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Durchaus töricht (Schauungen & Prophezeiungen zum Weltgeschehen)

Taurec ⌂ @, München, Mittwoch, 31. Juli 2019, 19:46 (vor 20 Tagen) @ Taurec530 mal gelesen
bearbeitet von Taurec, Mittwoch, 31. Juli 2019, 19:54

Hallo!

Man meint, solche Texte würden mit einer Art Spielautomaten zusammengestellt, der zufällig vorgefertigte Textbausteine zusammenfügt. So darf natürlich der Versuch, das Irlmaierszenario wegzubeten, zusammen mit der pseudoklugen, Weisheit vorspiegelnden Hohlfloskel "die Zukunft steht nicht unveränderbar in Stein gemeißelt" auf keinen Fall fehlen:

"Vorausschicken möchte ich aber unbedingt, dass man sich bloß nicht verrückt machen und die Lebensfreude verlieren sollte! Zudem sollte man durch liebevolle Meditation und hoffnungsvolle Gebete täglich etwas dafür tun, um das Irlmaier-Szenario zu verhindern. Die Zukunft steht nicht unveränderbar in Stein gemeißelt, sondern liegt in unser aller Hand. Ein Abwenden ist möglich, wenn wir uns als Kollektiv entsprechend positiv entwickeln! Macht euch das bewusst und helft dabei mit!"

Nun möchte ich aber wissen, wie sie (es dürfte sich laut Impressum um eine Frau handeln) sich bis zum 18. August das Wegbeten des Dritten Weltkrieges durch kollektive Fortentwicklung vorstellt.
Womöglich ist das aber gar nicht so schwer, wie man sich das denkt. Offenbar hat das Wegbeten seit 1950 ja ganz gut funktioniert, sonst wäre Irlmaier ja eingetroffen.

Ein Widerspruch, den keiner dieser Licht-und-Liebe-Frömmler je auflösen konnte:
Wenn Schauungen (angenommen, Irlmaier hätte tatsächlich etwas Weltbewegendes gesehen) abgewendet werden können, wie hätte er dann zu Beginn überhaupt etwas sehen können? Schauungen zeigen nämlich (allenfalls verschleiert) die tatsächliche Zukunft, andernfalls sind es keine Schauungen, sondern etwas anderes.
Wie würde man außerdem im Falle eines Nichteintreffens unterscheiden können, ob das Wegbeten erfolgreich gewesen sei oder die Aussage bzw. deren Interpretation grundsätzlich falsch und unsinnig gewesen wäre?

Zusatz: Natürlich gibt es weltweit kein Beispiel, daß eine Schauung (selbst eine kleine, den persönlichen Rahmen betreffende) jemals weggebetet wurde. Es handelt sich hierbei um einen irrealen und im Grunde törichten Glaubenssatz, der ohne Verankerung in der realen Welt seinen Vertretern allenfalls ein gutes Gefühl beschert. Das war es auch schon.
Beispiele, in denen Schauungen nicht so eintrafen, wie gesehen, gibt es. Aber selbst in solchen Fällen traf die Schau wenigstens in weiten Teilen ein. Ohne das Eintreffen der grundlegenden Situation wäre die Schau nämlich erst gar nicht als solche erkennbar. Präkognitiv ist per se immer nur, was später tatsächlich Zukunft wird. Eine andere Form der Präkognition gibt es nicht bzw. ist nicht erkennbar, ebensowenig wie die Existenz "mehrerer Zukünfte" oder "alternativer Zeitlinien".

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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