Gegenrede (Freie Themen)

ランマ, Sonntag, 29. April 2018, 04:35 (vor 999 Tagen) @ Taurec3029 mal gelesen

Hallo, "Wrdlbrmpfd"!

Hallo Taurec!
Katakana dienen in erster Linie dazu, die Aussprache zu verdeutlichen. Extra für dich mache ich es sogar noch einfacher: Ra(ラ)n(ン)ma(マ); wer kann hier sonst noch Japanisch? Vielleicht sollte ich mich damit zurückhalten, damit ich diesen Vorsprung behalte, während meine Fähigkeiten trotzdem verkümmern.

„Über den Böhmerwald werden viele Leute kommen, die um Hilfe bitten.“
(Altbayrische Heimatpost vom November 1949)


Die kamen nämlich nicht über den Böhmerwald. Obiges Zitat behandelt mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit die nach dem zweiten Weltkrieg vertriebenen Sudetendeutschen und ist eine Erfindung ex eventu. Mit der Masseneinwanderung über den Balkan und die Alpen hat das nichts zu tun.

Vielleicht hätte ich mal auf eine Landkarte schauen sollen. Mir erschien das nahe genug an der Balkanroute. Warum sollte Irlmaier, obwohl er gewisse Treffer hatte und den Rest mit ihm bekannten Prophezeiungen ergänzte, noch zusätzlich Fälschungen ex eventu produzieren?

Wenn das Zitat mal nicht aus dem Zusammenhang gerissen ist. In Adl-/Irlmaiers Vorstellung scheint es sich wohl um ein Ereignis zu handeln, das (in der Naherwartung des Krieges 1950) in Verbindung mit einer kurz bevorstehen Hungersnot hierzulande eintreten sollte, die mit der Einwanderungswelle nichts zu tun hat: "Aber zuerst muß das Schlimme überstanden sein, da ist nichts zu machen. Es wird noch eine große Hungersnot kommen, und die Leute werden betteln, auch solche, denen es heute recht gut geht."

⇒ Bitte nicht absichtlich Fälschungen verfälschen, um ein Eintreffen von Prophezeiungen (die man zu Schauungen verfälscht) herbeizufälschen. ;-)

Die Einwanderungswelle hat natürlich nichts mit einer Hungersnot zu tun. Also keiner wie man sie sich hier vorstellt. Man mag einen Krieg erwartet haben, man mag eine Hungersnot erwartet haben. Aber die sind nicht eingetreten. Eine Flüchtlingswelle ist eingetreten. Ob Irlmaier prophezeite oder schaute, das vermag ich nicht zu beurteilen, bisher jedenfalls galt es hier als Konsenz, daß Irlmaier gewisse Treffer hatte und ansonsten Schwadronaden französischer Hausfrauen aus dem neunzehnten Jahrhundert reproduzierte. Das hatte ich immer so verstanden, daß er diese Prophezeiungen für durchaus valide hielt und sie deshalb wiedergab. Wird Irlmaier hier unterstellt, daß er absichtlich Fälschungen in Umlauf brachte, um Ereignisse vorherzusagen, an deren Eintreffen er selbst nicht glaubte? Das paßt nicht besonders gut zu einer Naherwartung? Könnte es nicht auch sein, daß sich Schau und Interpretation zu einer unzutreffenden Prophezeiung mischten?


Die Caritasschwester wäre schon passender, ist aber wohl schon mit der ersten Gastarbeiterwelle und deren Nachzügler passé.

Zwei dermaßen ähnliche Aussagen von derselben Person sollen sich auf zwei unterschiedliche Ereignisse beziehen? Die ersten Gastarbeiter wurden aus Portugal importiert, konnten also eher nicht über den Böhmerwald anreisen. Möglich wäre, daß Irlmaier die Flüchtlingswelle geschaut und falsch interpretiert hatte. Früher mal wurde hier oft angemahnt, Schauungen und Interpretationen voneinander zu trennen. Obwohl die letzte solche Mahnung Jahre her ist, halte ich diese Methode weiterhin für sinnvoll.

Bei Aussagen wie diesen muß man beachten, daß es sich um posthume Spätüberlieferung handelt. Die Caritasschwester wurde vom (ebenfalls nicht ganz sauberen) Josef Stocker erst 1992 veröffentlicht. Nach allen Regeln des Handwerks muß man den ältesten Beleg heranziehen, wenn man auf Präkognition prüft. Dann steht der Verdacht im Raume, daß es sich auch hier um ein Ereignis ex eventu handelt. Stocker, der schon bei Katharina aus dem Ötztal "betrogen" hat, indem er als Quelle schlicht sich selbst zitierte, aber keine weiteren Angaben macht, ist nicht mehr zu trauen.

Offenbar hatten nicht nur Bariona und mindestens noch eine weitere Teilnehmerin am weltenwendeforum die Flüchtlingswelle von 2015 schon Jahre vorher geschaut!


