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Sarah, Donnerstag, 15. November 2018, 08:07 (vor 307 Tagen) @ BBouvier1668 mal gelesen
bearbeitet von Sarah, Donnerstag, 15. November 2018, 08:26

Hallo BB.,


Ich sehe das ähnlich, dass man mit dem Intellekt oft kaum gegen starke Glaubensaussagen ankommt oder durchdringt. Mit dem Intellekt werde ich nämlich die tiefe SEINS-Ebene des anderen kaum und nicht besonders nachhaltig erreichen können. Aber gerade dort sitzen unsere tiefsten Überzeugungen und Glaubensmuster.
Deshalb möchte ich dir einen anderen Weg vorschlagen. Man könnte doch das Pferd von der anderen Seite her aufzäumen.
Ich meine damit, nicht den Weg des Intellekts und des Argumentierens zu gehen, sondern die Erfahrungen aus der Tiefenschicht deines eigenen Selbst zur Verfügung zu stellen und den anderen zu inspirieren, zu ermutigen, neugierig zu machen, anzuleiten,.... Verändern wird sich jeder von uns immer nur aus einem tiefen, inneren Beweggrund heraus, niemals über ein rationales Argument von außen.

Glaubensmuster sitzen bei uns allen sehr tief, sind nicht leicht zugänglich und fassbar auf der rational oberflächlichen Verstandesebene. Ein Hin- und Herschieben von Argumenten führt eher nicht so rasch, wenn überhaupt, zu Veränderungen.

Warum erzählst du nicht ein wenig von deinem Weg und lässt uns Anteil haben an deinen Erfahrungen mit dem Wandel innerhalb deines eigenen Glaubens? Immerhin hast du dich über die Jahre selbst von vielen Glaubensvorstellungen getrennt! Wie glückt so ein Transformationsprozess? Berichte doch ein wenig darüber, welchen Stolpersteinen man begegnet, mit welchen inneren Widerständen oder Konflikten man rechnen muss, ob und welche Abgründe sich einem auftun und wie man damit umgehen könnte!
Es wäre natürlich auch fein, wenn andere, die schon vielen Jahre hier in dem Forum dabei sind, etwas über ihre Erkenntnisse bezüglich veränderter Glaubenskonzepte schreiben würden. Taurec selbst erzählt auch immer wieder mal, was er früher alles geglaubt hat und später nicht mehr, da ist ja auch viel Veränderung passiert. Bestimmt könnte er sehr viel dazu sagen!

Glaubenskonzepte sind immer höchst individuell, das wird vermutlich auch immer so sein und ich kann daran nichts Schlechtes erkennen. Dem Glauben an Gott liegt vermutlich immer ein ganz individuelles Glaubenskonzept zugrunde.
Schwierig wird es nur dann, wenn diese Glaubenskonzepte allzu einengend, angstmachend oder sogar schädlich, weil lebensverhindernd, werden, spätestens dann ist es an der Zeit, sich diese Konzepte genauer anzusehen.

Die Angst, das Kinde mit dem Bade auszuschütten, wenn man sich von falschen Glaubensvorstellungen trennt, scheint mir unbegründet, denn wie will man es jemals schaffen, sich von Gott abzuschneiden, quasi "aus der Schöpfung herauszufallen", man ist und bleibt ja immer ein Teil davon :-) Die Angst also, Gott zu verlieren, wenn ich einige meiner Glaubenskonzepte ausmiste, scheint mir unbegründet zu sein und deutet möglicherweise eher auf tiefsitzende grundlegende Zweifel und Unsicherheiten/Unklarheiten hin, die beim Hinterfragen und Infragestellen einfach nur sichtbar werden, zuvor aber latent ja bereits da waren, nur eben nicht angetastet worden sind. Insofern könnte die kritische Auseinandersetzung mit unklaren Quelltexten letztendlich zu einer Vertiefung des eigenen Glaubens führen, OBWOHL der Text nach eingehender Prüfung eventuell selbst nicht mehr als sinnstiftend betrachtet wird.


Lg :-)


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