Karma und Entwicklung (Freie Themen)

Ranma, Sonntag, 28. Oktober 2018, 00:42 (vor 20 Tagen) @ Luzifer500 mal gelesen

Hallo!

Hallo Ramna,

Ran(乱)ma(馬)

Nur eines fehlt mir da, und nie würde ich behaupten wollen, "Gott" kann nicht auch als persönlicher Gott in Erscheinung treten, nur weil mir diese Erfahrung fehlt. Über Gott kann einfach aus unserem Standpunkt praktisch nichts ausgesagt werden, auch wenn alles von uns aus ihm und in ihm und durch ihn nur lebt.

Was mir wirklich abgeht und ist das:

Nur ist Gott halt noch auch ein bisschen mehr als wir.


Vergleiche uns mit Figuren in einem göttlichen Traum, die ergründen wollen, was "er", der sich die Welt erträumt, wirklich ist,wie sein Leben und sein Wesen ist, ein fast unmögliches Unterfangen.

Wie Taurec schon ausführte kann Gott nicht in seiner gesamten Komplexität von uns erfahren werden. Dem scheinen wohl nicht nur du und ich zuzustimmen. Gott kann nur in einer menschengerechten Form von Menschen erfahren werden. Darum gibt es die zwei Möglichkeiten, daß entweder sich Gott deshalb den Menschen in menschengerechter Form präsentiert oder der Mensch sich einen persönlichen Gott einbildet und ihm menschliche Eigenschaften nur zuschreibt und das trotzdem für gewisse spirituëlle Erfahrungen ausreicht.

Nunja und damit kommen wir zum Haupteil Deines Beitrags, und die Lösung versteht man nur, wenn man annimmt, es gibt auch Hierarchie.

Ich weiß, dass mir mein Hund nicht gewachsen ist, wenn ich etwas möchte, so muss er es machen, weil ich Wege kenne, ihn dazu zu bringen. Meine Topfplanze am Fenstersims kann sich noch weniger wehren.

Ich habe eine Vorstellung von dem, was du sagen willst, obwohl ich den Hund für ein ausgesprochen schlechtes Beispiel dafür halte. Der kennt nämlich bestimmt auch Wege, dich zu bestimmten Verhaltensweisen zu veranlassen. Wahrscheinlich wurden Hunde freiwillig Haustiere und werden deshalb ganz anders behandelt als Schweine oder Rinder.

So alle sind wir "Gott", auch die Topfplanze nur in verschiedenem Range. Und das lehrt einen die Erfahrung, "Gott" verhindert das Durchgreifen einer höheren Ebene auf eine Niedrigere nie, sind auch die Absichten noch so übel.

Nie? Wirklich nie? Leider befürchte ich, daß du damit richtig liegst. Obwohl wir es wahrscheinlich nichtmal mitbekämen, wenn manches verhindert würde.

Und der Mensch als Krone der Schöpfung ist eine Lachnummer, die Entsprechendes bis zum hintersten Winkel der Schöpfung hervorruft. Also eher nicht das Ende der Fahnenstange.

Ja, der Mensch ist eine Lachnummer und wohl kaum die Krone der Schöpfung. Das ist ein wichtiger Grund dafür, warum ich annehme, daß wir uns näher am Anfang der Evolution als an deren Ende befinden.

Ob die "höhere Ebene", oder deren Spitzuben dann Karma oder Jüngstes Gericht erfahren, kann mir als Betroffener aber in erster Näherung egal sein, davon (von Rache und Genugtuung) hat keiner was.

Einerseits war die Entwicklung der Rache überaus nützlich, denn die dürfte der Grund dafür sein, daß auch wilde Tiere uns fürchten statt uns zu jagen. Andererseits sind Rache und Genugtung Anzeichen dafür, daß wir noch nicht sonderlich weit entwickelt sind. So gesehen ist es ziemlich fortschrittlich von dir, daß dir Rache und Genugtung egal sind und du erkannt hast, daß man davon eigentlich nichts hat.

Aber der Begriff Karma bezeichnet eigentlich nicht Rache oder Genugtung. Obwohl es verschiedene Definitionen für Karma gibt. Ich bevorzuge die jainistische, weil die sehr ausführlich ist (ich besitze ein ganzes Buch darüber) und sich zugleich an die wörtliche Bedeutung hält, die ‚Tat‘ lautet. Karma ist das, was man tut. Und zwar das, das man selbst tut, nicht etwa etwas, das einem getan wird. Weil man etwas tut, deshalb trägt man die Konsequenzen dessen, was man tut. Gemäß der jainistischen Definition trägt man die Konsequenzen nur während man etwas tut und die Konsequenzen würden sofort aufhören, sobald man mit dem Tun aufhörte. Theoretisch könnte man jederzeit aufhören. Aber es gibt keinerlei Mittel oder Methoden, um die Konsequenzen aufzuhalten, falls man nicht mit dem Tun aufhört. Zusätzlich zu diesem Teil nehme ich noch an, daß man das, was man tut, auch verinnerlicht, weil mir sonst nicht klar ist, wozu man so ein Konzept wie das Karma sonst brauchen würde.

