Die großen Vögel aus dem Sande und ihre Brutsverwandten (Schauungen & Prophezeiungen zum Weltgeschehen)

Leserzuschrift, Montag, 19. Mai 2014, 14:48 (vor 2079 Tagen)5355 mal gelesen

Was Irlmaier gesagt hat, ist verbürgt und wurde schon zu seinen Lebzeiten in Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht. Was eben diese Bürgschaft noch taugt, wenn es sich um redaktionelle Darstellungen handelt und um die Aussagen, die dem Alois in den Mund gelegt wurden, wird sich noch herausstellen. Dies wird irgendwann auch die Frage nach der Rolle des Dr. Conrad Adlmaier, seines Zeichens Journalist, Redakteur und Druckereibesitzer erneut aufwerfen.
Dies soll hier aber (noch) nicht thematisiert werden.

Ich habe die Biografie von Rochus Misch vorliegen. Das Buch heißt: Der letzte Zeuge – »Ich war Hitlers Telefonist, Kurier und Leibwächter«.
Dort findet sich eine Reihe von Informationen die beispielsweise die Irlmaierschauung laut Adlmaierliteratur mit den Drohnen/Vögeln aus dem Sand tangieren oder Englands Untergang usw. Dies ermunterte mich zu einer Reihe weiterer Recherchen, die Irlmaiers Schauungen oder vielmehr die Darstellungen des Dr. Conrad Adlmaier zur weiteren Diskussion zu stellen.

Ich beziehe mich nachfolgend auf den Beitrag Taurec: „Ein Jahr Dauer + Drohnen“, vom Sonntag, 20. April 2014, 13:28.
Zitat: “ …Die unbemannten Drohnen sind eine Variante im unbekannten Kurier von 1945:
"Aus dem Sande der Wüste Afrikas steigen die großen Vögel auf mit Todeseiern ohne Männer."“

Exakt das gleiche Szenario findet sich in dem oben angeführten Buch von Rochus Misch auf den Seiten 92 ff. als Konsequenzen eines angedachten Atomwaffeneinsatzes durch die deutsche Wehrmacht gegen Ende des Zweiten Weltkrieges.
Zitat Rochus Misch: „…Ich erinnere mich beispielsweise an eine Nachricht über den Stand der Atombombenentwicklung. Da hieß es, die Forschungen der Amerikaner wären im Vergleich zu den deutschen mindestens ein Dreivierteljahr im Rückstand.
Hitlers Einstellung zur Atombombe kannte ich: „Damit gewinnt man keinen Krieg.“ Davon war er überzeugt. Die Westalliierten hatten gedroht, sich im Fall des Einsatzes der Atombombe mit 15.000 Flugzeugen in Nordafrika zu versammeln, um dann ganz Deutschland mit Gas zu verseuchen.

Die Folgen waren der deutschen Führung also absolut klar. Sie musste befürchten, dass in der Folge die angloamerikanischen Alliierten massenhaft chemische Waffen einsetzen und furchtbare Vergeltung an der deutschen Zivilbevölkerung üben würden. Hitler kannte die Folgen des Giftgaseinsatzes aus dem 1. Weltkrieg und auch Himmler, Göring und Speer und lehnte in der Folge den Einsatz der deutschen Atomwaffen ab.

Die Drohung der Alliierten gab es folglich schon vor Irlmaiers Schauung. Gegenteiliges müsste ansonsten nachzuweisen sein. Die Quelle Rochus Misch ist hochwertig. Es ist nämlich zu berücksichtigen, dass Misch von 1945 bis 1953 in russischer Kriegsgefangenschaft war. Er lebte in Berlin und es ist wenig wahrscheinlich, dass er jemals etwas von Irlmaiers Schauungen gehört hatte. Irlmaier selber hatte bereits 1950 alle weiteren Veröffentlichungen untersagt. https://schauungen.de/wiki/images/6/61/Irlmaierbrief.jpg

