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Kaiser und Kirche (Schauungen & Prophezeiungen zum Weltgeschehen)

Taurec ⌂ @, München, Dienstag, 01. März 2011, 10:36 (vor 3158 Tagen)6108 mal gelesen
bearbeitet von Taurec, Freitag, 01. September 2017, 08:08

Hallo!

Auf Elfes Frage:

Aus der Tendenz der Texte läßt sich jedoch extrapolieren, daß der Kaiser
christenfreundlich ist:
- Läßt sich vom Papst krönen.
- Führt den Papst zurück nach Rom.
- Kirchenreform
- Christentum ist quasi Staatsreligion.
- Stellt Klöster wieder her.
- Die Zeit nachher wird allgemein besser.

PS: Kannst Du zu den Texten, die Deines Erachtens auf die beschriebenen
Tendenzen hindeuten noch etwas sagen oder die Quellen nennen?

Zur Kaiserkrönung durch den Papst (Auswahl):

Alois Irlmaier (gest. 1959):
„Ich sehe den heiligen Vater in einer Stadt am Strom, mit einer hohen Kirche, unseren König krönen.“

Alois Irlmaier (Kufsteiner Sonntagspost, 50er):
„Und obwohl nach der Katastrophe eine schreckliche Hungersnot herrschen wird, bricht die Sonne bald wieder durch. Der Papst kehrt zurück und wird nach dem Kriege drei Könige krönen: einen König von Ungarn, einen König von Österreich und einen König von Bayern. Der letztere wird ein Greis mit schneeweißem Haar sein, ein sehr freundlicher und liebenswürdiger Mensch, der Lederhosen trägt.“

=> Nicht klar, woher/wohin der Papst zurückkehrt. Vielleicht auch schlich aus der Verbannung.

Franz Josef Kugelbeer (1922):
„In den Dom wird ein junger Herr in Zivil geführt, er kleidet sich in der Sakristei in eine Offiziersuniform ähnlich, der ungarischen um. Im Chore stehen zwei Throne. Dem neuen Monarchen werden Haupt und Hände gesalbt. Er erhält den Ritterschlag mit einem. breiten Schwert, die alte Kaiserkrone, den Krönungsmantel aus Weiß mit goldenen Lilien, das Zepter und den Reichsapfel. Das Zepter wird ihm gegen ein Kreuz umgetauscht. Er schwört den Treueid und den Schutz gegenüber der Kirche. Te Deum unter dem Jubeln des Volkes. Der große Monarch schwingt sein Schwert nach allen Himmelsrichtungen als Zeichen, daß er die Kirche beschützen will. Abdankung eines alten Herrn auf seine Rechte. Den großen Monarchen begleitet ein Heer von Engeln unter Anführung des hl. Michael, der vom Seher in prächtiger Waffenrüstung und höher Gestalt geschaut wird. Der Monarch besiegt alle seine Feinde. Auf dem Rückzug nach Italien kommen Papst und Kaiser nach L., wo der Seher ihnen die Hand drückt.“

Erster Feldpostbrief (24. August 1914):
„Dann sagt er, daß der regierende Papst dabei sei beim Friedensschluß, muß aber zuvor in Italien fliehen, da er als Verräter hingestellt wird, und er kommt nach Köln, wo er nur einen Trümmerhaufen findet, alles kaputt."

Antonius von Aachen:
„Dann hörte ich, daß man einen neuen deutschen Kaiser gewählt hatte. Ich vermag nicht zu sagen, um wen es sich dabei handelt. Er schien mir, ungefähr vierzig Jahre alt zu sein. Als Folge all dieser Umbrüche gab es so etwas wie ein Zusammentreffen des neuen Kaisers und des Heiligen Vaters. Papst Pius IX. wird nach diesem letzten Kriege nicht mehr lange leben; jedoch wird er alle diese Ereignisse überstehen."

