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Ein irriger Kommentar zu einer irrigen Deutung einer Fälschung :-) (Schauungen & Prophezeiungen)

BBouvier @, Donnerstag, 26.11.2015, 21:19 (vor 2132 Tagen) @ BBouvier (4059 Aufrufe)
bearbeitet von BBouvier, Donnerstag, 26.11.2015, 21:42

Taurec und ich haben die besagten Verszeilen vorhin
ausführlich-tiefschürfend noch einmal besprochen
und sind zu folgendem Schluß gekommen:
=>
Hingerl stützt sich damit auf Vers 97 der "Lehninschen" Fälschung
(gegen 1685)
http://www.lexikus.de/bibliothek/Zu-Wunder-und-Wissenschaft/Gefaelschte-Weissagungen
"Ipsa suos audat fovere, nec advena gaudet."
=>
"Sie selbst (die Mark) wagt es, die Ihrigen zu begünstigen,
auch freut sich nicht der Fremde."

Takt I.
Das bringt Hingerl 1920 in Versform und interpretiert
damit eine Fälschung.
Die Aussage selbst verfrachtet er 1920 im "Liede"
zeitlich noch ganz nach "hinten", denn die Fälschung hat nur 100 Verse.
Vers 95 nämlich:
"Und der Hirt erhält eine Herde, Deutschland einen König."

Takt II.
Bei der zweiten Auflage von 1925
- nach der frz. Besetzung des Rheinlandes 1923 -
erkennt Hingerl seinen (zeitlichen) "Irrtum"
und fügt diesen Kommentar als Fußnote hinzu:
"Bunter Fremdling = Besatzungstruppen."

Somit hat Hingerl da einen irrigen Kommentar
zu seiner irrigen Deutung einer Fälschung verfaßt.

Das hat schon seinen eigenen Reiz! :-)

Grüße,
BB


- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."


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