitz auf dem Boden und war sofort in totaler Ruhe. Es hat keine 10 Sekunden gedauert und überall auf dem Platz heulten Motoren auf. Innerhalb von weiteren 10 Sekunden waren wir von einer Wagenburg umstellt und Bullen (die Geheimpolizisten in China sind unglaubliche Bullen, richtige brutale Schlägertypen). Nun, ich saß am Rand der Gruppe und wurde als Erster betatscht. Keine Reaktion. Sie wollten mich wegziehen. Keine Chance, sie schafften es nicht. Ich bin nun wirklich kein Schwergewicht. Meine damalige Frau neben mir war sofort weggezogen, war mir egal. Ich war absolut in Ruhe. Es brach überall Panik aus, Schreie, Rufe, war mir egal. Ich wunderte mich nur ein wenig über die anderen. Viele trugen Blessuren davon, Haare wurden ausgerissen, Beulen, blaue Flecken, Blut. Ich saß immer noch da, war der letzte. Drei oder vier Bullen (keine Ahnung, hatte die Augen zu) wollten mich dann hochziehen, meine Beine auseinander bringen. Sie schafften es nicht, war mit egal. Dann so ein blöder Gedanke, ich konnte es wie in Zeitlupe mit verfolgen: "Wenn sie mich denn mal da losbekommen, hoffentlich nehmen sie auch meinen schönen langen Mantel mit und lassen den dort nicht liegen". Zack, plötzlich konnte sie mich hochbekommen. Beine Beine bekamen sie aber immer noch nicht auf. Behutsam, wirklich behutsam und vorsichtig trugen sie mich dann zum Polizeigefährt und setzten mich ganz sanft ab. Ich hatte nicht den geringsten Kratzer abbekommen. Dann machte ich die Augen auf (nein, ich war nicht im Himmel angekommen, wie ihr jetzt schon wieder denkt), ein Russe aus der Gruppe war am toben, brüllte rum, ich fand das störend und beruhigte ihn mit einem scharfen Blick. Er verstand sofort, senkte den Kopf, ich machte die Augen wieder zu und war in Ruhe. Die Polizeikolonne setzte sich in Bewegung, war mir egal.....
Ich weiß nicht warum die anderen so versagt hatten, ich verstehe es bis heute nicht, aber vielleicht sitzen sie genau deswegen immer noch in dieser Sekte rum.

Was ich bei dir bisher vermisse ist die angemessene Wehrhaftigkeit. Aber
darüber wirst du dir sicher deine eignen Gedanken machen und mich nicht
brauchen.

Ja, da magst Du recht haben, ich weiß noch immer nicht ob ich mich überhaupt wehren möchte, bin da bisher noch gespalten. Manchmal habe ich da auch so meine Phantasien, befinde mich da eben in einem Prozess. Bin wie gesagt mehr auf Tarnung und Unauffälligkeit am Planen und Vorbereiten.

Da viele der Verarbeitungen auch für unsere Freunde im Forum interessant
sein können habe ich diese Antwort hier ein gestellt. Ich hoffe du bist
damit einverstanden.

Klar, wollte ja auch nur den "religiösen" Punkt nicht in eine große Diskussion hineingezogen wissen und es ist ja auch ruhig geblieben ;-) Deine Position dazu kann ich verstehen, das ist aber ja auch in Winklers Buch recht gut dagestellt. Jedem das Seine und hier auf der Erde kommt halt alles zusammen. Weist wenn ich in mich hineinfühle, dann habe ich den Eindruck, dass mich mein ganzes Leben bisher, nur auf die Zeit danach vorbereitet. Wenn ich durchkomme, werde ich sicher meinen Spass haben, wenn nicht dann eben nicht. Du musst aber auch eines dabei bedenken, ich habe keine Familie um die ich mich kümmern muss. Das ist eine ganz andere Situation. Ich kann kommen und gehen wann und wohin ich will. Du machst das mit der Verantwortung die Dir obliegt genau richtig und ich denke Du weißt das auch, dafür meine ganze Anerkennung.

Herzlichst
WG


Das was nicht fliegt, kann auch gewaltig abstürzen!


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