Ja, Bariona könnte tatsächlich ein (recht diffuser und keine weiteren Implikationen machender) Treffer sein.

Nun ja, es beweist immerhin, daß es möglich gewesen sein muß eine Schau über die Flüchtlingswelle zu haben. Desweiteren beweist es, daß so eine Schau hier trotz aller Experten einfach übersehen werden konnte. Nicht weil ich eine Fälschung retten wollte, sondern weil die Flüchtlingswelle eingetreten ist und vorher geschaut wurde, deshalb halte ich es für möglich, daß auch andere die Flüchtlingswelle bereits geschaut hatten. Eine Regel, daß ein Ereignis immer nur von einer Person geschaut werden darf, ist mir nämlich bisher nicht bekannt. Vielleicht sollte diese Möglichkeit mal genauer untersucht werden.

Aber ich erinnere mich schwach an eine weitere solche Schau. Die kam als Traum ins Forum, handelte von ein paar belanglosen Aktivitäten, während jedoch die Luft durch leicht grünliches Wasser ersetzt war. Vom Urheber des Beitrages wurde das nachträglich als eine Verschiebung in unserer Gesellschaft hin zu etwas mehr Islam interpretiert. Wer oder wann das war weiß ich leider nicht mehr. Vor der Flüchtlingswelle galt das wohl als Flutschau. Wegen diesem Traum und wegen der oft nichtwörtlichen Interpretation diverser Fluten bei Nostradamus, wäre ich sehr vorsichtig andere Flutschauungen, in denen sich das Wasser völlig unphysikalisch verhält als auf eine reale Flut bezogen einzuordnen. Vielmehr möchte ich in Betracht ziehen, daß sich auch solche Schauungen vorwiegend auf eine Flut eingeströmter Fremdlinge beziehen. Die kommen bis in die eigene Stadt, aber nicht in das eigene Haus. Ich halte diese Interpretation sogar für die wahrscheinlichere.

Das bedeutet einerseits, daß man nicht auf eine Flut zu warten braucht, und andererseits, daß die Schauungen darüber sehr wohl wichtig sind, sonst wären es nicht so viele. Letzterer Punkt ist allerdings weder bewiesen noch widerlegt. Es ist vielmehr so, daß wir nur diejenigen Schauungen ernstnehmen können, die wir kennen und als Schauungen erkennen. Je nachdem, ob die Schauungen einen tieferen Sinn haben, müßten sie mehr oder weniger großzügig aus ihrer Quelle strömen.

Möglicherweise erzählt Irlmaiers „Das Kreuz kommt wieder zu Ehren.“ sogar von einer Gegenbewegung gegen die Säkularisierung aufgrund muslimischer Einwanderung, aber das will ich jetzt noch nicht behaupten.


Hast Du doch schon. ;-)

Ja, ich bin schlau. Danke. Was ich jetzt noch nicht behaupte, das ist, ob die Rechristianisierung dauerhaft oder nur vorübergehend, als Maske aufgesetzt oder ernstgemeint ist. Festzustellen ist eine Rechristianisierung jedoch in der Realität, sowohl ein bißchen in Bayern als auch seit einigen Jahren in Russland, weil dort der Kommunismus größtenteils (einzelne Kommunisten gibt es dort noch, auch in der Regierung, laut Russophilus, der für den deutschen Vineyardsaker schreibt und einen eigenen Blog hat) verschwunden ist. Fraglich ist, ob man eine Rechristianisierung schauen kann. Aber wenn ein Ministerpräsident so schön symbolisch-anschaulich handelt, dann sollte das möglich sein?

Das Kreuz käme wieder zu eheren, bezieht sich auf die Uraltklamotte, die sogar älter ist als das Abendland selbst, daß nach der Christenverfolgung in der Endzeit durch den Antichristen und seinen Klüngel die Kirche wieder ganz groß raus käme. Das ist keine Schauung, die sich auf irgendein reales Ereignis unserer Tage bezöge, sondern ein christliches Endzeitmärchen, das sich Schäfchen zur Ergötzung ihres Glaubens erzählen.

Das ist natürlich auch möglich. Aber wie kann man den Ursprung unterscheiden?

Falls man sowohl Schauungen als auch logisches Denken für glaubwürdig erachtet, dann muß man zu dieser Schlußfolgerung kommen.


Du schreibst "Schauungen", meinst aber "Prophezeiungen". Bei letzteren ist aber im weitestgehenden Übermaß der Fälle das Vorliegen einer Präkognition überhaupt nicht nachweisbar und aufgrund der Bezüge zur Endzeitmythologie auch nicht anzunehmen.
Als Folge projiziert man ständig Vorzeichen in die Gegenwart, die halbwegs plausibel auch passen könnten, während die Hauptereignisse immer ausbleiben, und zwar seit zwei Jahrtausenden als Regelfall!!!

Ich behaupte hier nicht mehr und nicht weniger als daß die Flüchtlingsflut zusammen mit daraus vielleicht folgenden Konsequenzen ein Hauptereignis ist!

