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Schlichte Wiedergabe endzeitlicher Vorstellungen (Freie Themen)

Taurec ⌂ @, München, Sonntag, 29. April 2018, 09:14 (vor 999 Tagen) @ ランマ2984 mal gelesen

Hallo!

Es ist freilich sinnfrei, von punktuellen Übereinstimmungen mit der Realität auf die Richtigkeit einer Prophezeiung zu schließen.

Adl-/Irlmaier hat an dieser Stelle nicht mehr gemacht, als eine uralte, im christlichen Selbstverständnis verankerte Vorstellung interpretativ auf seine Gegnwart zu beziehen.

Im Endzeitmythos wird der Antichrist nach der Wiederkehr Christi besiegt und der Satan in die Hölle zurückgestoßen, woraufhin das Reich Gottes anbricht (und die Kirche wiederhergestellt wird).

Bereits in den Prophezeiungen des 19. Jahrhunderts werden der anbrechende Materialismus und Kommunismus als die beginnende Herrschaft des Antichristen identifiziert.
Nach der Revolution in Rußland setzte man die Sowjetunion mit dem Antichristen und absolutem Bösen schlechthin gleich. Daraus leitet sich für Adl-/Irlmaier (und andere) logisch die Schlußfolgerung ab, daß Rußland nach dem Ende der Antichristherrschaft wieder christlich werden würde. Mehr ist nicht dahinter.

Es handelt sich nachweislich um die Wiedergabe einer auf das Zeitgeschenen bezogenen christlichen Vorstellung, was das Zugrundeliegen einer echten Schauung meines Erachtens absolut ausschließt.

Daß nun die reale Geschichte an einem Punkt zufällig damit übereinstimmt, läßt nicht auf die Richtigkeit der ganzen restlichen Schwadronade schließen.

Zudem reißt Du die Stelle aus dem Zusammenhang, was Du ja tun mußt, um ihr etwas abgewinnen zu können. Im adlmaierischen Textzusammenhang steht die Bekehrung Rußlands nämlich – ganz in Übereinstimmung mit dem obligatorischen endzeitlichen Grundgerüst des Dramas – am Ende des ganzen Geschehens, nachdem der Papst zurückgekehrt ist und es wieder aufwärts geht usw.
Meines Erachtens ist dieses Zertrümmern des Textes, um einzelne Bestandteile mit Gewalt auf die Realität hinzubiegen, ein reiner Selbstbetrug.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Alles, was tief ist, liebt die Maske.“


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