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Der Gekreuzigte (Schauungen & Prophezeiungen zum Weltgeschehen)

Taurec ⌂ @, München, Donnerstag, 06. November 2014, 22:22 (vor 1836 Tagen) @ BBouvier5889 mal gelesen
bearbeitet von Taurec, Donnerstag, 06. November 2014, 22:29

Danke!

Da liegt die Vorlage die ganze Zeit leicht zugänglich vor einem und man merkt es nicht. Irlamier hat sich ja schon an anderen Stellen an die Bibel angelehnt.

Die Aussage über den Gekreuzigten mit den Wundmalen ist grundsätzlich diffus, läßt also die bei einer echten Schau zu erwartende präzisere Beschreibung der gesehenen Szene vermissen. Auch alle naturwissenschaftlichen Spekulationen, die dieses Bild (das sich ja jeder persönlich anders vorstellt) erklären sollten, konnten nicht überzeugen.

Z. B. der Waldviertler, der behauptete:
"Da kommt es in der westlichen CSSR zum Platzen der Erdrinde. Der erste Auswurf wird bis zu hundert Kilometer oder weiter geschleudert. Dabei kommt es zu dem von Irlmaier vorausgesagten Phänomen mit dem ‚Gekreuzigten’ (in Ihrem [Bekhs] Buch Seite 46; im Buch ‚Bayerische Hellseher’ S. 150/51). Es ist der erste in der Stichflamme emporgeschleuderte, sich bewegende, Auswurf. Dieses Bild ist unverkennbar ähnlich!"

Später (2001) behauptete der Waldviertler aber völlig im Widerspruch dazu:
"Kreuz am Himmel ist Kollision, über das ganze Firmament sichtbar." (<= Wirkt nicht plausibel, denn zwei Himmelskörper bringen wohl nicht genügend Material zusammen, um einen solchen Eindruck zu erzeugen. Man führe sich vor Augen, wie klein der 3500 Kilometer durchmessende Mond im Vergleich zum ganzen Firmament ist.)

Der Auswurf war dann eben der Birkenbaum, den er allerdings von der Tschechei an den Rhein verlagern mußte, damit es paßt:
"'Birkenbaum' ist Staub (?) in der Atmosphäre nach Auswurf, Mündungsgebiet Rhein, wahrscheinlich Impakt."

Kann man alles vergessen. Es wird kein Kreuz am Himmel geben und auch der Birkenbaum ist keine reale Erscheinung, sondern ein Sagenmotiv, das sich in den Reigen der Schlachtenbaumsagen einreiht.

Leider leider wirken sich diese wilden Behauptungen auf die Glaubwürdigkeit des Waldviertlers aus. Was will er denn bitte gesehen haben, wenn er behauptet, das von ihm gesehene Bild sei "unverkennbar" dem von Irlmaier auf Bibelgrundlage herbeiphantasierten Himmelszeichen des Gekreuzigten ähnlich? Auch den Birkenbaum aufzugreifen und seine Aussagen darauf hinzubiegen, war völlig unnötig. Indem er leichtgläubig solche Literaturmotive aufgreift, schießt er sich doch selbst in den Fuß.

Schnitt und andere Baustelle:
Daß Daniel dem Matthäus als Vorlage gedient haben könnte, leuchtet mir noch ein. Die angebliche Verbindung zu Jesaja ist mir aber zu dünn. Dort fehlt sowohl der Menschensohn als auch sein Himmelszeichen. Was bleibt, ist nur die übliche Zürnerei des alttestamentarischen Wüstengottes.
=> Man sollte es nicht übertreiben. ;-)

Gruß
Taurec


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„Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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