Möglicherweise ist Jüngstes Gericht verständlicher, wobei man das jedoch nicht mit einem Weltenende verwechseln darf. Deshalb unterscheiden die Angelsachsen zwischen doomsday und judgement's day. Es gibt zwar die Vorstellung, daß Gott am Ende aller Tage zu Gericht sitzen wird und die Unverbesserlichen aussortieren wird, aber der Ursprung solcher Vorstellungen sind Nahtodeserfahrungen, in denen die Betroffenen ihr gesamtes Leben an sich vorbeiziehen sahen. Das dient eigentlich der Weiterentwicklung des Betroffenen und so ist das auch beim Konzept des Karmas.

Ich bin gerade in einem Schwellenland in einem Luxushotel. Ging gerade eben hinaus und habe Leid gesehen, dass konnte ich mir nicht einmal vorstellen. Bilder im Fernsehen sind was anderes, als das tatsächliche Erleben. Jetzt verstehe ich, was mein Kollege meinte, der über ein Jahr hier war, dass jene die auf der Straße in der Nacht sterben, einfach am nächsten Tage mit einem Auto zusammengeklaubt werden und weggefahren.

Und komme mir keiner mit Karma, das dreijährige, hagere und völlig zerzauste Mädchen zu bestrafen, das mir so treuherzig in die Augen schaute, dafür was es in einem früheren Leben getan hätte, eine abartige Vorstellung. Meinen Hund maßregle ich auch nicht eine Stunde später, weil er seine "Untat" schon Sekunden später nicht mehr weiß.

Das wäre eine sehr moderne und sehr westliche Vorstellung von ‚Karma‘. Eine Zweckentfremdung des Sanskrit-Wortes. Karma bezeichnet eher so etwas wie Gewohnheiten, die so tief sitzen, daß man sie über mehrere Inkarnationen hinweg nicht loswird und deshalb immer wieder auf die Fresse fliegt. Für die einzelne Inkarnation halte ich eher das Abschließen eines Inkarnationsvertrages für plausibel.

Ich hab auch nicht die Möglichkeit da groß was zu ändern, mit dem Reichtum habe ich es auch nicht so, aber eines wurde mir klar. Das ist kein Schöpfungsplan, da ist wer verantwortlich.

Und da profitiert wer, schamlos, auch da bin ich bei Dir. Die "obere Ebene" kümmert sich darum, dass diese Hölle hier am Köcheln bleibt und die diesseitigen Knechte machen sich ein feines Leben in der Hölle. Wie gesagt ich bin in einem Luxushotel und durfte heute beide Welten, die mir beide fremd sind, beobachten.

Mit dem Reichtum hast du es nicht so, aber ein Luxushotel kannst du dir leisten?


Seit es Kultur gibt auf dieser Welt wird das Leid potentiert. Nichts ist besser geworden. Nur weil ein paar Westler, wie wir in relativer Sorglosigkeit (würde nach den Eindrücken eher von schwerer Dekandenz sprechen) leben, beweist das gar nichts.

So und was kann man tun, links sein, ich war Kommunist, ok wurde also erfolgreich verars..t. In jedem System hier kommen die gleichen Psychopathen an die Macht und profitieren, ein Holzweg.

Religionen, zementieren den Status Quo noch.

Ohne Leidensdruck gäbe es wahrscheinlich zu wenig Druck zur Weiterentwicklung. Die bisher einzige Vorstellung, die etwas Sinn in das Ganze hineinbringt.

Spiritistische Texte behaupten, daß es für jedes erfahrene Unrecht eine Wiedergutmachung gibt. Auch das ist wichtig, damit das Ganze einen Sinn hat.

Also was tun?

Für mich persönlich weiß ich, was ich tun werde, sollte ich Gelegenheit dazu haben und die Spitzbuben auch wirklich erkennen können, dass es keinen falschen trifft. Deren Archiellesferse liegt im Spirituellen und dort kann man ansetzen.

Keine Ahnung, was du damit sagen willst.

Irgendwann wird man das tun müssen, sonst sind, falls es zu keiner Weltenwende kommt die nächsten 5000 Jahre genauso übel, wie die letzten.

Wenn man jetzt nur wüßte, was du mit das meinst.

Was es geben wird, das ist Weiterentwicklung auf die eine oder andere Weise.

Was zur Zeit schon begonnen hat, das ist eine Machtverlagerung von der westlichen in die östliche Hemisphäre. Dabei wird die Welt multipolar, was heißen soll, daß im Osten kein Hegemon wie die heutige USA auftreten wird. China hatte schon vor Jahrhunderten den östlichen Teil der Welt als soft power (auch wenn es das erst als modernen Begriff gibt) dirigiert und nur selten militärisch hart durchgegriffen. Dahin könnte die Entwicklung wieder gehen. Einzelschicksale werden dadurch nicht unbedingt besser. Die östlichen Mächte sind offensichtlich viel totalitärer als die westlichen. Es könnte für Einzelne sogar noch schlimmer werden.

Die politische Entwicklung ist nur der Rahmen für die Weiterentwicklung der Menschen und die ist es, worum es in unserer Zeit eigentlich geht. Deshalb halte ich es für ziemlich wahrscheinlich, daß man mit Missionen in die Welt geboren werden kann, zu denen man sich in einer Art Inkarnationsvertrag verpflichtet. Davon (und von eventuëllen Gegenspielern) hängt es dann ab, wie man sich gegenüber einem hagerem und völlig zersaustem Mädchen verhalten will oder kann.

Gruß,
Ranma


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