Ich kaufe mir Angelhaken und Schnur und ernähre mich von Fischen (Vorsorge & Überlebenstechniken)

Bär, Montag, 22. November 2010, 00:40 (vor 3254 Tagen) @ Bär6233 mal gelesen

Seitenweise werden die Empfehlungen gehandelt wie Bögen zu bauen sind, welches Holz geeignet ist und wie die Spitze beschaffen zu sein hat.

Ich genieße das Vorrecht einen Meister mit dem Bogen zu kennen. Und ganz sicher ist der Bogen in der Hand eines Meisters eine tödliche Waffe.

Als Naturtalent mit allem was knallt, zumindest darf ich immer auf deutsche Meisterschaften fahren wenn ich mag, und schießt habe ich auch schon mit dem Bogen geschossen. In der Halle auf 18 Meter konnte ich nach einer Anzahl von Schüssen 3 Pfeile auf ein 5 Markstück zusammen schießen damals. Und dann ging es auf den Jagdparcour. Da standen dann aus Styropor Rehe, Bären und Wölfe die es zu beschießen galt in unterschiedlichen Entfernungen. Oh man, es war nur grausam. Einige Stücke habe waidwund geschossen. Aber die weitaus meisten konnten den Pfeil nicht einmal sehen so daneben lag ich. Und dabei hatten die sich noch nicht einmal bewegt.

Ich musste alle verlorenen Pfeile bezahlen, Das war teurer als der ganze Rest einschl. Leihen der Bögen.

Und nun denkt mal nach. Um mit Übung und einem gesunden trainierten Körper auf Schußdistanz von 10 bis 30 (Meister) an ein wildes Tier zu kommen brauch man Jahre. Wenn dann die Nervosität keinen Streich spielt, könnte man schießen. Könnte.

Und dann ist das Tier waidwund und läuft erst mal diesen oder jenen Kilometer. Natürlich habt ihr einen Schweißhund dabei der die Fährte aufnimmt und die nachsuche macht. Und den angeschweißten 200 kg Keiler könnt ihr mit einem Fichtenstöckchen tot schlagen, klar. Auch das Ausweiden klappt auf Anhieb mit einem angeschliffenen Stein.

Aber wie oft in eurem Leben seit ihr auf 10 Meter schon an ein wildes Tier heran gekommen? Einmal? Zweimal? Aber sicher nicht jede Woche.

Eine Unze Feingold für den, der mir einen mit dem Flitzebogen waidgerecht erlegten Keiler nach den 3TF auf den Tisch legt. (BB, du zählst nicht und Wizard muss ich wohl auch ausnehmen.)

Eher könnt ihr ein Tier aufessen, dass sich tot gelacht hat. Sorry, aber alles andere ist Illusion und Karl May.

Mit humorvollem Gruß

Bär

Ps.: Zu bedenken ist auch, dass auch Tiere atmen und auch während der finsteren Tage atmen müssen. Die Wilddichte „danach“ schätze ich eher gering ein.

Ich kaufe mir Angelhaken und Schnur und ernähre mich von Fischen

Bären sind Meister darin die Lachse mit der Pranke aus dem Bach zu fischen. Bären. Die wenigsten Leser sind Bären denke ich mal.

Um in einem Gewässer einigermaßen zuverlässig den Tagesbedarf an Fisch zu fangen muss man Gewässerkenntnis haben, Erfahrung und Wissen. Ist das Gewässer vertraut und fischreich genug mag das gehen. Fremde Gewässer muss man erst mal kennen lernen um zu wissen wie man an die Schuppenträger kommt.

Auch im Fang der wechselwarmen Schuppenträger habe ich es dereinst zur Berechtigung gebracht auf der Deutschen zu starten. Ich weiß also auch hier wovon ich rede. Ich traue mir dennoch nicht zu meine Familie aus fremden Gewässern zu ernähren ohne Vorlauf. Gemeint sind Gewässer im Lande, am Meer geht das je nach Region immer.

Also werden die meisten Fänge wahrscheinlich entweder vereinzelte Zufalsfänge sein oder aber ein mühsames Stippen von kleinen Karpfenartigen wie Rotaugen und Rotfedern. Im Sommer mag das noch gehen. Aber jeder kennt wohl die Begründung befreundeter Angler, das Wetter, die Windrichtung usw. wieso er Schneider blieb. In der kalten Jahreshälfte ist schlicht Essig mit Rotaugen. Eine Flucht ab Oktober, da kann der Angelhaken getrost zu Hause bleiben.

Ich rede auch hier nicht von den wenigen wirklichen Könnern, die auch im tiefsten Winter zuverlässig eine mehrere Kilo schwere Strecke mit nach Hause schleppen. Ich gehe auch gar nicht auf größere Fische, auf Karpfen oder Hechte ein. Für einen Anfänger einen Hecht unter gefrorenem Eis zu fangen und mit Kiemengriff ohne seine Finger zu schrotten aus dem Eis zu holen oder einen 70 kg Leng aus einem Fjord über die Bordwand zu hieven können wir ins Reich der Fabel stecken.

In den weitaus meisten Fällen empfiehlt es sich, die gefundenen Würmer selbst zu essen. Das gibt Eiweiß und schwimmt nicht weg.

Ganz obendrein auf unser Unglück bringen die finsteren Tage noch Säure mit sich. Und die Fische, die das überleben weil das Wasser groß genug ist für die Säuremengen, das garantiere ich, denen schlägt es derart auf den Magen, dass sie garantiert nicht auf den ausgelutschten Wurm eines Anfängers beißen.

Sorry, aber Fischfang ohne viel Kenntnisse, viel Übung und ein randvolles Gewässer könnt ihr als zuverlässige Ernährungsquelle schlicht knicken.


Einen Gruß vom


Bären


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