Ungenügend, Stephan Berndt (Schauungen & Prophezeiungen)

RichardS @, Donnerstag, 29.08.2013, 12:07 (vor 2816 Tagen) @ Stephan Berndt (6101 Aufrufe)

Klar, bei ihren Zeitangaben muss man vorsichtig sein.

Gruß
Stephan

Hallo!

Dieser schmallippige Kommentar zu Ulrichs Hinweis ist zu wenig. Denn die Äußerungen von G. Hoffmann zu Russland, die denen in Deinem Interview so eklatant widersprechen, stammen von 1999 und 2009 – während Dein Interview mit ihr als letztes, 2010, stattfand. Wie ich am 24.8. in meinem Beitrag „Zu den widersprüchlichen Jahresangaben“

https://schauungen.de/forum/index.php?id=22756

bereits schrieb, hat sich G. Hoffmann am Telefon Dir gegenüber, salopp formuliert, entweder verhaspelt, also nur missverständlich ausgedrückt, oder sie hat indirekt bewusst, ohne Dich darauf aufmerksam zu machen, damit ihre früheren Zeitangaben widerrufen. In beiden Fällen wäre es Deine Pflicht während des Interviews gewesen, sofort nachzuhaken! Du hättest G. Hoffmann damit konfrontieren müssen, dass sie mit ihren Angaben am Telefon Dir gegenüber ihre früheren Angaben auf der Zeitachse wesentlich in die Zukunft verschiebt. Auf diese Weise hättest du G. Hoffmann die Gelegenheit gegeben, ihre gegebenenfalls bloß missverständliche Formulierung noch sofort am Telefon Dir gegenüber zu korrigieren oder sie wäre genötigt gewesen, zu bestätigen, dass sie die von ihr behaupteten Russland-Ereignisse nun wesentlich später stattfinden ‚sieht‘ und zu erklären, warum sie diesen Wandel in ihrer Sicht vollzogen hätte. In beiden Fällen hättest Du jedem an unserem Thema Interessierten einen Dienst erwiesen, indem Du das Einhaken aber unterließt, erwiest Du uns allen einen Bärendienst! Du hast uns völlig unnötig ein Ei ins Nest gelegt, insofern die Sicherheit bezüglich dessen, in welche Zeit G. Hoffmann die von ihr behaupteten Russland-Ereignisse nun tatsächlich einordnet, völlig verloren ist. Denn eines glaubst Du doch wohl selber nicht: Dass nun jeder umstandslos den erst durch Dein Interview entstandenen Widerspruch ignoriert und nun einfach die neuen, nur indirekt zu erschließenden Zeitangaben aus Deinem Interview als die von G. Hoffmann tatsächlich gemeinten Dir abnimmt, zumal Du ja in diesem Forum selber erst kürzlich zu Deinem telefonisch durchgeführten Interview schriebst, „sie wirkte bezüglich der Daten soweit ich mich erinnere nicht so sicher", was sich im Übrigen auch ganz banal erklären ließe, z. B. mit ihrer persönlichen Verfassung an diesem Tag.

Ein sofortiges Nachhaken Deinerseits, wie es Deine Pflicht gewesen wäre, setzt natürlich folgendes voraus:

- Dass Du selber (!) auf die widersprüchlichen Angaben während des Interviews aufmerksam geworden wärst oder spätestens beim späteren Protokollieren und dann eine nachträgliche Klärung mit ihr versucht hättest

- Dass Du vor dem Interview recherchiert hättest, was G. Hoffmann in ihren nun ja nicht gerade unüberschaubaren Angaben zu kollektiven Ereignissen oder gar in ihren Angaben zu Russland vor Deinem Interview von sich gab, womit Du unweigerlich auch auf ihre Äußerungen aus den Jahren 1999 und 2009 gestoßen wärst

- Dass das, was G. Hoffmann bis zu Deinem Interview zu Russland gesagt hatte und (mit Ausnahme der zeitlichen Einordnung) in Deinem Interview lediglich wiederholte, Dich (!) interessiert hätte.

In einem früheren Beitrag in diesem Forum schriebst Du, dass Du G. Hoffmann im Vorfeld Deines Interviews ihr Dein Buch über Irlmaier zugesandt hättest. Und wichtig war es Dir festzuhalten, dass sie zu den sattsam bekannten Irlmaierschen Visionen zu einem künftigen russischen Feldzug sich im Interview nicht bestätigend äußerte. Es sieht mir sehr danach aus, dass in puncto Russland das (!) auch leider das Einzige war, was Dich im Interview mit G. Hoffmann interessierte. Ein äußerst enger Fokus! Zu eng, finde ich! Aber das kannst Du natürlich halten, wie Du möchtest. Was ich Dir nicht durchlasse, das ist, dass Du nun versuchst, Deine Nachlässigkeit unter den Teppich zu kehren, indem Du so schmallippig auf Ulrichs Hinweis reagiert und – was natürlich in sich logisch ist – auf meinen Hinweis (hier nochmal: https://schauungen.de/forum/index.php?id=22756) lieber mal gar nicht reagierst.

Was Deine Versäumnisse, Dein Nicht-Nachhaken in Deinem Interview und der in den obigen Spiegelstrichen zusammengefassten Voraussetzungen, angeht, noch eines: Du versetzt uns damit nicht nur in eine Unsicherheit, welche Zeit G. Hoffmann nun wirklich ‚sieht‘, sondern Du versuchst Deine Versäumnisse dadurch wegzuwischen, indem Du ganz lapidar unterstellst, dass G. Hoffmann im Interview mit Dir tatsächlich ihre früheren Zeitangaben widerrufen wollte. So als wäre Dir das schon im Interview klar gewesen und so als wäre es für Dich im Interview dann auch völlig klar gewesen, dass Du da gar nicht einhaken und nachfragen musst. Und sicher auch in Deinem später geschriebenen Buch auch gar nicht kommentieren musstest, nicht wahr? Das stinkt zum Himmel, Stephan Berndt!

Lieber drückst Du der G. Hoffmann den Stempel auf: „Klar, bei ihren Zeitangaben muss man vorsichtig sein.“

Klar! Alles klar. (Wobei, wenn man G. Hoffmann zur Kenntnis nimmt, man feststellen kann, dass sie durchaus auch sich selber reflektiert wahrzunehmen versucht und selbstkritisch zu sich steht, siehe z. B. ihr 'Erfolg' bei der Voraussage des Mauerfalls und ihre Kommentare, dass sie dieses Ereignis aber im Vorfeld nicht richtig zu interpretieren vermochte. Eine Aufgeschlossenheit ihrerseits bei einem Hinweis, dass sich ihre Jahresangaben widersprechen, unterstelle ich deshalb und würde sie nicht mit Deinem lapidaren "klar" niederbügeln.)

Aus Obigem ergibt sich für mich eher: Bei Stephan Berndt muss man vorsichtig sein.

Gruß,
Richard


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