Ein weiterer Hinweis zur Richtigkeit von Mischs Aussage findet sich hier: http://www.welt.de/print-wams/article124874/Und-sie-wurde-doch-gezuendet-Hitlers-Atombombe.html
Diskussionen über einen Einsatz von Atomwaffen, wie in den Erinnerungen von Rochus Misch dargelegt, implizieren deren Vorhandensein.
Insofern wäre die der Existenz deutscher Atomwaffen oder Versuche mit diesen keine Spekulation. Sie besagen vielmehr, dass die deutsche Atomwaffenforschung weiter war, als gedacht und dass es während des Zweiten Weltkrieges sogar zu mindestens einem erfolgreichen Test gekommen sei, bei dem es viele Tote gegeben haben soll.
Irlmaier beschreibt eben dieses Szenario.
Nach den Aussagen kommt dies als Schauung in der Landshuter Zeitung von 1950 vor:
Zitat: "Ich sehe die Menschen liegen, wie ihnen das Fleisch von den Knochen fällt. Ein Jahr kann niemand hin mehr dort, würden alle sterben."
Tatsächlich konnte diese Aussage keiner Schauung Irlmaiers entspringen.

Der Historiker Rainer Karlsch und der Fernsehjournalist Heiko Petermann haben während der Glasnostphase unter Gorbatschow in einem Moskauer Archiv u. a. einen auf den 23. März 1945 datierten Spionagebericht aus Deutschland aufgefunden, der einen detaillierten Bericht über Tests auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf enthielt:
Zitat: „… Kriegsgefangene, die sich im Explosionszentrum befanden, kamen um, wobei häufig von ihnen keine Spuren blieben. Andere Kriegsgefangene, die sich in einigem Abstand vom Zentrum der Explosion aufhielten, trugen Verbrennungen an Gesicht und Körper davon, deren Grad von der Entfernung vom Zentrum abhing. …. Außerdem wurde ein starker radioaktiver Effekt beobachtet. …“ .
Der damalige Chef der GRU (Nachrichtendienst der Roten Armee) Generalleutnant Iwan I. Iljitschow, soll dem führenden Kopf der sowjetischen Atomforschung, Igor Kurtschatow diesen Bericht zur Stellungnahme übergeben haben. Zuvor hatten sowohl auch Stalin als auch Molotow, von diesem Bericht bereits Kenntnis.

Ende der neunziger Jahre tauchten Abschriften von einem Teil der Zeugenaussagen auf, die in den sechziger Jahren von der Stasi der DDR gesammelt worden waren. Es gibt u. a. Aussageprotokolle eines der Führer der Arbeitskommandos im Jonastal, Heinz Wachsmut, aus dem Jahre 1962 :
Zitat: “ … Am Waldrand sahen wir schon einige Haufen von Menschenleichen, die wohl ehemalige Häftlinge waren. Die Menschen hatten alle absolut keine Haare mehr, teils fehlten Kleidungsteile, sie hatten aber auch zum Teil Hautblasen, Feuerblasen, nacktes rohes Fleisch, teilweise waren einige Teile nicht mehr vorhanden. SS und Häftlinge brachten die Leichen an. …“
Ein passgenaues Ereignis der Irlmaierschauung liegt demnach bereits seit dem 4. März 1945 vor. Wer konnte davon wissen: Irlmaier oder Adlmaier?

In Deutschland wurde offenbar intensiv an einer Interkontinentalrakete gearbeitet. Dass die Nazis Trägermittel planten oder bauten oder bereits testeten, die eben New York erreichen sollten, lässt sich anhand von Augenzeugenberichten, erhaltenen Dokumente und Berechnungen feststellen.
Ebendort taucht der Ort New York als Ziel einer Interkontinentalen Rakete auf, in gleicher Weise, wie in einer Berechnung neben New York noch zwei weitere große Städte mit ihren Koordinaten zu erkennen sind. Ob es tatsächlich eine Zielplanung für eben dieses Raketenprojekt gab oder lediglich ein Reichweitenbeispiel als Kalkulationsbasis lässt sich seriös nicht ermitteln. Unter genauerer Begutachtung dürfte die „Amerikarakete mit Nukleargefechtskopf“ zu dem damaligen Zeitpunkt wohl eher ein Wunschprojekt gewesen sein.

