Bedeutung von Irlmaier (Schauungen & Prophezeiungen)

Sagitta @, Montag, 29. Juni 2015, 08:30 (vor 1830 Tagen) @ Ulrich3827 mal gelesen

Hallo Ulrich,

vielen Dank für diesen Hinweis! Die Aussage von Mattay wurde in dem zitierten Diskussionsfaden schon besprochen, desgleichen die eingeschränkte Verwendung des Antonius von Aachen. Ich glaube nicht, dass der Rill'sche Franzose die Verbindung von Krieg mit Naturkatastrophe von denen hat, denn spezifisch ist bei ihm "die Berge speien Feuer". Bei der von Dir nun erwähnten Ekstatischen von Tours ist wiederum der Krieg offensichtlich kein russischer sondern eine Revolution, die in Italien und Frankreich gleichzeitig ausbricht. Das schließt zwar die Russen nicht aus, jedoch wohl die Abhängigkeit des Rill'schen Franzosen von der Frau aus Tours. Das Lindenlied mit der Erde Riss ist erst nach dem Krieg (und kennt keinen ausdrücklichen Russeneinfall!). Vom Eismeerfischer gibt es im März 1914 (Dagblatt) auch keine Aussagen zu Krieg mit Katastrophe. Von Johansson könnte der Franzose allenfalls haben (im August 1914), dass Deutschland Elsass und Lothringen - und also den Krieg verliert.

Die Verknüpfung von Krieg und Finsternis scheint mir somit eine Sache der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zu sein. Da kommt im gleichen Jahr der Eismeerfischer in vollem Umfang heraus (mit Krieg und Katastrophen zu Hauf), und nun auch das Misssionsblättchen mit dem Rill'schen Franzosen - und dann natürlich der Irlmaier. Und hier haben wir dann die ausdrückliche Verknüpfung: "Während des Krieges kommt die große Finsternis" oder "Finster wird es werden an einem Tag unterm Krieg." (vor dem Krieg schon Erdbeben und Kreuz?). Das heißt, Anfang der 50er Jahre tritt das ins Bewußtsein der Schauungs-Liebhaber und Prophezeiungs-Fans, dass Russeneinfall (damals ein riesen Thema!) und Naturkatastrophe (damals leider noch kein Polsprung ...) miteinander zusammenhängen.

Also wäre hier, entweder bei Irlmaier oder seinen Veröffentlichern, der Hase im Grase zu suchen: inwiefern kannte diese bayerische Clique schon die Feldpostbriefe, inwiefern wurden die Dinge darin dem Irlmaier zugetragen (worüber wir sicher sein dürfen!), inwiefern wurden nun andere ältere Voraussagen mit eingearbeitet (Jahenny) und was ist in dieser Thematik vielleicht doch Irlmaiers eigene Schau. Dies alles auseinander zu zieseln würde wohl eine Doktorarbeit geben, und man müßte sich alle Veröffentlichungen dazu von 1945 bis 1960 in der genauen Reihenfolge ansehen. Bemerkenswert aber, wenn Irlameier und seine Szene die Feldpostbriefe gekannt haben sollten: warum haben sie die feuerspeienden Berge nicht weiter ausgemalt? Oder wäre dann die Verbindung sichtbar geworden?

Ich habe leider nur am Wochenende etwas Zeit gehabt, hier im Forum zu stöbern. Habe jetzt zum ersten Male die bemerkenswerten Träume von @Lacrimosa gelesen - vielen Dank! Es fällt mir auf, dass nicht wenige seherisch Begabte aus dem Kölner Raum kommen (Lieselotte, Lacrimosa, Markus, Oberberger ....). Vielleicht lässt sich einmal ein Forumstreffen dort organisieren, inklusive Besichtigung des Domes, der offenbar auch die nächsten Katastrophen überstehen wird.

Wünsche allseits eine gute neue Woche,
Sagitta


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