Avatar

Das ist schon schräg (Freie Themen)

Taurec ⌂ @, München, Samstag, 28. April 2018, 07:35 (vor 997 Tagen) @ ランマ3286 mal gelesen

Hallo, "Wrdlbrmpfd"!

„Über den Böhmerwald werden viele Leute kommen, die um Hilfe bitten.“
(Altbayrische Heimatpost vom November 1949)

Die kamen nämlich nicht über den Böhmerwald. Obiges Zitat behandelt mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit die nach dem zweiten Weltkrieg vertriebenen Sudetendeutschen und ist eine Erfindung ex eventu. Mit der Masseneinwanderung über den Balkan und die Alpen hat das nichts zu tun.
Wenn das Zitat mal nicht aus dem Zusammenhang gerissen ist. In Adl-/Irlmaiers Vorstellung scheint es sich wohl um ein Ereignis zu handeln, das (in der Naherwartung des Krieges 1950) in Verbindung mit einer kurz bevorstehen Hungersnot hierzulande eintreten sollte, die mit der Einwanderungswelle nichts zu tun hat: "Aber zuerst muß das Schlimme überstanden sein, da ist nichts zu machen. Es wird noch eine große Hungersnot kommen, und die Leute werden betteln, auch solche, denen es heute recht gut geht."

⇒ Bitte nicht absichtlich Fälschungen verfälschen, um ein Eintreffen von Prophezeiungen (die man zu Schauungen verfälscht) herbeizufälschen. ;-)

Die Caritasschwester wäre schon passender, ist aber wohl schon mit der ersten Gastarbeiterwelle und deren Nachzügler passé. Bei Aussagen wie diesen muß man beachten, daß es sich um posthume Spätüberlieferung handelt. Die Caritasschwester wurde vom (ebenfalls nicht ganz sauberen) Josef Stocker erst 1992 veröffentlicht. Nach allen Regeln des Handwerks muß man den ältesten Beleg heranziehen, wenn man auf Präkognition prüft. Dann steht der Verdacht im Raume, daß es sich auch hier um ein Ereignis ex eventu handelt. Stocker, der schon bei Katharina aus dem Ötztal "betrogen" hat, indem er als Quelle schlicht sich selbst zitierte, aber keine weiteren Angaben macht, ist nicht mehr zu trauen.

Offenbar hatten nicht nur Bariona und mindestens noch eine weitere Teilnehmerin am weltenwendeforum die Flüchtlingswelle von 2015 schon Jahre vorher geschaut!

Ja, Bariona könnte tatsächlich ein (recht diffuser und keine weiteren Implikationen machender) Treffer sein.

Möglicherweise erzählt Irlmaiers „Das Kreuz kommt wieder zu Ehren.“ sogar von einer Gegenbewegung gegen die Säkularisierung aufgrund muslimischer Einwanderung, aber das will ich jetzt noch nicht behaupten.

Hast Du doch schon. ;-)
Das Kreuz käme wieder zu eheren, bezieht sich auf die Uraltklamotte, die sogar älter ist als das Abendland selbst, daß nach der Christenverfolgung in der Endzeit durch den Antichristen und seinen Klüngel die Kirche wieder ganz groß raus käme. Das ist keine Schauung, die sich auf irgendein reales Ereignis unserer Tage bezöge, sondern ein christliches Endzeitmärchen, das sich Schäfchen zur Ergötzung ihres Glaubens erzählen.

Falls man sowohl Schauungen als auch logisches Denken für glaubwürdig erachtet, dann muß man zu dieser Schlußfolgerung kommen.

Du schreibst "Schauungen", meinst aber "Prophezeiungen". Bei letzteren ist aber im weitestgehenden Übermaß der Fälle das Vorliegen einer Präkognition überhaupt nicht nachweisbar und aufgrund der Bezüge zur Endzeitmythologie auch nicht anzunehmen.
Als Folge projiziert man ständig Vorzeichen in die Gegenwart, die halbwegs plausibel auch passen könnten, während die Hauptereignisse immer ausbleiben, und zwar seit zwei Jahrtausenden als Regelfall!!!