Ich hatte anderenorts bereits auf Adlmeyer 3 hingewiesen:
Zitat: „... Ob damit New York gemeint sei, diese Frage wolle er nicht beantworten und blieb sehr zurückhaltend...."
Insoweit dürfte Adlmaier eben diese Stadt in Amerika dem Alois in den Mund gelegt haben und die Frage erlaubt sein: Warum sollte sich Irlmaier sich gerade dazu äußern ?

Damit komm ich zu einem vorläufigen Fazit:
Es gibt eine Reihe von Indizien, die nahelegen, dass Irlmaier auf Informationen Bezug nimmt, die er nach Mai 1945 unmöglich als Schauung wahrgenommen haben kann, weil sie bereits in der Vergangenheit des Dritten Reiches existent waren.

Diese These ist deshalb diskussionswürdig, weil nach Untergang des Dritten Reiches viele bis dato streng geheime Vorgänge, die in jeder Menge plötzlich zugänglich wurden, der journalistischen Ausgestaltung und der redaktionellen Bearbeitung harrten, soweit die Alliierten dies erlaubten.

Vor diesem Hintergrund muss auch Dr. Conrad Adlmaiers Tätigkeit als Journalist und Redakteur gesehen werden. Adlmaiers Fähigkeiten dürften dies im gesamten Komplex der Irlmaierschauungen reflektieren, zumal er so etwas wie Exklusivrechte in Anspruch nehmen durfte. Die hellsichtigen Fähigkeiten Irlmaiers waren allgemein bekannt und unbestritten und nicht zuletzt wegen seiner einfach strukturierten Persönlichkeit für Adlmaier das ideale Medium.

Zu untersuchen wird auch sein, wie weit die journalistische Freiheiten und ihre Umsetzung gingen, die sich zwischen Kriegsende und dem neu aufkommenden Kalten Krieg der Ost- und Westmächte boten.
Die Briten, Amerikaner und Franzosen hatten erst im Laufe des Jahres 1945 publizistische Aktivitäten überhaupt erlaubt. Es bestand eine Lizenzpflicht u. a. für Journalisten und Verleger.
Alle publizistischen Produkte wurden zensiert.
„ … die deutschen Behörden alle Anweisungen der Alliierten Vertreter zu befolgen, betreffend Gebrauch, Kontrolle und Zensur aller Mittel zur Beeinflussung von Meinungsäußerungen und Ansichten, einschließlich Radiosendungen, Presse und Veröffentlichungen, Reklame, Filme und öffentlicher Vorstellungen, Unterhaltungen und Ausstellungen aller Art…“
Dies war in der Kontrollratsproklamation Nr. 2 vom 20. September 1945, über zusätzliche an Deutschland gestellte Forderungen festgelegt.
Diese Bestimmungen galten für die Bundesrepublik Deutschland bis zur Außerwirkungsetzung durch Artikel 2 des Gesetzes Nr. A-37 der Alliierten Hohen Kommission zum 5. Mai 1955. Merke!
Ich halte für noch nicht ausreichend geklärt, ob, wie und in welchem Umfang sich diese alliierten Kontrollrechte auf die Veröffentlichungen Adlmaiers auswirkten.

Die Gültigkeit Irlmaierscher Schauungen darf ernsthaft in Zweifel gezogen werden, wenn es nicht gelingt, die o. a. Schauungen wenigstens kalendarisch vor den angeführten Ereignissen einzuordnen. Insoweit genügt schon für den Ausschluss als Schauung, wenn er von dem Ereignis hätte wissen können.
Die Perspektiven gesellschaftlicher Entwicklungen und zukünftiger geschichtsrelevanter Ereignisse hätten dann mit Irlmaiers Schauungen nichts mehr zu tun, sondern wären Adlmaierscher Prosa. Wir werden sehen…

Gruß
Nullmark


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