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Auf Lateinisch nicht anders möglich (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂ @, München, Freitag, 26.01.2018, 13:05 (vor 1136 Tagen) @ Ateni (4038 Aufrufe)
bearbeitet von Taurec, Freitag, 26.01.2018, 13:31

Hallo!

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Demnach ist der nächste Papst nach Franziskus erst der Fluchtpapst.

Warum auch immer die letzte Zeile einfach von allen zusammen gefasst wird obwohl die Zeile sichtlich eingerückt ist bleibt mir ein Rätsel. Vermutlich weil die Zeile die sich auf Franziskus bezieht, kein Kontext besitzt.

Für den Lateiner erklärt es sich zum einen daraus, daß der erste Satz ohne "Petrus Romanus" kein ordentliches Subjekt hätte. Es stünde dort nur:

"In der größten Verfolgung der Heiligen Römischen Kirche wird (er) sitzen."

Wer da aber auf dem Stuhle Petri sitzt, geht aus dem Satz so gar nicht hervor. Gloria Olivae? Dann wäre er völlig überflüssig, weil klar ist, daß ein Papst in der Liste auch regieren muß. Daher kann er sich nur auf Petrus Romanus beziehen.

Dem vermeintlichen zweiten Satz fehlte zum anderen, was viel schlimmer ist, das Prädikat. Es stünde dort (wörtlich übersetzt):

"Petrus Romaus, der hüten wird die Schafe in vielen Drangsalen, durch welche erlebten [nämlich die Drangsale] die siebenhügelige Stadt zerstört werden wird, und der schreckliche Richter wird richten über sein Volk."

Die Nebensätze haben ihre eigene Subjekt-Prädikat-Objekt-Struktur. Eines Hauptsatzes, der lediglich aus "Petrus Romanus" bestünde, entbehrte die Aussage allerdings. Das ist sprachlich sinnlos und läßt sich nur berichtigen, indem man den vorangehenden Satz einbezieht.

Man könnte natürlich die Nebensätze weglassen, was zu einer gänzlich absurden und grammatikalisch falschen Aussage führte:

"Petrus Romaus und der schreckliche Richter wird richten über sein Volk."

Erstens würde der letzte Papst nicht an der Seite Gottes über die Welt richten. Das wäre Gotteslästerung und anmaßend. Vor allem aber müßte dann dort nicht "iudicabit" ("er wird richten"), sondern die Pluralform "iudicabunt" ("sie werden richten") stehen. Der Nachsatz über das jüngste Gericht stellt also einen eigenen Satz in einer Satzreihe dar. Diese setzt einen vollständigen ersten Hauptsatz voraus, dessen Subjekt Petrus Romanus ist. Das einzige verfügbare Prädikat ist "sedebit" ("er wird sitzen/regieren").

Die einzige Möglichkeit besteht darin, daß beide Sätze eigentlich einen darstellen sollen. Das löst alle obigen Ungereimtheiten. Sie wurden vermutlich lediglich beim Drucksatz getrennt. Möglicherweise konnte der Setzer kein Latein und hat deshalb Petrus Romanus als erkennbaren Namen in eine neue Zeile gesetzt wie den Rest der Motive?

⇒ Es sind nur 112, nicht 113.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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