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Vermeintlicher "Merkelzyklus" (Freie Themen)

Taurec ⌂ @, München, Donnerstag, 26. April 2018, 17:53 (vor 998 Tagen) @ Sagitta3492 mal gelesen
bearbeitet von Taurec, Donnerstag, 26. April 2018, 18:05

Hallo!

..., also sind Diskussionen darüber (für mich) nicht nötig, Remi. Auch genügte es nicht, den König stürzen zu wollen, sofern man nicht vorher einen neuen Kandidaten und einen Handlungsplan für die Zukunft hat (Prinzip des konstruktiven Mißtrauensvotums gemäß GG). Beides lässt sich auf diesem Forum ganz gewiß nicht diskutieren, und beides bräuchte m.E. nur von jenen diskutiert werden, die im politischen Bereich handlungsfähig sind. Zwar ist das der Theorie nach jeder Bürger - aber eben nur nach Theorie. Dass ich Merkel bis 2021 als Kanzlerin sehe, ergibt sich mir aufgrund einer Kenntnis zyklischer Strukturen der Geschichte - der Einfachheit halber mag man das als Astologie bezeichnen, insofern es zwischen beiden Sichtweisen und Methoden gewisse Berührungspunkte gibt. Da eine solche Voraussage rational erarbeitet wird, ist sie fehleranfällig und als Wahrscheinlichkeitsaussage anzusehen. Urplötzliche Asteroideneinschläge sind weder von mir noch von Astrologen vorauszusehen und würden die Kanzlerschaft von Frau Merkel dann beeinträchtigen, wenn Berlin getroffen würde und Merkel sich gleichzeitig dort aufhielte - wodurch die obige Aussage weiter eingeschränkt wird. MfG, SG.

Über große historische Zyklen läßt sich diskutieren. Dieses Prinzip aber auf kleine Perioden im Rahmen von Legislaturperioden herunterzubrechen, entbehrt meines Erachtens einer validen Grundlage, da auf dieser Ebene menschliche Zufälligkeiten intervenieren. Merkel könnte durchaus abtreten, was aber nicht zwingend das hinter ihr stehende System in Gefahr brächte, welches in gewisser Weise durchaus einem übergeordneten Zyklus unterliegen kann.

Und sofern ich die damalige Darstellung Deiner Zyklen richtig sehe, weisen diese durchaus Beliebigkeiten auf.
Beispielsweise unterscheidest Du drei Zyklen mit einer Spannbreite von 48-55 Jahren und 80-84 Jahren, die Du auf verschiedene kriegerische Ereignisse in Zusammenhang mit Nordamerika beziehst. Angesichts eines Zeitfensters von jeweils mehreren Jahren (bis zu 7!) und der Tatsache, daß die USA quasi ständig irgendwo Krieg führen, läßt sich die Signifikanz dieser Zyklen durchaus bestreiten. Zwei Umläufe, die mindestens nötig sind, um überhaupt von einem sich wiederholenden Zyklus zu sprechen, variieren also bereits zwischen 96 und 110 bzw. 160 und 168 Jahren. Da findet man immer irgendwas, vor allem wenn es sich gleich um drei Zyklen handelt. :hamper:
Davon abgesehen beziehst Du an einer Stelle die Glorious Revolution mit ein, in der Nordamerika nur am Rande eine Rolle spielte, während das Ereignis in eine Reihe z. B. mit dem zweiten Weltkrieg gestellt wird.
Ein Zyklus endet 2005 (vorläufig) mit dem "Krieg gegen den Terror", wobei es sich um einen reinen Propagandabegriff handelt und die USA seitdem ununterbrochen militärisch engagiert waren. Der Syrienkonflikt paßt hingegen gar nicht in das Zeitfenster, da er zwischen den Zyklen liegt (die Deiner Darstellung nach zwischen 2019 und 2025 im "zweiten amerikanischen Bürgerkrieg" kulminieren, was immerhin nicht ganz uninteressant wäre).

Der russische Zyklus von 12 Jahren mit dreijährigen Teilperioden wirkt ähnlich beliebig, wenn Du die Besetzung Deutschlands statt 1945 auf 1944 datierst und zwischendrin Lapalien aufgegriffen werden müssen wie "Piloten und Techniker in Vietnam" (die sicher nicht nur ein Jahr dort waren, während die Sowjetunion im Hintergrund dauernd enagiert war) und der "Abschuß einer koreanischen Passagiermaschine" oder der "Grenzkonflikt mit China 1974", der aber 1969 ("Zwischenfall am Ussuri") stattfand, das in Deiner Aufstellung ausgespart wird. Die Verlängerung des 12-jährigen Zyklus weist auf 2016. Die Annexion der Krim 2014, die für ein Ereignis am Ende dieser Periode wie prädestiniert gewesen wäre, paßt aber weder in diese 12 Jahre, noch in die dreijährigen Teilzyklen.

Insofern gehe ich bei Deinem Merkelzyklus nicht von einer validen Feststellung aus. ;-)

Ohne eine Darstellung Deiner Methode, die sich auch vom Leser auf Plausibilität überprüfen ließe, bleiben Deine obigen Andeutungen ohnehin auf dem Niveau bloßer Behauptungen, die eigentlich keiner weiteren Inbetrachtnahme würdig sind.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Alles, was tief ist, liebt die Maske.“


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