Bunter Fremdling = (damalige) Besatzungstruppen (Schauungen & Prophezeiungen)

randomizer @, Mittwoch, 25.11.2015, 22:38 (vor 2133 Tagen) @ Sagitta (4308 Aufrufe)

Hallo Sagitta und Taurec!

Die realistische Interpretation würde lauten, dass dem Dichter des Lindenliedes die Zeit der Besatzung nach dem Ersten Weltkrieg vor Augen stand.

So ist es, auch sonst sollte das Lindenlied immer aus der Perspektive der 1920er-Jahre betrachtet werden.

Aber es sind halt auch noch andere Interpretationen denkbar.

Normalerweise ja, denn in den Regel kennen wir ja die Intention des Verfassers nicht genau. Hier haben wir aber Glück, in diesem Fall genügt ein Blick in die Primärquellen, denn Martin Hingerl (der Herausgeber und Verfasser) hat uns doch höchstpersönlich Fußnoten zu seinem Lindenlied hinterlassen (in der Zweitauflage von 1925 auf den Seiten 62 bis 68). Hier der entsprechende Ausschnitt von Seite 67:

[Strophe] ";(25) Bunter Fremdling == Besatzungstruppen"

Daß Hingerl auch tatsächlich die damaligen Besatzungstruppen meinte (und nicht irgendwelche heutigen oder künftigen Fremdlinge), geht aus seiner Anmerkung zur siebten Strophe hervor:

[image]

Hingerls eigene Ansicht hierzu sollte maßgeblich sein, selbst wenn BBouvier auf den damaligen monochromen Fotographien partout keinen 'bunten Fremdling' sehen kann. ;-)

Bitte nehmt auch die Fußnote zur sechsten Strophe zur Kenntnis, dort rechnet Hingerl seinen Lesern die "Hundertsechzig Siebenjahre Frist" sogar noch selbst vor, so daß jede künstliche Alternativrechnung obsolet ist, egal wie penetrant sie immer wieder vorgetragen wird.

Übrigens @Zahnarzt, falls Sie gerade mitlesen: Ihre jüngste Idee "Der Bauer spielt Karten (= kaisert) bis zum Wendetag" wurde hier 2011 bereits vorgetragen, ich konnte die Idee aber damals bereits entkräften.

Viele Grüße
randomizer


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