Avatar

Abermals am Kernproblem vorbeidiskutiert (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂ @, München, Sonntag, 08. April 2018, 21:54 (vor 1020 Tagen) @ Sagitta2410 mal gelesen

Hallo!

Du solltest Dich eher um Deine Zeugen und Quellen sorgen, als um Irlmaier. In den alten Texten taucht Salzburg nur als Ziel von schlitzäugigen und spätgekommenen Trupps oder als Ausgangstor von westwärts flüchtenden Österreichern auf. Aus den Texten zum Strich, kann man schließen, dass ein Teil der Flugzeuge mit den Giftpaketen über die Berge/Alpen/Salzburg anfliegt, die Last aber erst ab der Tschechei und dann nordwärts abwirft. Es sieht mir danach aus, dass der nächste Angriff der Russen nicht durch Polen hindurch stattfindet, sondern über südlichere Routen. Der sog. 'Strich' kann, militärisch spekuliert, auch präventiv gemeint sein (gegen eine weitere Staffel oder den Nachschub). Die "Sinnlosigkeiten" liegen nicht auf der Ebene von Irlmaier bzw. seiner Schau oder Nicht-Schau, sondern auf der interpretativen Ebene.

Du gehst abermals überhaupt nicht auf das eigentliche Problem ein, daß der gelbe Strich doch null und nichtig ist, wenn der russische Feldzug auf ein irreales Motiv der christlichen Endzeitprophetie zurückgeht, nämlich die Völker "Gog und Magog", die am Ende der Zeiten aus dem Inneren Asiens (= "Rußland") hervorbrechen und vom großen Monarchen besiegt werden sollen.

Pseudi-Methodius (Originaltext von ca. 690):
"In jenem Frieden werden die Tore des Nordens geöffnet werden und die Heere dieser Völker, die dort eingeschlossen waren, ausziehen; und es wird die ganze Erde vor ihnen beben. Und es werden die Menschen von Panik ergriffen werden und fliehen und sich in den Bergen und in Höhlen und in Gräbern verbergen. Und sie werden sterben vor Furcht und vor Hunger, und es gibt keinen, der sie begraben wird.
[...]
Und nach einer (Jahr)woche der Bedrängnis werden sie alle vernichtet werden in der Ebene von Joppe, weil sie sich alle dort versammeln werden, sie und ihre Frauen und ihre Kinder, und Gott dorthin einen Befehlshaber der Engel senden wird, der herabsteigen und sie in einer Stunde vernichten wird. Und darauf wird der König der Griechen herabsteigen und sich niederlassen in Jerusalem anderthalb (Jahr)wochen lang. Und wenn zehneinhalb Jahre vorüber sind, wird der Sohn des Verderbens offenbart werden."

"Ebene von Joppe" = die damalige Variante der Endschlacht in Westfalen am Birkenbaum, auf die auch Irlmaier abhebt.

Pseudo-Methodius (deutsche Übersetzung der lateinischen Übersetzung im Mirabilis Liber von 1523):
"Inmitten dieser Ruhe wird sich plötzlich von Norden mit Gog und Magog ein Volk erheben, das die ganze Erde erzittern läßt. Entsetzt werden sich alle Menschen in den Bergen und zwischen Felsen verstecken, um ihrer Gegenwart zu entfliehen. Sie sind nicht vom Stamme des Japheth. Als Plage des Nordens werden sie menschliches Fleisch verzehren, Schlangen, Weiber und kleine Kinder. Niemand wird ihnen Widerstand leisten können. Sieben Jahre später, wenn sie die Stadt Josephs genommen haben, wird der Herr einen seiner Fürsten gegen sie aussenden und sie in einem Augenblick mit dem Feuer des Blitzstrahls schlagen: Der Kaiser der Griechen wird kommen und für sieben Jahre über Jerusalem herrschen."

Hier kommen sie aus Norden, weil die Gegend hinter dem Kaukaus nördlich Syriens liegt. Das Grundmuster der endzeitlichen Dramaturgie, an die sich auch das klassische Szenario der europäischen Prophetie hält, ist auch bei Pseudo-Methodius, dessen Wirkung auf das europäische Mittelalter nicht überschätzt werden kann, vorhanden.

