Schrifsteller unter sich (Schauungen & Prophezeiungen)

Baldur @, Dienstag, 26.05.2015, 16:55 (vor 2159 Tagen) @ Taurec (5735 Aufrufe)
bearbeitet von Baldur, Dienstag, 26.05.2015, 17:24

Hallo, Taurec,

Friedl schrieb auch Romane über Mühlhiasl, und war Schriftsteller, schrieb Erzählungen.

Ich halte es für durchaus möglich, dass er den Watzlik-Sepp als Inspiration nahm und ihm die Aussagen dann zudichtete, zumal er (Jahrgang 1902) sicher auch Irlmaier und Bekh als Quasi-Kollegen gekannt haben musste.

Aber auch Watzlik war ab 1921 Schriftsteller.....hüstel.

Wieso hat Watzlik die Schauungen Wudys nicht gleich selber veröffentlicht? Immerhin wären sie doch DER Renner gewesen in einer Zeit der völligen Unsicherheit, aber vermutlich ohne Zensur....

Beste Grüsse vom Baldur

Nachtrag: schlechte Gesellschaft?

Dort in den Böhmerwäler Dorfbüchern steht auch solcherlei:

Schatzgräber

Der Krischko aus Gansau hatte vernommen, daß hinter Prag wo ein Schatz liege, zwei Ellen unter der Erde, ein halber Strich Gold und Silber, und er stiftete elf Leute an, mit ihm den Schatz zu heben. Vorerst mußten sie den Teufel vorladen, dazu brauchten sie drei Schwarzbücher; weil sie aber nur zwei hatten, schickten sie den Preuß aus Helmbach nach Bayern hinein, weil sie dort einen Bauern wußten, der ein solches Zauberbuch unter einem Baum vergraben hatte. Der Bauer hätte das Buch gern hergegeben, doch seine Söhne wollten nicht; zuletzt aber erstand es der Preuß um sechshundert Gulden. Wie er wieder daheim war, riefen sie in einer Haarstube in Freiung den Teufel an. Da rumpelte es wie ein Donner und der höllische Geist stürzte durch den Rauchfang herunter mitten unter die zwölf und lechzte: "Der Jüngste gehört mir!" Jetzt schrie der Preuß: "Jesus Maria Josef, das war ja ich!" Wie der Teufel die drei heiligen Namen hörte, drehte er sich um und rumpelte hurtig wieder zum Loch hinaus.

Nach einigen Wochen kam ein Herr aus der Kreisstadt Pisek daher, der hatte ein kaiserkönigliches Gewand an und begehrte das ganze schöne Geld, das die zwölf Schatzsucher gesammelt hatten, und nahm auch die Schwarzbücher mit. Sie hörten weiter nichts mehr von ihm. Wer es war, weiß man nicht. Es hatte sich damals keiner getraut, daß er ihn gefragt hätte.

Quelle: Hans Watzlik, Böhmerwald-Sagen, Budweis 1921 (Böhmerwalder Dorfbücher, 5. Heft)

Eine seriöse Schau in solch einer Sammlung?

Nochwas von dort:


Der Wechselbalg vom Böhmerwald

Eine Mutter hatte einmal ein liebes zartes Kind. Da war ihr eine Zwergin drum neidig, und sie stahl ihr heimlich das schöne Kind und legte ihr dafür ihr eigenes in die Wiege, und das war überaus grauslich, es hatte einen großen Schädel und Froschaugen und einen dicken Kropf und fraß, daß es kaum zu erfüttern war. Als die Mutter den Wechselbalg fand, weinte sie, daß es hätte einen harten Stein erbarmen können, aber die Zwergin gab ihr das liebe Kind nicht zurück. Alles Bitten und Betteln half nichts, der abscheuliche Fratz lag in der Wiege und plärrte boshaft. Da kochte die Mutter ein Gebräu und goß hernach das Bier in ein leeres Hühnerei und brachte es dem Schreihals. Gleich wurde er still und konnte auf einmal reden und sagte:

"Ich bin so alt wie der Böhmerwald und hab in mein Leben solchen Brauch nit gesehen."

Da hatte sich der Wechselbalg verraten und verschwand. Die Zwergin aber mußte das liebe Kind wieder zurückbringen.


Quelle: Hans Watzlik, Böhmerwald-Sagen, Budweis 1921 (Böhmerwalder Dorfbücher, 5. Heft)

Gefunden unter:

http://www.sagen.at/texte/sagen/tschechien/watzlik/wechselbalg.html

Auweh.........der Wudy ist auch nicht "echt", den hat uns Friedl untergeschoben...

auch hier: alles aus der gleichen Quelle...


Sage über die Entstehung des Lusens:
Einmal trug der Teufel alle Schätze der Welt zusammen. Wie er die Schätze auf einem gewaltigen Haufen beisammen hatte, deckte er sie mit Felsen zu und schleppte Steine her und allweil mehr Steine her und türmte sie aufeinander. Und wie er mit dem hochmächtigen Berg fertig war, so war das der Lusen, und der Teufel setzte sich darauf und verschnaufte sich, und sein Schweif reichte weit über die Wälder und Möser und die Schwanzquaste lag gerad vor der Fürstenhuter Kirche. Da mußte der dortige Pfarrer sich hüten, daß er nicht darauf trat.
Denn der Teufel ist kitzlich.

Quelle: Hans Watzlik, Böhmerwald-Sagen, Budweis 1921 (Böhmerwalder Dorfbücher, 5. Heft)


Gesamter Strang: