Holz und Zucker (Vorsorge & Überlebenstechniken)

Wizard, Berne, Dienstag, 23. November 2010, 23:53 (vor 3250 Tagen) @ Bär6268 mal gelesen

Moin Bär

genau dieses Puzzlesteinchen fehlt noch wenn wir den Kältesommer der Hexe
Katla in die Schuhe schieben. Vulkanische Aktivitäten, die drei Tage die
Luft so mit ihrem eruptiven Material füllen dass wir gar nichts sehen
können, sind nicht einfach weg. Die Folge muss zwangsläufig Kälte über
Monate sein. "Holz teurer als Zucker", Zucker als Krisenwährung, hat
Taurec in seiner Auflistung auch enthalten.

Ja, wobei ich "Holz teurer als Zucker" dabei eher für eine Versinnbildlichung halte. An Holz dürfte kein Mangel herrschen, da (wenn ich meine diesbezüglichen Schauungen richtig interpretiere) dann massenhaft Holz herumliegt, Zucker aber nicht. Allerdings eignen sich abgestorbene, gefrorene Bäume nicht als Feuerholz. Da muss man die Kunst beherrschen, erst mal ein Feuer anzubekommen, um das andere Holz hinreichend aufzutauen und zu trocknen um es zu verbrennen. Es könnte also a) gemeint sein, das trockenes Feuerholz innerhalb der Kältephase unbezahlbar ist, oder b) hinterher lebende Bäume und / oder vernünftiges Bauholz Mangelware sind. Auf Zucker in der heute üblichen Form) hingegen werden wir wohl recht lange verzichten müssen.

Deinen Link habe ich damals schon schon gelesen, kann es sein, dass es
deine Empfehlung war?

Gut möglich, könnte aber auch Detlef gewesen sein. Wir beide wechseln uns da mit dem Einstellen in Foren ab. :-D

Beeindruckend gruselig aber leider dem Verhalten des
Menschen angemessen. Nur das Ende stelle ich mir ein wenig anders vor ;-)

Nun, ich gehe mal davon aus, das es für sehr viele genau auf ein solches oder ähnliches Ende hinauslaufen wird.

Die Sache mit dem Wild gefällt mir deinen Schauungen zum Trotze nicht
wirklich. Tage lang tödlicher Staub und dann bittere Kälte gehen auch an
Flora und Fauna nicht spurlos vorbei. Wenn hier ein vergleichbares Maß an
Reduzierung der Individuen eintritt dauert es einige Jahre bis die
Populationsdichte dem ungeübten Hungernden die Chance bietet etwas zu
erlegen.

Mir auch nicht wirklich.
Allerdings sind alles bezüglich der Tödlichkeit reine Mutmaßungen. Wir haben bisher nur recht eindeutig, das es, zumindest für Menschen, ungesund ist, zu der Zeit draußen zu sein. Wobei meiner Meinung nach nicht eindeutig klar ist, ob es tatsächlich absolut tödlich ist. Wir haben ja die Aussagen, was es allem Anschein nach genügt, die Fenster blickdicht zu machen bzw. nicht hinzusehen. Ebenso haben wir die Aussage, das man nicht aufmachen soll, wenn die draußen Befindlichen "anklopfen". Dazu dann die nicht genau einzuordnende Schau von mir, wonach sich plötzlich ein (oder mehrere) Reh(e) ganz anders aufführen als normal üblich. Nämlich dahingehend, das es nicht in Panik davon läuft, sonder sich eher Handzahm nähert, um sich dann als brutaler Fleischfresser (zumindest soweit, das es Leute angreift und umlegt) zu entpuppen.

Meine persönlichen, diesbezüglichen Mutmaßungen gehen dahin, das es irgendetwas ist, das (teilweise?) über Augen aufs Hirn wirkt. Für manche direkt tödlich, manche verfallen (vorrübergehend?) in den Wahnsinn (Tötungsrausch) und auf einige wenige wirkt es gar nicht.

Hatte da vor längerem auch schon angemerkt, das dieses allem Anschein nach nicht zum ersten mal passiert. Siehe z.B. Sodom und Gomorra, wer hinschaut erstarrt zur Salzsäule oder bei den alten Griechen die Gorgonen, wer sie anschaut erstarrt zu Stein. Und zumindest noch bei den Chinese gibt es alte Überlieferungen ("Märchen"), die ähnliches aussagen.

