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Katharina aus dem Ötztal im Osttiroler Boten vom 4. Dezember 1986 (Schauungen & Prophezeiungen zum Weltgeschehen)

Taurec ⌂ @, München, Sonntag, 28. Juni 2015, 10:19 (vor 1546 Tagen)5058 mal gelesen
bearbeitet von Taurec, Donnerstag, 15. August 2019, 08:44

Hallo!

Von Baldur wurde uns der Bericht über Katharina aus dem Ötztal im Osttiroler Boten übermittelt, der bislang vermißt, aber nicht gefunden worden war.


Danke, Baldur!!!

Osttiroler Bote vom 4.12.1986

Leider lassen sich daraus nur zwei Informationen lesen:
1. Der Text im Osttiroler Boten entspricht nahezu ohne Abweichung dem Text bei Bekh in "Am Vorabend der Finsternis" von 1988 (zwei Jahre später).

2. Der Text im Osttiroler Boten wurde tatsächlich von Josef Stocker verfaßt, der damit bis auf weiteres als "Urquelle" für Katharina aus dem Ötztal gilt.
Bekh schreib in seinem Buch lediglich: "Ergänzungen in Klammern stammen von Joseph Stocker, der dem Verfasser diese Prophetie mitteilte." Daraus ging jedoch noch nicht hervor, daß die Katharina von Stocker überhaupt erst veröffentlicht wurde. Die Ergänzungen in Klammern bei Bekh sind dieselben wie im Artikel.

In einem Fall hat Bekh Stockers Anmerkungen gekürzt:
"Alte Männer werden am Kirchplatz von einem alten Pfarrer mit dem Allerheiligsten gesegnet, und sie gehen zu Fuß zum Tal hinaus und kämpfen draußen, gar nicht weit weg, nur mit Messern und einfachen Waffen, Mann gegen Mann. Sie haben nur Socken (Hauspatschen?) an, statt Schuhe, so groß ist die Not. Vom hinteren Ötztal werden Verwundete auf Leiterwägen herausgebracht (handgezogene Heuwägen, keine Autos, kein elektrischer Strom. Vielleicht kommt auf die Wirren das Eingreifen Rußlands in Westeuropa und damit die große Katastrophe?)."

Der Satz in Rot fehlt bei Bekh.

Auch das Nachwort im Artikel wurde vollständig von Bekh übernommen.

Es findet sich lediglich bei Bekh der angebliche echte Name Katharinas aus dem Ötztal, der im Artikel noch verschwiegen wird:

"'Katharina aus dem Ötztal' hieß eigentlich Emilia Auer, geb. Götsch (1883 - 1951), Laugenfeld, Tirol." (Der Ort heißt in Wirklichkeit "Längenfeld". Ist "Laugenfeld" vielleicht Dialekt?)

Das zeigt, daß Bekh den Artikel nicht bloß abgeschrieben und einzelne Wörter geändert hat, sondern auch persönlich mit Stocker in Kontakt stand.

Da wir jetzt wissen, daß der Text tatsächlich komplett von Stocker stammt (wobei die Frage bleibt, ob er ihn selbst formuliert hat), wäre der nächste Schritt Stocker zu kontaktieren und ihn zu Fragen, von wo er selbst den Text damals hatte, bzw. auf welcher Grundlage er ihn verfaßt hat.
Stocker lebt offenbar noch und hat eine Internetseite, auf der er sich überwiegend mit Ernährung beschäftigt: http://josef-stocker.de

Ich selbst halte Katharina aus dem Ötztal in der Form, wie sie hier vor uns steht, größtenteils für eine interpretative Verarbeitung von Fragmenten aus der Volkssage, die im Alpenraum umgingen.

Bei Egger Gilge aus Matrei in Osttirol (angeblich †1735) finden sich z. B. recht ähnliche Fragmente, wobei für Gilge die "schiachn Leut" Schweizer sind:

„Es werden die Rotröckler kommen und da wird es schrecklich zugehen.“
„Wenn die Schützen übern Tauern gehen müssen, wird’s schrecklich zugehen. So weit wird’s kommen, daß die Geistlichen sogar im Wald auf einem Stock das Meßopfer feiern müssen.“
„Zu Tauer wird eine Kirche gebaut werden, und wenn die Rotröckler kommen werden, so wird es so schrecklich zugehen, daß das höchste Gut in Getauen aufbewahrt werden muß.“
„Der Schweizer wird durchs Oberland herunterkrachen, alle Lucken und Gattern aufmachen und keine mehr zu.“
„Der Schweizer wird das Tirol mit gefrorenen Schuhen betreten.“
„Vor den Schweizern braucht man nicht weiter zu fliehen als bis zu den obersten Haselstauden, und wenn einer drei Brote trägt und es fällt ihm eines aus der Hand, dann soll er nicht umschauen, er hat mit zweien genug.“

Im Ötztal erzählte man sich wohl ähnliches, wobei die Aussagen irgendwann in die bei Katharina vorliegende Form gebracht wurden.

Bei Gilge lesen wir z. B. auch:
„Die Gaben werden langsam hinaufgehen, als wenn einer einen Gratten hinaufzöge, immer weiter, immer höher. Dann, wenn alles so teuer ist, daß die Leute sagen werden: Jetzt hat es kein Gleichnis mehr, so ist es, als ob einer den Strick abhacken würde und der Gratte springt schnell auf den Boden herab. Alles wird nichts mehr wert sein. Wenn einer einen Grund und Boden hat, der wird noch etwas haben, die andern werden alle nichts mehr haben. Das ausgeliehene Geld wird alles hin sein.“

Die entsprechende Aussage bei Katharina aus dem Ötztal lautet:
"Die Not wird groß und größer. Und man sagt zueinander: ‚Es kann nicht mehr gehen. es geht nimmer’, und es geht doch noch weiter. Es geht viel länger abwärts, als die Leute zuerst meinten. ‚Dann plötzlich brichts’."

Es dürfte sich bei Katharina also nur recht wenig oder überhaupt gar nichts Originäres finden, das auf eigene Schauungen von ihr selbst zurückgeht.
Die Aussagen bei Katharina sind vermutlich von Stocker oder seiner Quelle vor dem Hintergrund des Prophezeiungsszenarios (nach Irlmaier u. a.) in die passende Reihenfolge gebracht worden.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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