Das hat sich in der europäischen Variante schlicht in "unseren" russischen Feldzug verwandelt, in dem der Feind konsequenterweise aus dem Osten kommt. Am Ende steht ebenfalls der Sieg durch einen von Gott gesandten Herrscher, schließlich kommt das Strafgericht und das Gottesreich bzw. goldene Zeitalter bricht an. Adl-/Irlmaier fügt sich in dieses uralte Märchen lediglich ein und bringt es in eine neuzeitliche Variante mit Panzerarmeen und Luftflotten.

Bei den Russen kommt der Feind ebenfalls aus dem Osten und sie aben die Motive schlicht auf sich selbst angepaßt, was hier nachzulesen ist.

Der ganze Angriff aus dem Osten, wie er in allen Varianten der europäischen Kulturgeschichte bis zu Irlmaier und danach vorkommt, ist eine reine Wandersage ohne den geringsten realen Gehalt. Der gelbe Strich, der daran lediglich als ein Element hängt, ist ebenfalls ohne jeglichen realen Gehalt. Willst Du den gelben Strich und Irlmaier "retten", mußt Du erst mal diese Behauptung von mir widerlegen.

All Deine Einwände sind nichts wert, solange Du Dich nicht diesem Kernproblem widmest.

Darauf gehst Du aber trotz allen Insistierens nicht ein.

Ich kann mich erinnern an einen Dialog mit Dir vor sieben oder acht Jahren, da hast Du mir den Troll unterstellt, weil ich Irlmaier nicht so gelesen habe wie Du: offenbar war er damals noch eine Autorität für Dich. Heute bin ich der Troll, weil ich ihn verteidige. Und das "Kind mit dem Bade", das Du mir heute vorhältst, habe ich Dir selbst schon entgegengehalten - mit dem gleichen Hintersinn betreffend Irlmaier.

Du könntest ja mal auf das Kernproblem eingehen, um den Verdacht des Trollens zu entkräften. ;-)

Ich sehe alle Texte noch viel kritischer als Du. Beispielsweise habe ich erhebliche Zweifel an den Feldpostbriefen und deswegen hier bereits einmal geäußert, dass der elsässische Seher über seine freimaurerische Kanäle schon im Frühjahr 1914 von dem neuen Seher des Oberst Menander in Stockholm erfahren haben könnte. Dieser Verdacht ist bei mir unter anderem entstanden, weil in der ersten schwedischen Ausgabe der Eismeerfischer-Visionen Süddeutschland eine besondere Rolle spielt, wie eben auch in den Feldpostbriefen, die ein Fabrikat sind, ganz wie das Lindenlied (ungeachtet dass 'der Elsässer' möglicherweise seherische Fähigkeiten hatte).

Diese Stelle bei Johansson würde ich gerne sehen, vor allem worin diese "besondere Rolle" denn bestehen soll. Es muß schon eine frappante Ähnlichkeit zu den Feldpostbriefen bestehen, um einschlägig zu sein.

Möglicherweise im Unterschied zu Dir und Taurec kann ich die Unzulänglichkeiten und Widersrpüche in den Schauungen aushalten und gut mit ihnen leben. Ich muss das nicht auf irgendeine Interpretation hinzwingen, werde auch niemand ausdrücklich Lügner nennen, selbst wenn er es wäre.

Die Dinge nicht beim Namen nennen zu können, ist allerdings Dein Problem, das ich mir nicht zueigen machen werde.

Wenn Adl-/Irlmaier sich in seinen Kernaussagen nicht vom Prophezeiungskanon abhebt und Eigenständiges liefert, ist er ein Plagiator.
Da er offenbar ein in älteren Prophezeiunen schon vorgefertigtes irreales Endzeitgeschehen aufgreift, enthalten auch die wesentlichen Züge seiner Aussagen kein reales Geschehen, was auch daran nebensächlich anhängende Spezialitäten wie den "gelben Strich" als irreal erklärt. Mit anderen Worten: Er hat dazu überhaupt nichts gesehen.

Das entkräfte bitte, und zwar indem Du den Kern des Problems angehst!

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Alles, was tief ist, liebt die Maske.“


gesamter Strang:

RSS-Feed dieser Diskussion