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Durch geglaubte Fälschungen angeregte "Gefühle" (Schauungen & Prophezeiungen zum Weltgeschehen)

Taurec ⌂ @, München, Donnerstag, 18. Juli 2019, 07:06 (vor 65 Tagen) @ Kinder von Atlantis397 mal gelesen

Hallo!

Ich verstehe jetzt nicht warum das unbedingt falsch ist, wenn man doch vom Gefühl her der Auffassung ist, das Franziskus der letzte Papst ist.

Bei Dir liegt eben, wie bei vielen anderen, der Fall vor, daß Du Prophezeiungen gelesen und nun auf Grundlage dieser Prophezeiungen Gefühle hast. Dabei ist "Gefühl" tatsächlich nur ein anderer Ausdruck für: "Ich bilde mir die Welt so ein, wie sie mir gefällt und halte das für zutreffend, weil ich es toller finde als die Alternativen."

Es spielt dabei keine Rolle, ob die angelesenen Prophezeiungen erwiesene Fälschungen sind. Es reicht, daß Du Dir vorstellen kannst, es könne ja so sein.
Zum Selbstschutz vor unliebsamen Fakten ziehst man sich dann auf den beliebten Rückzugsort zurück, es sei eben seine höchstindividuelle Meinung, die schon allein aufgrund dessen zu gelten habe und (als höchstes demokratisches Gut) unantastbar sei. Damit stellt man dann Behauptungen in den Raum, die gefälligst auch jeder zu gelten lassen habe. (Ein im Laufe der Jahre oft erlebter Hakenschlag unbeirrt Glaubenwollender, die sich in ihrer vernebelten Gefühlswelt allerlei einbilden wollen.)

Aber da mach ich mir wenig Hoffnung. Alles im Moment ordentlich an Fahrt auf.

Die Welt nimmt in den Augen Prophezeiungsgläubiger seit über 2000 Jahren "ordentlich Fahrt auf". Ein Grundmerkmal des einfältigen Prophezeiungsglaubens ist nämlich, daß immer im Augenblick, also in der eigenen Gegenwart gerade die letzten Vorzeichen eintreffen und die Ereignisse ganz sicher kurz bevorstehen. Die Prophezeiungsliteratur ist voll solcher Äußerungen, die von den geneigten Lesern natürlich entweder ignoriert oder statt auf die Zeit, für die sie eigentlich geschrieben waren, auf die eigene Gegenwart bezogen werden.
Diesen unverrückbaren Irrglauben schiebt man stets vor sich her. Natürlich liegt man damit immer richtig, weil immer irgendwo irgend etwas passiert. Man liegt aber auch immer falsch, weil nie das passiert, was man sich aus Prophezeiungsfälschungen (die man wegen seiner Gefühle nicht als solche anerkennen will) angelesen hat. So ist man stets davor gefeit, daß die eigenen irrigen Auffassungen von der Wirklichkeit korrigiert werden. Es sei eben noch nicht ganz so weit gewesen, aber nun ganz bestimmt! Sein Gefühl, daß irgend etwas Großes bevorstehe, trägt man wie einen Panzer wider die Vernunft vor sich her.

Logisch betrachtet gebe ich dir recht, warum sollte nach Franziskus Schluss sein?

Du gibst ihm eigentlich nicht recht, weil Du nicht auf seine Argumente eingehst und ihn offenbar gar nicht verstanden hast. Malachias ist eine Fälschung, eine willkürlich konstruierte Liste, um die Papstwahl 1590 zu beeinflußen, die rein zufällig in unserer Zeit endet. Deswegen ist nach Franziskus nicht Schluß.

Aber irgendwie komme ich von dem Gefühl nicht los. Auch wenn es nach Außen völlig sinnfrei ist. Abgesehen davon darf ich hier Scherzhaft hinterfragen: Seit wann sind Gefühle denn überhaupt logisch?

Wenn einem die Gefühle ein Wissen vortäuschen, das gar nicht zutreffen kann, weil es auf Prophezeiungsfälschungen basiert, die keine erwiesene Grundlage in der Realität haben, sollte man seine Gefühle besser ignorieren.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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