Kirchenreform/Staatsreligion:

Bauer Jasper (gestorben 1833):
„Es wird eine Religion werden. Am Rhein steht eine Kirche da bauen alle Völker dran. Von dort wird nach dem Kriege ausgehen, was die Völker glauben sollen. Alle Konfessionen werden sich vereinen, nur die Juden werden ihre alte Hartnäckigkeit zeigen.“

=> Am Rhein: Offenbar hängen Kaiserkrönung und Reform der Kirche unmittelbar zusammen.
Darauf deutet auch Holzhauser hin:

Holzhauser (1814 vermutlich zugeschrieben):
„Unter der Hilfe des Herrn werden überaus starke Heerführer aus einem alten und edlen Hause der Deutschen sich erheben. […]
Denn jener starke Führer hat geschworen vor dem Angesicht des Herrn einen Eid, daß er das Schwert nicht eher wieder in die Scheide stecke, als er das Vaterland hundertfältig gerächt habe. Stürzen wird er dann das hohe Babylon, das Judenreich wird enden, die Türkenherrschaft wird zerstört werden und jener starke Heerführer wird der stärkste Monarch in der ganzen Welt und sein Szepter wird das des Manasse (fünfundzwanzigjährige Regierungszeit) sein. Und er wird in der Versammlung der Männer, die durch Frömmigkeit und Weisheit aufrichtig verbunden sind, mit Beihilfe des hl. Vaters neue Gesetze und Normen entwerfen und jenen Geist des Schwindels in Banden legen, um ein neues Jahrhundert zu beginnen und zu erziehen, wo nur eine Herde und ein Hirt sein wird, welcher der Welt und allen, die guten Willens sind, den Frieden gibt, um Gott unseren Herrn zu verherrlichen.“

Lindelied:
"Preis dem einundzwanzigsten Konzil,
Das den Völkern weist ihr höchstes Ziel
Und durch strengen Lebenssatz verbürgt,
Daß nun Reich und Arm sich nicht mehr würgt."

Pastor Souffrand (1817):
„Nach der Krise wird gegen den Widerstand des Klerus selbst ein allgemeines Konzil abgehalten werden. Danach wird es nur noch einen Hirten und eine Herde geben, weil alle Treulosen und Ketzer, außer den Juden, die sich erst nach dem Tode des Tieres massenweise bekehren, der römischen Kirche beitreten werden, die bis an die Verfolgung durch den Antichristen triumphieren wird.“

Aha. Da wollen wohl manche ihre Macht nicht abgeben.
Mit Aussagen zu Tier und Antichrist muß man vorsichtig sein. Meines Erachtens wartet Souffrand da auf den "Osterhasen".

Zweiter Feldpostbrief (30. August 1914):
„Am Schluß dieser Teufelszeit werden dann die geglaubten Sieger an die Besiegten kommen um Rat und Hilfe, denn auch ihr Los ist schrecklich, denn es liegt alles am Boden wie ein Ungeheuer. […]
Die schlechten Menschen werden zugrunde gehen als wie wenn's im Winter schneit; und auch die Religion wird ausgeputzt und gereinigt. Aber die Kirche hält den Siegestriumph, sagt er.“

Ekstatische aus Tours (1873):
„Das große Konzil wird nach dem Siege beginnen. Zu dieser Zeit werden die Menschen zu Gehorsam gezwungen werden. Es wird nur eine Herde geben und einen Hirten: Die Menschen werden den Papst als universellen Vater erkennen, den König des Volkes. Das Menschentum wird wieder auferstehen.“

Zum Gehorsam gezwungen. Es wird also nur Freiheit geben für diejenigen, die in die richtige Richtung wollen.

Eugenio Pegghi (gest. 1855):
„Der Krieg wird in dem Augenblicke enden, an dem er beginnt, man wird deswegen kein Blutbad sehen. Der Krieg wird durch den Sieg des Kaisers beendet. Dann wird man wissen, was er für den Heiligen Stuhl getan hat. Ein großes Königreich wird zum katholischen Glauben kommen und vom Heiligen Stuhle, der in seinen Rechten wieder hergestellt wird, klingt das, ‚Nunc dimittis ’, wider.“

Zur Rückführung des Papstes nach Rom:

Alois Irlmaier (Adlmaier 3, 1961):
„Der Papst, der nicht lang flüchten mußte übers Wasser, kehrt zurück. Blumen blühen auf den Wiesen, da kommt er zurück und trauert um seine ermordeten Brüder.“

=> Sah ihn Irlmaier doch nach Rom zurückkehren?
Blumen auf den Wiesen sind nachher nicht zu erwarten. Vielleicht wollte Irlmaier damit einen Hinweis auf die Jahreszeit geben.

