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Feuerspeiende Berge, Flut, gelbliche Aschen (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂ @, München, Sonntag, 08. April 2018, 12:01 (vor 1020 Tagen) @ Taurec2476 mal gelesen

Hallo!

Um der Tendenz zum Schwarzweißdenken in Extremen entgegenzuwirken sei auf die folgendes Passage der Feldpostbriefe hingewiesen:

"Beim dritten Geschehen soll Rußland in Deutschland einfallen und zwar im Süden bis Chiemgau, und die Berge sollen von da Feuer speien, und der Russe soll alles zurücklassen an Kriegsgerät. Bis zu Donau und Inn wird alles dem Erdboden gleich gemacht und vernichtet."

Dem "russischen Überraschungsangriff" schließt sich übergangslos die Aussage über die feuerspeienden Berge an, die meines Wissens im älteren Prophezeiungskanon keine Vorlage hat. Dieses Element wurde erstmals mit den Feldpostbriefen eingeführt, entstammt daher mangels Vorlage vermutlich eigenen Schauungen. Anscheinend wechselte der Franzose in seiner Darstellung zwischen angelesenen, geglaubten Prophezeiungen und Schauungen hin und her.

"Von da" meint "von diesem Zeitpunkte an". Der Ort der Eruptionen geht daraus indes nicht hervor. In seinem selbstgebastelten Szenario verband der Franzose offenbar eine lose Schau über ein Naturereignis mit den Ideen über Russeneinmarsch und Endschlachtgeschehen am Rhein. Vom Naturgeschehen ausgehend kommt er wieder auf das Kriegsgeschehen zurück durch die Behauptung, die Russen würden alles Kriegsgerät zurücklassen.
Aus dem Text nicht klar hervor geht dabei, ob
1. die Russen wegen des Vulkanausbruchs das Kriegsgerät zurücklassen sollen,
oder
2. die Russen wegen ihrer vernichtenden militärischen Niederlage und heillosen Flucht das Kriegsgerät zurücklassen sollen.

Es ist weder klar, ob Rill den Vulkanausbruch mit dem Zurücklassen des Kriegsgerätes kausal verband oder nicht, noch ob der Franzose dies tat. Sollten sie es getan haben, halte ich diese Verknüpfung für rein interpretatorisch.

Es bleibt die Feststellung, daß hier offenbar ein Fetzen echter Schau über eine Naturkatastrophe eingeflossen ist.

Desgleichen finden sich bei Irlmaier Elemente, die nach meinem Stand des Wissens (man berichtige ihn) in der Literatur ohne Vorlage sind. Hierzu gehören die Aussagen über eine Flut in der norddeutschen Tiefebene, die bis Berlin reichen soll. Im klassischen Motivkanon der Endzeitprophetie ist das ohne Beispiel.

Des gleichen könnte (unabhängig vom Auftreten im Rahmen eines chemischen Waffeneinsatzes) das Motiv "gelb" eine reale seherische Grundlage haben, da es neben Irlmaier auch in folgenden Schauungen vorkommt:

  • Kind südwestlich Nürnbergs: "Ich muß/will Brot kaufen gehen, aber draußen sind viele lauter so ‚gelbe Flecken‘ am Boden, und wenn man auf die drauftritt, dann muß man sterben."
  • Frau aus Eggenfelden: "Von Horizont zu Horizont lag drei Finger hoch schwefelfarbige Asche. Die Bäume waren entlaubt, das Gras verätzt und abgestorben."
  • BBs damals von Prophezeiungswissen unbeleckter Sohn in Lüneburg: "Bäume entlaubt, rund 80% der Vegetation ist vernichtet, nur graue, vertrocknete/abgestorbene Grasreste am Boden, keine Sonne sichtbar, am Boden gelblich-graue Asche"
  • Frau aus Fürstenfeldbruck: "Sie habe mehrfach gesehen, wie in größeren Städten (genauere Ortsangaben soweit nicht möglich) Menschen plötzlich zusammenbrechen und dann mit Blutschaum vor dem Munde sterben. Gleichzeitig sei es auffällig still. Die Vergiftungserscheinungen seien die Folge einer ‚Wolke’.
    In weiteren Gesprächen erwähnte sie dann, daß sie in ihren Visionen grundsätzlich zwei Typen von Wolken sehe:
    Einmal gelbe bis ockerfarbene
    [also gelbliche] Wolken – diese seien für die Vergiftungserscheinungen verantwortlich. Die anderen Wolken seien schwarz oder grau, es fielen aus diesen auch kleine Steine, und es blitze darin. Dies könne sie sich nicht erklären."

Dieses sowie vereinzelte Stellen bei Irlmaier zu Stäuben und Feuerzungen führen zu dem Schluß, zu dem BB und ich gestern telephonisch zum wiederholten Male kamen, daß Irlmaier trotz aller Plagiate wenigstens eine Schau über ein Naturgeschehen gehabt haben müßte. Diese wurde aber nicht ordnungsgemäß dokumentiert, sondern zerlegt, verfälscht und von Adlmaiers Machwerk derart überdeckt, daß sie heute vollständig und im Ursprungszustand nicht mehr erkennbar ist. So wurde der "gelbliche Niederschlag" aus dieser vermuteten Schauung Irlmaiers von Adlmaier zu einem Element eines chemischen Waffeneinsatzes im Rahmen des konstruierten russischen Feldzuges umgemodelt. Beim Zeitzeugen "Gärtner" heißt es dann in Anlehung an diese Idee:
"Nach drei bis vier Tagen setzt der Westwind ein und westliche Flugzeuge werfen zwischen Salzburg und Ostsee in einem Streifen soviel ‚gelben Staub‘ ab, daß es darunter finster wird."
Denkbar ist, daß Irlamier durchaus über Salzburg (also quasi seinem Wohnort) einen Aschefall sah, der aber unter dem Konstrukt "gelber Strich" subsumiert wurde.

Diese Schau kann nicht im Rahmen der Schauungen zu den (inzwischen größtenteils verstorbenen) Besuchern Irlmaiers stattgefunden haben. Sie müßte ein gesondertes seherisches Erleben gewesen sein, das aber u. a. in Irlmaiers Heimatregion angesiedelt war. Das Ereignis steht zum irrealen "russischen Feldzug" in keinerlei Zusammenhang und kann sich irgendwann mal, vielleicht auch in fernerer Zukunft zutragen. Der Gedanke, daß eine irgendwann eintretende Großzäsur, die dem derzeitigen Zyklus der Menschhheit ein Ende bereitet, seherisch ihr Licht vorauswirft, ist nach wie vor nicht vom Tisch.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Alles, was tief ist, liebt die Maske.“


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