Aber egal, was es auch genau sein wird und wie es wirkt. Es werden ziemlich viele davon (direkt oder indirekt) verrecken, Menschen und Tiere. Beide müssen sich anschließend langsam davon erholen, wobei die Tiere da eindeutig im Vorteil sind. Außerdem sehe (nicht schauen) ich da noch ein anderes Problem für die Menschen. Die stehen dann lange Zeit nicht mehr ganz oben an der Nahrungskette ...

Gibt da übrigens noch eine "Uraltaussage" von mir, die noch aus meiner Kindheit stammt und die ich selber sogar recht lange vergessen / verdrängt hatte. Die bezieht sich auf Wölfe, nämlich dahingehend, das, wenn die hier Ausgestorbenen wieder auf ihren alten Routen wandern, es soweit ist. Gemessen an meinem damaligen, kindlichen Verständnis, dürfte es so auszulegen sein, das wenn wilde Wölfe wider im Großraum Bremen mit Richtung Nordsee unterwegs sind, es Zeit zum beten (oder Rucksack greifen, je nach dem) wird. Im Raum Münster will man ja schon einen Wolf gesehen haben ...

Die Ernährung mit gefundener Tiefkühlkost ist mehr als heikel. Ich
empfehle dazu den Jagdschein zu machen um wenigstens über Trichinen und Co
etwas zu wissen oder sich von einem Jäger/Schlachter etwas einnorden zu
lassen.

• Wenn man am verhungern ist, ist es einem völlig wurscht was man frist. Hauptsache überhaupt was zu beißen.

• Meine mich zu erinnern, das Frost sowas abtötet. Und wenn da was Essbares länger bei Temperaturen von -20°C bis -40°C oder mehr Wochen oder Monate herumliegt, dürfte da nichts Lebendes mehr sein. Zudem Frist man es ja nicht roh.

• Mein Jüngster lernt Schlachter / Metzger und hat ein Auge darauf, bei Sachen die später von Nutzen sein können, besonders genau aufzupassen. :-D

Da wir noch Zeit haben ist die bessere Variante sicher sich verstreut in
seinem Zielgebiet Lager an zu legen. Getreide unter Co2 eingebuddelt in
einem dichten Faß nebst Dosen ist eine sichere Bank. Aber ich denke, da
bist du Experte genug als dass du meine Ideen brauchen würdest.

Diese Möglichkeit hat nicht jeder, und es hat keiner die Garantie, später auch bei seinen Lagern anzukommen oder bleiben zu können. Wobei ich persönlich Getreide eher als Saatgut ansehe und für die Übergangszeit "Fertigfutter" bevorrate. Wobei diese Bevorratung allerdings nicht dazu gedacht ist, sich rein davon zu ernähren, sondern rein als eiserne Notreserve damit man nicht tatsächlich verhungert. Ich bzw. die Leute die dann bei mir sind, müssen dann schon tatsächlich auf dem letzten Loch pfeifen, bevor ich das eine oder andere Versteck öffne.

Man verhungert übrigens gar nicht so schnell, wie vielfach behauptet. Sicher, wenn man jemanden in ein Loch steckt und ihm ausschließlich Leitungswasser gibt, isser nach ein paar Wochen hin (je nach vorherigem Körpergewicht und Konstitution). Was allerdings nicht alleine am Futtermangel liegt. Mit dem richtigen Willen und alle paar Tage mal eine Kleinigkeit kann an das ganz schön lange aushalten und dabei sogar noch arbeitsfähig bleiben.

Danke für die Erinnerung an deine Sehungen. Hätte es mich nicht in den
dunklen Wald verschlagen, wären wir fast Nachbarn. In meiner Sturm- und
Drangzeit stand auf dem Nummernschild Bauern Rücken
An...

Oh, tach Ex-Nachbar :-D

MfG

Wizard


Anführer = Erster unter Gleichen, jemand der den Anderen als Vorbild DIENT, den Anderen also voran geht und nicht jemand der die Anderen voran peitscht.


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