Es kann sich nämlich nichts ereignen, das spätere Punkte aus dem Ablauf verhindern würde.


Doch. Beispielsweise könnte das Abendland wie die Antike sang- und klanglos untergehen. Der Endzeitglaube ginge dann auf die Russen über, die ihn ebenfalls noch weitere 1000 Jahre vergötzten, ehe auch sie von der geschichtlichen Bildfläche verschwänden.

Das würde jedoch voraussetzen, daß Schauungen kein bißchen glaubwürdiger sind als uralte in die Gegenwart projizierte religiös angehauchte Prophezeiungen. Gibst du also wirklich bald auf?

Gabriele Hoffmanns Schauungen sind übrigens auch schon eingetreten. Der Euro ist eine einheitliche Währung, für die man in den verschiedenen Teilen der Eurozone unterschiedlich viel an Gegenwert erhält. Das war sogar logischerweise zu erwarten, wo eine Währung mit unterschiedlichen Fiskalpolitiken kombiniert wird. Minirenten von wenigen Euro, jeweils durch H.IV aufgestockt, sind auch eine Art Einheitsrente. Diese beiden Punkte des Vorlaufes abzuhaken ist ebenso logisch wie den Koreakrieg in der Vergangenheit zu lassen.


Richtig. Ihre nächsten Prognosen auf Basis ihrer Schauungen sagen für Rußland eine Art goldenes Zeitalter der Prosperität voraus, während laut Prophezeiungen dort die Leichen unbegraben auf der Straße liegen müßten, weil Gott (das inzwischen wieder offen christliche) Rußland für die Sünden seines atheistischen Lebenswandels züchtigte. :irre:

Ja, Russland blüht auf, denn wir befinden uns gerade inmitten einer Weltenwende.

Die Welt hört auf, sich dem Hegemon USA unterzuordnen, und wird multipolar. analitik.de , voltairenet.org , vineyardsaker.de wissen mehr dazu zu erzählen.

Eine völlig neue Ausrichtung des Forums halte ich daher für übertrieben.


Eine Erweiterung (keine völlige Neuausrichtung!) ist angezeigt weil:
1. es nur sehr wenige Schauungen zum Weltgeschehen gibt und dieses Material als tragende Säule zu dünn ist.
2. die meisten Prophezeiungen eben ein geglaubtes Märchen sind, das nie eintrifft. Man befände sich, wie ich in diesem Beitrag beispielhaft, nur in einer Endlosschleife der Widerlegung bereits widerlegter Irrtümer und Fehlschlüsse Gläubiger, die halt noch nicht oft genug enttäuscht wurden, um den Irrsinn des Endzeitglaubens an der Wurzel packen zu wollen.

Also ich wurde schon lange genug enttäuscht. Womit ich mich trotzdem nicht abfinden will, das ist, daß die Beschäftigung mit der Zukunft wie auch mit dem Paranormalem verschwendete Lebenszeit sein soll.

Sinnvoll ist jedoch die Öffnung für andere Arten von Quellen. Dabei denke ich vor allem an Astrologie. Die schon präzise für den 12.Jan.2020 feststehende Konjunktion (22°46'♑) hat es nämlich wirklich in sich. Weil so eine Berechnung ohne dazugehörende Schau kommt, kann man sicher nur sagen, daß etwas sehr Heftiges passieren oder eher (weil sich ein Teil der Konjunktion im weiteren Jahresverlauf wiederholt) beginnen wird.


Astrologie gleicht aber mehr einem Gefahrenschild an einer Schnellstraße, z. B. "Wild kreuzt", an dem eine erhöhte Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses und die Reduzierung der Geschwindigkeit angezeigt ist, ohne daß
1. zwangsläufig auch Wild die Fahrbahn kreuzen,
2. im Falle eines Kreuzens auch das Fahrzeug in unmittelbare Gefahr bringen muß.

In meiner Gegend ist es wahrscheinlicher, daß du an einer Stelle ohne Warnschild in ein Wildschwein fährst als daß du ein Warnschild nicht beachten bräuchtest. Ich stimme dem Vergleich der Astrologie mit einem Warnschild zu, jedoch behaupte ich, daß das Warnschild eher zu wenig beachtet wird als zu viel.

Man überschätze also nicht die Astrologie hinsichtlich ihrer konkreten Aussagekraft.

Man sollte sie erst recht nicht unterschätzen.

Nichtsdestoweniger fände ich auch solche Ansätze, der immanenten Unwägbarkeiten dabei eingedenk, nicht uninteressant.

Andererseits hätte ich glatt prophezeit, daß an dieser Stelle sicherlich jemand früge, warum es die besagte Konjunktion denn wirklich in sich habe. Obwohl…, ich habe kein Horoskop darauf erstellt, sondern ging einfach davon aus, daß Menschen von einer gewissen Neugier getrieben werden…

Gruß
Ra(ら)n(ん)ma(ま)
(乱馬)


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