Es kann sich nämlich nichts ereignen, das spätere Punkte aus dem Ablauf verhindern würde.

Doch. Beispielsweise könnte das Abendland wie die Antike sang- und klanglos untergehen. Der Endzeitglaube ginge dann auf die Russen über, die ihn ebenfalls noch weitere 1000 Jahre vergötzten, ehe auch sie von der geschichtlichen Bildfläche verschwänden.

Gabriele Hoffmanns Schauungen sind übrigens auch schon eingetreten. Der Euro ist eine einheitliche Währung, für die man in den verschiedenen Teilen der Eurozone unterschiedlich viel an Gegenwert erhält. Das war sogar logischerweise zu erwarten, wo eine Währung mit unterschiedlichen Fiskalpolitiken kombiniert wird. Minirenten von wenigen Euro, jeweils durch H.IV aufgestockt, sind auch eine Art Einheitsrente. Diese beiden Punkte des Vorlaufes abzuhaken ist ebenso logisch wie den Koreakrieg in der Vergangenheit zu lassen.

Richtig. Ihre nächsten Prognosen auf Basis ihrer Schauungen sagen für Rußland eine Art goldenes Zeitalter der Prosperität voraus, während laut Prophezeiungen dort die Leichen unbegraben auf der Straße liegen müßten, weil Gott (das inzwischen wieder offen christliche) Rußland für die Sünden seines atheistischen Lebenswandels züchtigte. :irre:

Eine völlig neue Ausrichtung des Forums halte ich daher für übertrieben.

Eine Erweiterung (keine völlige Neuausrichtung!) ist angezeigt weil:
1. es nur sehr wenige Schauungen zum Weltgeschehen gibt und dieses Material als tragende Säule zu dünn ist.
2. die meisten Prophezeiungen eben ein geglaubtes Märchen sind, das nie eintrifft. Man befände sich, wie ich in diesem Beitrag beispielhaft, nur in einer Endlosschleife der Widerlegung bereits widerlegter Irrtümer und Fehlschlüsse Gläubiger, die halt noch nicht oft genug enttäuscht wurden, um den Irrsinn des Endzeitglaubens an der Wurzel packen zu wollen.

Sinnvoll ist jedoch die Öffnung für andere Arten von Quellen. Dabei denke ich vor allem an Astrologie. Die schon präzise für den 12.Jan.2020 feststehende Konjunktion (22°46'♑) hat es nämlich wirklich in sich. Weil so eine Berechnung ohne dazugehörende Schau kommt, kann man sicher nur sagen, daß etwas sehr Heftiges passieren oder eher (weil sich ein Teil der Konjunktion im weiteren Jahresverlauf wiederholt) beginnen wird.

Astrologie gleicht aber mehr einem Gefahrenschild an einer Schnellstraße, z. B. "Wild kreuzt", an dem eine erhöhte Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses und die Reduzierung der Geschwindigkeit angezeigt ist, ohne daß
1. zwangsläufig auch Wild die Fahrbahn kreuzen,
2. im Falle eines Kreuzens auch das Fahrzeug in unmittelbare Gefahr bringen muß.
Man überschätze also nicht die Astrologie hinsichtlich ihrer konkreten Aussagekraft.
Nichtsdestoweniger fände ich auch solche Ansätze, der immanenten Unwägbarkeiten dabei eingedenk, nicht uninteressant.

Übrigens bin ich mir sicher, daß eFisch und insbesondere NeuOrest viel mehr wissen als sie hier je zum Besten gaben. Ich glaube, daß die beiden glauben, daß ihnen aus irgendwelchen esoterischen Gründen nicht gestattet ist, mehr zu erzählen.

EFisch sprudelt im Zukunftsforum regelmäßig wie ein Wasserfall. Er scheint sich da nichts zu verbieten.
Nur handelt es sich um Aussagen, die sich zwar interessant lesen mögen, aber ebenfalls einen konkreten Niederschlag im Weltgeschehen missen lassen (der angesichts seiner genannten Jahreszahlen schon mehrmals ausblieb und aufgeschoben wurde/wird).

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Alles, was tief ist, liebt die Maske.“


gesamter Strang:

RSS-Feed dieser Diskussion