Meine UFO-Sichtung und deren wahrscheinliche und unverhoffte Erklärung (Schauungen & Prophezeiungen)

Fenrizwolf @, Sonntag, 19.06.2016, 21:22 (vor 1793 Tagen) @ Leserzuschrift (5220 Aufrufe)

Hallo!

Mitte der 80er Jahre befand ich mich mit zwei Nachbarskindern auf dem morgendlichen
Weg zur Grundschule.
In einer Talsenke in direkter Nähe zur Hauptverkehrsstraße hielten beide plötzlich
erschocken inne.
Ein dunkles, großes Objekt hat uns in sehr geringer Höhe überflogen, ohne daß es dabei
ein wahrnehmbares Geräusch erzeugt hätte.

Leider war ich selbst nicht Augenzeuge geworden. Als wir in der Schule angekommen,
aufgeregt unserem Lehrer davon berichteten, antwortete dieser, daß er dieses Objekt auch
gesehen habe, aber keinerlei Erklärung dafür fand.
Den Nachbarsjungen durfte ich selbst im frühen Erwachsenenalter nicht auf dieses Thema
ansprechen - zu unheimlich war es ihm.

In kurzem Abstand zu diesem Vorkommnis begab es sich, daß mich meine Mutter in
den Morgenstunden weckte, und die Rolläden hochzog.
Noch nicht ganz wach, schaute ich dösend auf den Mittelgebirgszug mir gegenüber,
der in ca. einem Kilometer den Horizont darstellte.

Von rechts kommend, sah ich einen dunklen Flieger in sehr geringer Höhe über die
Felder hinweg fliegen.
Im Bruchteil einer Sekunde hing ich mit weit aufgerissenen Augen direkt hinter der
Fensterscheibe
und beobachtete völlig verblüfft das ungewohnte Schauspiel.
Etwa mit der Geschwindigkeit eines rasant fahrenden Autos, und auch in etwa von
dessen Größe, flog ein dunkles Objekt anscheinend lautlos über die Felder.
In einer eleganten Bewegung stieg es höher und verschwand hinter dem Berggipfel.
Die Beobachtung dauerte keine zehn Sekunden, und ließ mich ratlos zurück.

Die Brisanz meines Erlebnisses war meiner im Badezimmer befindlichen Mutter
nicht begreiflich zu machen.
Mit einem süffisanten Grinsen und einem liebevollen "Ja, ja" war der Wahrheitsfindung Genüge getan.

Beide Vorkommnisse fanden morgens bei typisch westfälischem Wetter statt, hinterließen
kein vernehmbares Geräusch und keine weiteren Zeugen.

Vor ein paar Jahren entdeckte zufällig im Netz, daß in der Nachbarstadt jemand ist,
der quasi als seriöse Meldestelle eines Vereins fungiert, dessen Anliegen es ist,
sog. UFO-Sichtungen zu dokumentieren, zu katalogisieren und ggf. aufzuklären.

Von Science-Fiction-Literatur inspiriert und als Enthusiast gestartet, ist dieser Herr
längst unaufgeregt und mit einiger Erfahrung bei der Sache.
In seinem Archiv fand ich sogar kurze Falldokumentationen aus meiner nächsten
Umgebung, die noch vor meinem Geburtsdatum datierten.

Bis auf einen überaus surrealen Bericht aus den 70ern (hi, hi..) wurde das Gros der
Fälle doch mit sehr alltäglichen Dingen begründet.
Insbesondere diese schwarzen Foliensäcke am Bindfaden erfreuten sich großer Beliebtheit.
So habe ich damals bei Sonnenschein selbst vermutlich arglose Mitmenschen genarrt.
Verweis auf Verweis folgend, traf ich schließlich auf eine Internetseite, die vornehmlich
die legendäre UFO-Welle über Belgien zum Thema hatte.
Sehr schlüssig wurde dort dahingehend argumentiert, daß die wohl meisten Sichtungen
von nächtlich agierenden Ultraleichtfliegern herrührten, die im Dreiländereck
logistischen Einsatz im Drogenhandel fanden.

Nun das Bonbon: Aus dem Text ging außerdem hervor, daß einen Steinwurf von mir
entfernt, in den Jahren '83 bzw. '84 auf einem Segelflugplatz ein nicht ganz legaler Wettbewerb stattfand, bei dem der leiseste Ultraleichtflieger prämiert wurde.

Auf diese doch ziemlich logische Erklärung habe ich über dreißig Jahre warten dürfen.

Auch wenn sich vieles ganz profan erklären läßt, und Kornkreise längst als Werbemedium
entdeckt worden sind, glaube ich nicht, daß sich die ganze Bandbreite dieses Phänomens
mit Plattitüden wegrationalisieren läßt.

Eher sehe ich Gemeinsamkeiten mit dem Spukphänomen als daß ich extraterrestrische
Besucher oder Zeitreisende dafür verantwortlich machen würde.

Mit besten Grüßen

Fenrizwolf


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