Lindelied:
"Gottesheld, ein unzerbrechlich Band
Schmiedest du um alles deutsche Land!
Den Verbannten führest du nach Rom,
Große Kaiserweihe schaut ein Dom."

Don Bosco:
"Auf das hin setzte sich der Papst in Bewegung und die Reihen der Prozession begannen sich zu vermehren. Als er dann den Fuß in die heilige Stadt setzte, begann er ob der Verwüstungen jene zu beklagen, die in der Stadt waren, von denen viele nicht mehr lebten. Und in St. Peter zurückgekehrt, stimmte er das Te Deum an, dem im Chor die Engel singend respondierten: ‚Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden, die guten Willens sind.’ Nach Beendigung dieses Gesanges hört sofort jede Dunkelheit auf und es zeigt sich die glänzendste Sonne. Die Städte, Dörfer und Länder waren sehr entvölkert, die Erde war zerstampft wie von einem Gewittersturm, von Regenguß und Hagel, und die Völker gingen miteinander, und der eine sagte zum anderen: ‚Es gibt einen Gott…’
Vom Beginn der Verbannung bis zum Gesang des Te Deum erhebt sich die Sonne 200 mal, Die ganze Zeit, die in der Erfüllung der Dinge vergeht, entspricht 400 Erhebungen der Sonne.“

=> In einer symbolischen Szene die Rückkehr des Papstes nach Rom. Insgesamt ist er rund 200 Tage weg, also 6,6 Monate.

Wiederherstellung der Klöster (da habe ich tatsächlich nur die beiden gefunden):

Junge aus Elsen (18. Jahrhundert):
„Das Kloster (Anm. Beykirchs: Abdinghof) wird wiederhergestellt, und es wird besser sein, hier im Lande Schweinehirt sein als dahinten im Preußenlande Edelmann.“

Johann Peter Knopp von Ehrenberg (gest. 1794):
„Nach diesem Krieg soll das früher entzogene Klostergut sämtlich wieder an seine rechtmäßigen Besitzeigentümer, die Klöster, restituiert werden.“

=> Ob das wirklich eintrifft, ist wohl fraglich. Beide Seher sind eher Volksmythen, denen man Aussagen nachträglich zugeschrieben hat. Insofern könnte die Wiederherstellung der Klöster eine Aussage sein, die als Reaktion auf die Säkularisation 1802/1803 in den von Napoleon besetzten rheinischen Gebieten entstand.

Allgemein bessere Zeit (Auswahl):

Alois Irlmaier (gest. 1959):
„Man habe dann sehr viel weniger Geld und Gesetze, es sei ein freieres, besseres Leben.“

Alois Irlmaier (Adlmaier 2, 1955):
„Wenn alles vorbei ist, da ist ein Teil der Bewohner dahin und die Leute sind wieder gottesfürchtig. Frieden wird es dann sein und eine gute Zeit. Eine Krone sehe ich blitzen, ein Königreich, ein Kaiserreich wird entstehen. Einen alten Mann, an ‚hageren Greis’ sehe ich, der wird unser König sein. Der Papst, der sich kurze Zeit übers Wasser flüchten mußte, während die hohen Geistlichen scharenweise ‚schiach’ umgebracht wurden, kehrt nach kurzer Zeit wieder zurück. Blumen blühen auf den Wiesen, da kommt er zurück.“

Johann Kristl:
„Herr Kristl erzählte mir noch zahlreiche Geschichten über Krieg und Umsturz, die alle sehr zutreffend waren. Hier sei nur erwähnt, daß wir wieder einen Kaiser bekommen, daß die Gold- und Silberwährung abgeschafft wird, daß alle Menschen, die durch Zinsleihe, den eigentlichen Kapitalismus zu Schaden kommen, ihre Güter zurückerhalten, und daß es nach mancherlei Kämpfen bei uns schöner und besser wird, als es jemals war, so daß alle Völker unsere Freundschaft suchen und uns nacheifern werden. Sollte die Welt also doch am deutschen Wesen genesen? An dem Deutschtum, das mit dem wahren Christentum wesensgleich ist?“

Mühlhiasl (1923 dokumentierte Volkssage):
„‚Nachher, wenn die Welt abgeräumt ist, kommt eine schöne Zeit. Große Glaubensprediger stehen auf und heilige Männer, die tun viel Wunder, die Leute glauben wieder’"

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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